Gesundheit

 

Bluthochdruck- ein fast schon alter Bekannter

Jeder kennt in seinem nahen Umfeld Menschen, die täglich Medikamente einnehmen. Oft sind da auch Mittel zur Blutdrucksenkung dabei. So wird es normal, ab einem gewissen Alter Medikamente einzunehmen. Gerade beim Bluthochdruck liegt es oft in unseren Händen, es nicht so weit kommen zu lassen.


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Weltweit nahm die Zahl der Menschen mit Bluthochdruck (arterieller Hypertonie) zwischen 1990 und 2010 um satte 27 Prozent zu, wobei dies vor allem in den Industriestaaten geschah, also durchaus auch als Zivilisationsproblem bezeichnet werden kann. Wer in wenigen Wochen dreimal einen Blutdruck von über 140 zu 90 mmHg aufweist, fällt in die Kategorie der arteriellen Hypertoniker. Laut dem Statistikamt in Neuenburg gaben bei einer Umfrage im Jahr 2007 in der Schweiz 14 Prozent der Befragten an, ein blutdrucksenkendes Mittel zu nehmen, 2002 waren es nur 11,8 Prozent. Vor allem die Altersgruppe der über 65-Jährigen ist stark betroffen, gaben doch über 44 Prozent an, Blutdrucksenker einzunehmen.

Ursachen für zu hohen Blutdruck
Arterieller Bluthochdruck ist meist die Folge verschiedener Ursachen und deshalb schwer konkret zu definieren. Deshalb wird von Risikofaktoren gesprochen, welche die Entstehung von Hypertonie stark begünstigen. Diese Risikofaktoren sind in den Industriestaaten verbreitet: Übergewicht (10 kg können den Blutdruck um bis zu 20 Einheiten verändern), Rauchen, Alkohol, mangelnde Bewegung, zu salzreiche Kost, Dauerstress, zu hohe Blutfettwerte und Arteriosklerose. Dazu kommt die familiäre Veranlagung zur Hypertonie. Wenn einer oder mehrere dieser Faktoren vorhanden sind, lohnt es sich, seinen Blutdruck regelmässig zu messen, um möglichst früh medikamentenfrei Gegensteuer geben zu können. Da Bluthochdruck zu sehr unspezifischen Symptomen führt, kann er nur über Blutdruckmessungen definiert werden. Häufige Kopfschmerzen, immer wiederkehrender Schwindel, Abgeschlagenheit oder Schlafstörungen, «grundlose» Übelkeit und Nasenbluten können allenfalls darauf hinweisen. Die ersten drei der soeben aufgeführten Symptome sind auch Begleiter des zu tiefen Blutdrucks (arterielle Hypotonie). Dabei ist aber der Teint eher blass und Kopfschmerzen sind weniger pochend.
Bei einer festgestellten Hypertonie sollte zumindest am Anfang täglich gemessen werden. Gerade bei jüngeren Menschen mit hohen Werten lohnt es sich, eine 24-Stunden-Messung durchzuführen. So kann festgestellt werden, ob es sich um vereinzelte Spitzenwerte handelt, die normal sein können, oder um eine Dauerbelastung der Gefässwände.

Richtig Blutdruck messen
Die Messung ist mit den heutigen Geräten bequem und sicher auch zu Hause machbar, wenn man einige Regeln einhält. Wichtig ist, sich ein Blutdruckmessgerät zuzulegen, das in der Klinik getestet wurde. Lassen Sie sich dazu in der Drogerie beraten. Für zu Hause empfiehlt sich ein Vollautomat, also ein Gerät, das die Messung vollumfänglich alleine durchführt, nachdem die Messmanschette angelegt wurde. Grundsätzlich sind die Oberarm-Messgeräte sicherer, weil ein kleiner Prozentsatz von Menschen beim Messen am Handgelenk nicht die gleichen Resultate erhält wie bei der Messung am Oberarm. Testen Sie am besten gleich in der Drogerie die beiden Arten und vergleichen Sie die Werte. Stimmen die Werte überein, steht dem Kauf des handlicheren Handgelenkmessgerätes nichts mehr im Weg. Achten Sie darauf, dass zwischen den Messungen mindestens vier Minuten liegen, damit sich die Spannung der Gefässe wieder normalisieren kann. Das gilt grundsätzlich bei mehreren Messungen nacheinander. Ebenso gelten folgende Hinweise generell bei Blutdruckmessungen. Messen Sie in sitzender Position und beachten Sie, dass Faktoren wie Uhrzeit, Tätigkeit vor der Messung, Gemütszustand, Kaffee, Alkohol oder Rauchen vor der Messung die Messergebnisse beeinflussen können. Schaffen Sie also möglichst immer die gleichen Voraussetzungen. Idealerweise messen Sie immer am Morgen gleich nach dem Aufstehen. Der Messpunkt sollte auf Herzhöhe sein, ein sehr wichtiger Punkt gerade bei Handgelenksmessungen. Auch Sprechen, Lachen, die Knie kreuzen, Harn- oder Stuhldrang sowie plötzliche Kälte können die Messung bis zu 10 Einheiten verändern. Den Wert bis zu 20 Einheiten überhöhen kann der «Weisskitteleffekt». Von diesem Effekt wird gesprochen, wenn der Blutdruck immer bei Messungen in der Arztpraxis höher ist als zu Hause. Auch deshalb macht es Sinn, seinen Blutdruck in gewohnter Umgebung immer mal wieder zu messen.

Folgen und Spätfolgen
Hoher Blutdruck führt zu einer überhöhten Belastung der arteriellen Blutgefässe. Hält diese Überlastung länger an, kann dies zu schweren Gefässschäden in den Arterien führen, was ein wesentlicher Risikofaktor für Herzinfarkte oder Hirnschläge darstellt. Weiter kann hoher Blutdruck auch andere Organe, ganz besonders Augen und Nieren nachhaltig schädigen. Weiter entsteht eine Überforderung des Herzmuskels. Das Herz wird in einer ersten Phase den Muskel vergrössern, bis dieser in einer weiteren Phase erschöpft und eine Schwäche auftritt – es entsteht eine Linksherzinsuffizienz. Es ist schwer vorherzusagen, welche Organe bei wem zuerst Schaden nehmen. Also gilt es, seine Gesundheit ernst zu nehmen, solange sie noch da ist. Bluthochdruck gehört neben Diabetes, einer Fettleibigkeit am Körperrumpf und zu hohen Blutfettwerten zu den vier «grossen» Risikofaktoren, die das metabolische Syndrom ausmachen, das eine grosse Gefahr für die Blutversorgung am Herzen und im Gehirn darstellt. Deshalb wird beim Eintreffen mehrerer dieser Faktoren der Blutdruck nach Möglichkeit tiefer gesenkt als unter die offizielle Hypertonieschwelle von 140/90.


Was Sie für sich tun können
Das einfachste und gleichzeitig das schwierigste ist es, die Risikofaktoren auszuschalten. Das geht bei familiärer Belastung schlecht. Jedoch alle anderen Faktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, zu viel Stress, rauchen und Alkohol trinken können wir selber beeinflussen. Im Idealfall wird gehandelt, bevor der Blutdruck zu hoch ist. Diese meist bekannten Punkte werden oftmals nicht oder zu wenig umgesetzt. Bei der Ernährung sollte mindestens die Hälfte im Teller bunt (Gemüse, Salat) und die Kalorienzahl dem Verbrauch angepasst sein. Bei der Bewegung sollten es pro Woche mindesten drei mal 30 Minuten sein, wobei Ausdauersportarten wie Radfahren, Joggen oder Schwimmen für den Kreislauf und die Blutgefässe gut sind. während Kraftsportarten wie Gewichte stemmen den Druck auf das Kreislaufsystem noch verstärken. Rauchen ist nicht nur Gift für die Lungen und den Geschmackssinn, sondern auch für den Blutdruck. Dem Dauerstress wird am besten mit Ausgleich begegnet - und doch, es ist möglich, diesen im Tages- und Wochenprogramm einzubauen. Andernfalls kann es plötzlich nie mehr Stress geben.

