Gesundheit

 

Den Körper befreien - Raus damit!

Unser Körper leistet täglich «Räumungsarbeiten». Im Winter ist unser Stoffwechsel eher träge. Nun ist es Zeit, unserem Körper beim aufräumen und Entschlacken zu helfen.


© Beat Brechbühl

Der Körper baut sich jeden Tag um. Zellen werden neu gebildet oder sterben ab, die Nahrung wird verwertet, über Blut und Lymphe wird der Körper bis in den letzten Winkel mit neuen Stoffen versorgt bzw. von Abfallstoffen befreit. Der Körper kann den Abfall, der tagtäglich produziert wird, normalerweise über seine Ausscheidungsmechanismen entsorgen. Unsere bewegungsarme Lebensweise, Convenience-Food, Nahrungsmittelzusätze, Genussmittel, Medikamente und Umweltgifte überlasten aber die körpereigenen Entsorgungsmechanismen zunehmend so stark, dass der Abfall im Gewebe eingelagert statt ausgeschieden wird.

 

ENTSCHLACKEN - DIE ENTGIFTUNGSORGANE

Der Körper verfügt über eine ganze Reihe an Möglichkeiten, unerwünschte Stoffe loszuwerden. Die Hauptaufgabe übernehmen die Entgiftungsorgane des Körpers. Diese sind hauptverantwortlich dafür, den Körper von unerwünschten Stoffen zu befreien bzw. diese aus dem Blut zu filtern. In erster Linie regt man beim Entschlacken die Aktivität dieser Organe an. Entschlacken hat also nichts mit Abspecken zu tun, kann dieses Vorhaben aber unterstützen.

Die Leber verarbeitet fettlösliche Stoffe (zum Beispiel viele Medikamentenrückstände). Diese werden dann in den Darm transportiert und mit der Stuhlmasse ausgeschieden. Der Darm selbst ist auch ein Entgiftungsorgan, weil im Darm alles, was mit der Nahrung in unseren Körper gelangt, geprüft, gefiltert und der unbrauchbare Rest ausgeschieden wird. Die Nieren filtern die wasserlöslichen Abfälle (zum Beispiel Harnsäure) aus dem Blut und leiten diese mit dem Urin aus dem Körper. Es gibt weitere, weniger bekannte Entgiftungsorgane. Das Lymphsystem zum Beispiel: Es sammelt Bakterien, Bakteriengifte, abgestorbene Zellen usw. aus der Zwischenzellflüssigkeit und bringt diese in die Lymphknoten, wo die Schlacken vernichtet werden. Für einen optimalen Zellstoffwechsel ist neben dem Lymphsystem auch eine gesunde Mikrozirkulation des Blutes unabdingbar. Die Haut ist ein weiteres wichtiges Entgiftungsorgan. In der alternativen Therapie wird die Haut oft auch als dritte Niere bezeichnet.

 

ENTSCHLACKEN - ABER WIE?

Nicht alle Entschlackungsprogramme sind effektiv und gesund. Einseitige Ernährungsempfehlungen sind nicht zu empfehlen, gute Entschlackungsprogramme unterstützen möglichst alle Entgiftungsorgane. Als Einstieg eignet sich zum Beispiel eine Fastenwoche. Fasten mit Frucht- und Gemüsesäften versorgt dabei den Körper mit allen wichtigen Vitalstoffen und entlastet gleichzeitig den Stoffwechsel. So kann dieser vermehrt Schlackendepots auflösen und der Körper wird von unnötigem Ballast befreit. Um den Effekt einer erfolgreichen Fastenwoche zu verstärken, empfiehlt es sich, jede Woche einen Safttag einzulegen. Zusätzlich kann die Unterstützung der Entgiftungsorgane noch für drei bis vier Wochen weitergeführt werden (siehe unten). Eine Ernährung, die reich an Gemüse, Obst und Vollwertprodukten ist, rundet die Bemühungen für einen gesunden Stoffwechsel ab.

