Ernährung

 

Den wachsenden Winterspeck bekämpfen

Im Winter stehen Familien- und Firmenessen vor der Türe und Weihnachtsgebäck auf dem Tisch. Da freut sich der Winterspeck. Mit einfachen Tricks können Sie die Leber beim Verdauen unterstützen und die sommerliche Bikini-Figur über den bewegungsarmen Winter retten.


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Statt im nächsten Frühling die überflüssigen Pfunde mühselig abzutrainieren und wegzuhungern, wäre es einfacher, diese im Winter nicht so zahlreich werden zu lassen. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Während der kühlen und kurzen Tage ziehen wir uns gerne in die wohligwarme Stube zurück, wo Weihnachtsgebäck auf uns wartet. Die Geschäfts- und Familienessen sind reichhaltig und enden häufig bei einem Digestif.

Was kann man dagegen tun?
Sich einen teuren Hometrainer besorgen und alle geselligen Anlässe absagen? Das wäre eine Möglichkeit, es geht aber auch anders. Die gezielte Nahrung selbst kann uns helfen, schneller und besser zu verdauen. Ebenso kann man die Leber bei ihrer wertvollen Arbeit unterstützen. Natürlich dürfen dabei die regelmässige Bewegung und genügend frische Luft sowie reichlich Flüssigkeit nicht fehlen.  Wer die Leber unterstützen will, kann das zum Beispiel gut mit Mariendistel machen, denn sie beschleunigt die Regeneration der Leberzellen. Mit der Stärkung des Organs wird gleich die gesamte Verdauung verbessert. Die Artischocke wiederum schützt und regeneriert nicht nur Leberzellen, sondern verstärkt auch den Gallenfluss. Einen erhöhten Gallenfluss vermögen auch der Salbei, der Löwenzahn, das Schöllkraut sowie die Gelbwurz zu fördern. Durch ihre Bitterstoffe fliesst mehr Galle in den Darm, was wiederum die (Fett-)Verdauung anregt und auch Verkrampfungen im Bereich der Gallenwege lösen kann.Bitterstoffe (rein als Pulver in Drogerien erhältlich) in der Nahrung sorgen auch für ein schnelleres Sättigungsgefühl. Dadurch nehmen wir automatisch kleinere Portionen zu uns. Die Intensität des bitteren Geschmacks kann ausserdem die Esslust und den Hunger bremsen. Süsse und bitterfreie Gerichte machen dagegen Lust auf mehr. Bittere Nahrungsmittel enthalten zudem weniger Kalorien und Fett als süsse. Sie haben noch weitere Vorteile: Bitterstoffe regen die Basenbildung im Organismus an und wirken damit einer Übersäuerung des Körpers entgegen. Nicht ohne Grund sagt der Volksmund auch: «Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund.» Sie helfen bei Verdauungsstörungen, Blähungen, Verstopfung. Bitterstoffe finden sich in Chicorée, Cicorino, Endivien, Catalonga, Ingwer, manchen Freiland-Gurken-Sorten, Hopfen, Schafgarbe, Artikschocken, Eisbergsalat, Schwarzwurzel und Löwenzahn.

Von aussen Einfluss nehmen
Man kann die Leber nicht nur mit gezielter Ernährung unterstützen, äussere Anwendungen helfen ebenfalls. Zum Beispiel mit einem Heublumenwickel. Erhitzen Sie einen Heublumensack (aus der Drogerie oder selbst gemacht) im Dampf, legen Sie ihn auf den Bauch und befestigen Sie ihn mit einem warmen Tuch. Heublumenwickel dürfen nie auf akuten Entzündungen und offenen Wunden angewendet werden. Eine andere Möglichkeit ist das Heublumen-Bad: Bei 28 bis 38 Grad 15 bis 20 Minuten baden. Danach kalt abduschen, damit sich die Poren schliessen. Anschliessend eine Stunde hinlegen, so kann das Bad nachwirken. Wer an Heuschnupfen leidet, sollte auf ein solches Bad verzichten. Bei einem speziellen Akupressur-Griff werden die Finger ineinander verzahnt
und die Handballen aneinander gerieben, dies soll der Leber ebenfalls guttun. Eine flache Lagerung, genügend frische Luft und Bewegung unterstützen die Leber ebenfalls bei ihrer Verdauungsarbeit. Eine gesunde Figur zu halten, hat auch sehr viel mit genügend Bewegung zu tun. Regelmässige Aktivitäten, wenn möglich an der frischen Luft, können durch keine Tabletten und Tinkturen ersetzt werden. Also weshalb nicht eine Station früher aus dem Bus aussteigen, die berühmte Treppe dem Lift vorziehen, während dem Staubsaugen zu einem fetzigen Takt mitschwingen, im warmen Hallenbad ein paar entspannende Längen schwimmen, vielleicht doch noch Skifahren lernen oder sich in einer Gruppe zu einem Fitnesskurs anmelden. So macht es mehr Spass und ist erst noch gesellig. Ob Saunabesuche, Wechselduschen oder Dampfbäder: Der Wechsel von warm nach kalt kurbelt den Kreislauf an und erfrischt Körper und Seele und hilft beim Abnehmen.

Während der Feste geschickt essen
Vorweg: Bereits während des Kauens beginnt die Verdauung. Deshalb ist es wichtig, nicht zu schlingen, sondern gemütlich und rund 20 Mal zu beissen. Dadurch wird auch der Hunger gezügelt. Der Diät-Profi positioniert sich während eines Apéros mit dem Rücken zum Buffet, nachdem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Wenn es dann auch einen kleinen Snack braucht, reicht ein Gemüse-Dip. Den kleineren Teller – dieser ist schneller voll – sollte man am Buffet zur Hauptmahlzeit mindestens zur Hälfte mit Früchten und Gemüsen füllen, ein Viertel gehört den Eiweissen (Fisch oder mageres Fleisch) und der restliche Teil den Kohlenhydraten, wie Salzkartoffeln, Reis oder Linsen. Abends sollte man sowieso bei den Kohlenhydraten sparen, so werden nachts im Schlaf schneller die Fettreserven abgebaut. Zum Dessert eignet sich ein Fruchtsalat oder ein Sorbet. Ganz wichtig: Meiden Sie fettige Saucen. Die alte Anstandsregel, dass aufgegessen werden
muss, ist überholt. Wenn Sie satt sind, lassen Sie den Rest getrost stehen. Sie machen niemandem einen Gefallen, wenn Sie sich überessen. Machen Sie dafür den Gastgebenden ehrliche Komplimente. Beim Einkaufen achten Sie auf fettreduzierte Lebensmittel. Auch sollten Fertigprodukte gemieden werden, darin verstecken sich oft unnötige Kalorien. Auf süsse Naschereien oder salzige Knabbereien sollte man am besten schon beim Einkauf verzichten, dann gerät man später nicht
in Versuchung.

Wasser ist wichtig
Selbst beim Trinken kann man sich etwas Gutes tun. Alkohol gehört oft zu den geselligen
Anlässen, doch ist hier die Menge entscheidend: Trinken Sie doppelt so viel Wasser wie Alkoholika. Alkoholische Getränke enthalten viele Kalorien: Zwei Deziliter Wein etwa so viel wie hundert Gramm Fruchtsorbet. Dabei hemmen sie die Arbeit der Leber. Zwei Liter Wasser, ungesüsster Kräutertee oder verdünnter Fruchtsaft sollte es mindestens über den ganzen Tag verteilt sein. Am Abend kommt zum Glas Weinein Glas stilles Wasser dazu. Dadurch wird auch der Hunger gedämpft und Abfallstoffe werden schneller ausgeschwemmt. Im Zusammenhang mit der Flüssigkeitsaufnahme ist es ebenfalls
wichtig darauf zu achten, dass nicht zu viel Salz konsumiert wird. Die Speisen lieber mit Kräutern würzen, denn Salze binden Wasser im Körper und führen so zu Einlagerungen und Gewichtszunahme. Gewürze wie Zimt, Muskat und Safran, aber auch Chili und Pfeffer fördern das Wohlbefinden, ohne ins Gewicht zu fallen. Würzen Sie im Winter besonders intensiv, damit das Essen Sie rundum befriedigt. Geniessen Sie die Früchte des Winters. Orangen und Clementinen sind voll mit Vitaminen, schmecken herrlich süss und stärken gleichzeitig Ihr Immunsystem. Ausserdem haben sie wenig Kalorien.

Hilfe aus Asien
Um den durchschnittlich 0,5 bis 2 Kilogramm, die wir im Winter zunehmen, entgegenzuwirken, gibt es diverse unterstützende Massnahmen. In vielen Traditionen wird grünem Tee eine heilende und wohltuende Wirkung zugesprochen. Es stärkt das Immunsystem, fängt freie Radikale ab und soll so auch beim Abnehmen helfen. Die Catechine des Grüntees sollen dem Speichern von Fett in der Leber entgegenwirken. Des Weiteren wird grünem Tee eine thermogene Wirkung zugesprochen, wodurch sich der Energieumsatz des Körpers erhöht und mehr Fett verbrannt wird. Dazu gehören
aber auch diesen Winter genügend Bewegung, frische Luft und kalorienarme Flüssigkeiten. Manchmal muss man halt auch einfach auf das Weihnachtsgebäck verzichten.

Empfehlung:
Leber und Galle unterstützen

Die Leber ist das zentrale Organ des Stoffwechsels. Als Drüse produziert sie nicht nur lebenswichtige Eiweisse, sie verwertet Nahrungsmittelbestandteile wie Zucker und Vitamine und ist für die Produktion der Gallenflüssigkeit verantwortlich. Die Leber speichert auch das Fett. Die von der Leber produzierte Galle wiederum dient der Fettverdauung. Die Galle spielt dabei eine wesentliche Rolle bei der Cholesterinbilanz. Verschiedene Naturarzneien stehen zur Verfügung, wenn man die Leber unterstützen möchte: Artischocke, Mariendistel, Salbei, Stutenmilch, Löwenzahn, gemeine Schafgarbe, Wermut, Gelbwurz, Sternanis, Acai-Beere, Pfefferminze oder Ingwer. Solche Produkte gibt es in Drogerien.

Text: Cornelia Nussbaum