Natürliche Helfer
In der Pflanzenheilkunde gilt nach wie vor der Knoblauch als mild blutdrucksenkend. Diesen gibt es auch in geruchsunproblematischer Kapselform. Der Mistel wie auch der Olive (v. a. interessant: die Olivenblätter) werden ähnliche Wirkungen nachgesagt, bislang jedoch ohne genügend wissenschaftliche Bestätigungen. Dem Herzgespann wird dagegen auch eine mild blutdrucksenkende Wirkung zugesprochen, vor allem bei nervösen Herzthemen. Für Omega-3-Fettsäuren (in hochwertigen Fisch-, Lein-, Rapsölen) finden sich  Nachweise für einen positiven Einfluss auf das Blutfettbild und den Blutdruck. Vorsicht ist hier geboten, wenn Blutverdünner eingenommen werden.
Bei Stress, eine häufige Ursache von Hypertonie, werden die arteriellen Blutgefässe verengt und der Blutdruck steigt. Deshalb ist der Einsatz von beruhigenden, entspannenden Pflanzen wie Baldrian, Lavendel, Melisse oder Passionsblume sinnvoll. Sie helfen die feinsten Blutgefässe (Kapillaren) zu entkrampfen und können so den Blutdruck etwas senken. Nachweislich blutdrucksenkend wirkt ein neu erhältliches, von Dr. C. Spengler entwickeltes immunologisches  Arzneimittel: Spenglersan Mycobacterium bovis comp. D13. Dieses verbessert innert vier bis sechs Wochen die Gefässbeschaffenheit auf Ebene der kleinsten Mikrogefässnetzwerke so, dass das Blut ungehindert  zu- und abfliessen kann. Dies hat zur Folge, dass der Blutdruck sinkt respektive sich in Richtung Normalwert bewegt. Die Wirkung wird dadurch ein spezielles, von Dr. C. Spengler entwickeltes Verfahren erreicht, und zwar dank gewissen Teilen (Fragmente) eines Bakteriums aus der Familie der Mycobakterien. Die spezielle Verarbeitung nach dem homöopathischen Arzneibuch garantiert eine sanfte aber gezielte immunologische Wirkung ohne Nebenwirkungen. Obwohl das Mittel vor über 80 Jahren entwickelt wurde, hat es heute mehr denn je seine Berechtigung und wird erfolgreich bei arterieller Hypertonie eingesetzt. Zumal keine Nebenwirkungen wie bei synthetischen Blutdrucksenkern aufgetreten sind. Diese Möglichkeiten sollten nebst dem Ausmerzen der Risikofaktoren genutzt werden und sie können auch unterstützend bei blutdrucksenkenden Medikamenten eingesetzt werden. Dabei gilt es eng mit dem behandelnden Arzt zusammenzuarbeiten, damit die Einstellung des Blutdrucks stimmig ist oder bleibt. Lassen Sie sich beraten und die Möglichkeiten aufzeigen.

 

Bewertung

systolisch (mm Hg)

diastolisch (mm Hg)

optimaler Blutdruck

< 120

< 80

normaler Blutdruck

120–129

80–84

hoch-normaler Blutdruck

130–139

85–89

milde Hypertonie (Stufe 1)

140–159

90–99

mittlere Hypertonie (Stufe 2)

160–179

100–109

schwere Hypertonie (Stufe 3)

> 180

> 110

isolierte systolische Hypertonie

> 140

< 90

Text: Patrick Seiz