 

DREI - STUFEN - PROGRAMM

Die wichtigste Stufe ist die Stimulierung der Entgiftungsorgane, welche die Ausscheidung von Schlackenstoffen und überschüssigen Säuren übernehmen. Die zweite Stufe bildet die Ernährung und die dritte Stufe rundet die Entschlackungskur durch zusätzliche Massnahmen wie zum Beispiel Bewegung, Kneippen oder Meditation ab.

Die Entgiftungsorgane kann man sehr gut mit Heilpflanzen anregen. Eine gute Mischung Leberstoffwechsel anregender Pflanzen findet man in der ayurvedischen Heilkunde. Die Mischung, die in der Schweiz unter dem Namen LIV52 erhältlich ist, regt die Leberfunktion an, hat leberstärkende und schützende Eigenschaften.

Für die Nieren kommen Goldrute, Brennnessel, Birke und Ackerschachtelhalm zum Einsatz. Die Brennnessel zum Beispiel ist eine der traditionsreichsten Heilpflanzen überhaupt und hat stark harntreibende und reinigende Effekte. Auch die positive Wirkung auf die Blutbildung ist seit Langem bekannt und geschätzt. Sie kann auch als Alternative zu Spinat oder im Salat verwendet werden.

Um das Lymphsystem in seiner Funktion zu unterstützen und mögliche Stauungen sowie Blockaden zu lösen, ist ein Extrakt aus dem Storchenschnabelkraut eine gute Wahl. Bereits die Universalgelehrte Hildegard von Bingen und der Schweizer Arzt und Alchemist Paracelsus erwähnten den Storchenschnabel als Heilpflanze.

 

ZELLSTOFFWECHSEL MIT SCHÜSSLERSALZEN

Die Entgiftungsorgane können nur Giftstoffe ausscheiden, die mit dem Blut, der Lymphe oder dem Schweiss zu ihnen hintransportiert werden. Die Schlackendepots im Zellbereich benötigen tiefgreifende Reize, um gelöst zu den Entgiftungsorganen zugeführt zu werden. Diese Reize setzen Schüsslersalze und ergänzen damit die Heilpflanzen optimal. Die Stoffwechselsalze von Dr. Schüssler sind:

Nr. 6 Kalium sulfuricum: entgiftet die Zellen, 
stärkt die Leber und unterstützt den Stoffwechsel

Nr. 8 Natrium chloratum: aktiviert den Stoffwechsel 
und reguliert die Körperflüssigkeiten für eine 
optimale Ausscheidung

Nr. 9 Natrium phosphoricum: leitet überschüssige 
Säuren aus und unterstützt den Fettstoffwechsel

Nr. 10 Natrium sulfuricum: verstärkt die Ausscheidungsprozesse, damit die gelösten Schlacken auch tatsächlich abtransportiert werden

 

NICHT SAUER SEIN

Es ist wichtig, beim Entschlacken auch den Säure-Basen-Haushalt auszugleichen. Eine Übersäuerung gilt als starke Stoffwechselbremse und behindert die Ausscheidung. Mischungen basischer Mineralsalze (als Tabletten oder Pulver) leisten wertvolle Hilfe, um überschüssige Säuren auszuleiten. Zusammen mit den Schüsslersalzen und den Stoffwechsel anregenden Heilpflanzen werden Säureblockaden aufgelöst. Eine gute und gleichzeitig erholsame Ergänzung zur Harmonisierung des Säure-Basen-Gleichgewichts sind basische Bäder.

 

ERNÄHRUNG

Beim Entschlacken sollte man auch die Ernährung beachten. Denn wenn man den Körper weiter mit einer ungesunden Ernährungsweise belastet, hilft auch die wirkungsvollste Entschlackungsmethode nur halb so viel Grundsätzlich heisst das vor allem, frisch und saisonal kochen und essen und den Konsum von tierischen Eiweissen, weissem Mehl, Zucker, Alkohol und Koffein zu reduzieren.

Zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung sollte man auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Zwei bis drei Liter stilles Wasser oder ungesüsster Kräutertee dienen dem Körper als wichtiges Lösungs- und Transportmittel für die Schlackenstoffe und Säuren. Ein Stoffwechseltee als Teil der täglichen Flüssigkeitszufuhr ist eine sehr gute Alternative zu anderen Kräutertees und verstärkt den Kureffekt.

 

TIPP 1

Entschlacken kurz und bündig

  • Mindestens drei Wochen, besser vier bis sechs Wochen entschlacken.
  • Alle Entgiftungsorgane (Leber, Galle, Nieren, Blase, Darm, Lymphsystem, Haut) in die Entschlackungskur miteinbeziehen und aktivieren. Hierzu eignen sich Heilpflanzen in verschiedener Form, Schüsslersalze und basische Mineralsalze.
  • Basenbäder können die innerliche Therapie sinnvoll ergänzen.
  • Ausgewogene, frische und saisonale Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Eventuell die tägliche Nahrung durch ausgewählte Superfoods (z.B. Chlorella, Gerstengras, Açaí-Beeren) ergänzen. Konsum von Kaffee, Alkohol, Nikotin, Weissmehl und Zucker reduzieren.
  • Viel trinken. Zwei bis drei Liter stilles Wasser, Stoffwechseltee, verdünnte Gemüsesäfte.
  • Viel Bewegung zum Anregen der Mikrozirkulation, zum Verbessern der Entgiftungsleistung und der Sauerstoffversorgung sowie als Mittel zur Psychohygiene.

 

 

TIPP 2

richtig Basenbaden

Basenbäder eignen sich vor allem für Menschen mit Hautproblemen (atopische Dermatitis, schlechtes Bindegewebe usw.) als ergänzende Massnahme zur innerlichen Therapie. Planen Sie genügend Zeit ein. Mit Vorbereitung und nachträglicher Ruhepause benötigt man ca. zwei Stunden. Baden Sie in körperwarmem Wasser (35–38 °C). Die Badedauer beträgt mindestens 30 Minuten, besser eine Stunde oder länger, weil die Entsäuerung über die Haut nur langsam in Gang kommt und mit zunehmender Badedauer effektiver wird. Die Haut alle 15 Minuten abreiben, zum Beispiel mit einem Peelinghandschuh oder Waschlappen. Nach dem Bad die Haut nicht abduschen. Das Badewasser auf der Haut trocknen lassen oder abtupfen, nicht reiben. Mit dem Auftragen von Körperpflegeprodukten nach dem Bad mindestens eine Stunde warten. Zur Pflege der Haut nach einem Basenbad eignen sich Produkte, die den Hautstoffwechsel nicht beeinträchtigen. Reine Naturkosmetik legt genau darauf Wert. Wer mag, gönnt seiner Haut ein verwöhnendes Körperöl. Wer lieber eine klassische Bodylotion bevorzugt, wählt ein Produkt, das die Hautregeneration zum Beispiel mit Mineralsalzen oder Pflanzenextrakten unterstützt. Nach dem Bad eine Ruhepause einlegen. Empfehlung: Ein bis drei Basenbäder pro Woche oder ein Basenvollbad und zwei bis drei basische Fussbäder.

Insgesamt während drei bis sechs Wochen. Diese Empfehlung gilt für Menschen, die intensiv entschlacken möchten. Wer keine Vollbäder mag und seine Entschlackungskur einfach leicht unterstützen möchte, kann auch nur basische Fussbäder machen und die Häufigkeit langsam von drei auf ein Fussbad pro Woche senken. Ein wöchentliches basisches Voll- oder Fussbad kann auch über eine längere Zeitdauer als «Erhaltungstherapie» gemacht werden.

 

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl