Gesundheit

 

Ebbe und Flut der Hormone

Ähnlich wie Ebbe und Flut steigt und sinkt der Pegel der weiblichen Hormone wellenartig. Unterschiedliche Beschwerden können damit zusammenhängen. Harmonisieren Sie hormonelle Schwankungen und Beschwerden ganz natürlich.


© Beat Brechbühl

Der weibliche Körper wird massgeblich von den Hormonen gesteuert. Mit den Vorbereitungen zum ersten Eisprung und der darauf einsetzenden ersten Regelblutung beginnt der weibliche Zyklus und endet mit der letzten Regelblutung in der Menopause. Gekennzeichnet durch ein stetes auf und ab der Hormone ist der weibliche Zyklus für die einen Frauen nur gerade eine kleine Unregelmässigkeit im Tagesablauf. Andere hingegen leiden unter Menstruationsbeschwerden, die sie in ihrem Alltag stark beeinträchtigen.

 

PLAGETAGE

Viele Frauen kennen mehr oder weniger starke Beschwerden vor oder während der Menstruation. Brustspannungen, Unterleibsschmerzen, Krämpfe und Kopfschmerzen treten am häufigsten auf. Aber auch Verdauungsbeschwerden (Durchfall, Verstopfung, Blähungen etc.), Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Müdigkeit und Eisenmangel (durch übermässig starke Regelblutung) können die «Tage» begleiten. Die Ursache von Verdauungsbeschwerden während der Menstruation ist noch nicht ganz restlos geklärt. Ein grosser Teil fällt aber wohl den sogenannten Prostaglandinen zu. Prostaglandine sind Hormone, die für die generelle Schmerzentstehung aber auch für das krampfartige Zusammenziehen der Gebärmutter und die damit einhergehende Abstossung der Schleimhaut eine zentrale Rolle spielen. Die Beschwerden werden durch Stress und Unruhe verstärkt.

 

STIMMUNG SCHWANKT MIT

Die schwankenden Hormone beeinflussen auch die Stimmung. Depressive Stimmungslage, Weinerlichkeit, Reizbarkeit und Schlafstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Symptomen der Plagetage. Müdigkeit als weiteres Symptom kann alleine, als Folge von Stimmungsschwankungen oder wegeb eines grossen Eisenverlustes auftreten.

Reden Sie mit einer Fachperson über Ihre Mensbeschwerden. Es handelt sich zwar in den meisten Fällen nicht um eine ernsthafte Erkrankung, aber es macht auch keinen Sinn, falsche Stärke zu mimen und die Beschwerden mit schmerzverzerrter Mine einfach auszuhalten. Verschiedene pflanzliche Arzneimittel können die Schwankungen der Hormone harmonisieren und die Symptome deutlich abschwächen. Bei akuten Beschwerden kann aber auch mal ein Schmerzmittel für erste Hilfe sorgen.

 

HILFE AUS DER NATUR

Bei Menstruationsbeschwerden aller Art empfiehlt sich der Einsatz von Agnus castus, zu Deutsch Mönchspfeffer oder Keuschlamm. Der Mönchspfeffer gehört zu den Eisenkrautgewächsen und wurde bereits in der Antike zur Behandlung von Frauenleiden eingesetzt. Verwendet werden die beerenähnlichen Früchte bzw. Extrakte und andere Zubereitungen daraus. Mönchspfeffer fördert die Hormonregulation bei unregelmässigem Zyklus, prämenstruellen Beschwerden (PMS) und Beschwerden während der Menstruation. Es werden auch positive Einflüsse bei Unfruchtbarkeit diskutiert.

Kombinieren lässt sich Mönchspfeffer mit verschiedenen Pflanzen. Frauenmantel, Schafgarbe und Gänsefingerkraut eignen sich hervorragend. Sie regulieren die Hormone, wirken krampflösend und lindern schmerzhafte Unterleibsbeschwerden. Als Tee, spagyrische Essenz oder auch als klassische Tinktur können sie die Wirkung von Mönchspfeffer optimal ergänzen. Als Wirkungsbeschleuniger hat sich das Gemmomazerat aus den Knospen der Himbeere bewährt. Seine regulierende Wirkung auf die Hormone ist beträchtlich. Eine spezielle Mischung aus Schweizer Blütenessenzen (Odin Menstruation) unterstützt und harmonisiert die weiblichen Rhythmen auf energetischer Ebene. Diese besondere Mischung besteht aus den Essenzen von Feige, Granatapfel, Stiefmütterchen, Holzapfel und Perle.

Aus dem Reigen der Vitalstoffe sind vor allem Magnesium und B-Vitamine gefragt. Sie beruhigen überreizte Nerven, wirken krampflösend und entspannend. Achten Sie auf hochwertige Produkte, denn gerade Magnesium ist je nach chemischer Verbindung nur schlecht für den Körper verfügbar. Das Schüsslersalz Nr. 7 verbessert die Aufnahme in die Zellen und verstärkt die Wirkung. Bei starker Mensblutung verliert der Körper viel Eisen. Daher ist es je nach Ausprägung sinnvoll, auch Eisen zu ergänzen. Das Öl aus den Samen der Nachtkerze hat einen positiven Einfluss auf die Bildung der Prostaglandine, hat aber auch beruhigende Eigenschaften und sorgt für eine gesunde Haut. Es deckt also unterschiedliche Bereiche der Menstruationsbeschwerden ab. Es lohnt sich auf jeden Fall den Rat einer Fachperson in Anspruch zu nehmen, damit die verschiedenen Möglichkeiten für jede Frau individuell und persönlich kombiniert werden können.

 

WÄRME ENTSPANNT

Wärmeanwendungen lösen die verkrampfte Eingeweidemuskulatur, beruhigen den Verdauungstrakt und die Nerven. Feuchtwarme Wickel, eine Bettflasche oder auch heisser Tee sind die klassischen Wärmeanwendungen. Wer keinen Tee mag, der kann auf die wärmende Wirkung verschiedener Heilpflanzen zurückgreifen. Galgant, Ingwer, langer Pfeffer, Rosmarin, Zimt, Thymian, Lavendel etc. wärmen den Körper.

 

 © Beat Brechbühl

MENS UND SCHWANGERSCHAFT

Nach einer Schwangerschaft braucht der Körper eine Weile bis er zu seinem inneren Rhythmus zurückgefunden hat und sich auch die Hormone wieder eingependelt haben. Meist braucht es daher ein par Zyklen bis das ganze System wieder richtig funktioniert. Auch die Mensbeschwerden können sich verändern. Sie können sich verstärken, aber auch abschwächen, die Blutung kann sich verlängern aber auch kürzer werden etc. Jeder Körper ist anders und reagiert auch anders auf die hormonelle Veränderung. Bei den meisten Frauen aber, fallen die Mensbeschwerden nach einer Schwangerschaft schwächer aus als zuvor.

 

WECHSELJAHRE

Mit zunehmendem Alter sinkt der Hormonspiegel, allen voran der des Östrogen[p3]  deutlich ab. Dies führt erst zu Schwankungen der Menstruationsdauer und -stärke, aber auch zu Verschiebungen im Zyklus, bevor dann die Regelblutung ganz ausbleibt. Diese Zeit bezeichnet man als Wechseljahre. Meist setzen die Wechseljahre zwischen Mitte 40 und Mitte 50 ein, sie können aber auch deutlich früher oder später auftreten. Genau wie bei den Menstruationsbeschwerden sind auch die Beschwerden während den Wechseljahren so individuell, wie jede Frau selbst. Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen sind am meisten gefürchtet und auch am meisten verbreitet. Weniger bekannt sind Kreislaufbeschwerden (z.B. Herzrasen, Schwindel), trockene Haut und Schleimhäute (auch im Vaginalbereich), Haarausfall und Verdauungsbeschwerden. Zudem verstärkt das Absinken der Hormone das Osteoporose Risiko. Das beste zuerst: Die meisten Beschwerden verschwinden nach den Wechseljahren wieder von selbst. Das gute gleich hinterher: Auch gegen Wechseljahrbeschwerden ist ein Kraut gewachsen.

 

FRAUENPFLANZEN

Neben der sogenannten Hormonersatztherapie mit künstlichen Hormonen eignen sich pflanzliche Arzneimittel vor allem für leichte bis mittlere Beschwerden hervorragend. Für den Bereich der Wechseljahre ist die Traubensilberkerze (lat. Cimicifuga racemosa) besonders bekannt. Diese besitzt östrogenähnliche Eigenschaften und kann dadurch die verschiedenen Beschwerden im Bereich der Wechseljahre lindern. Auch der bereits erwähnte Mönchspfeffer kann bei Wechseljahrbeschwerden eingesetzt werden. Je nach Beschwerdebild macht eine Kombination mit anderen Pflanzen Sinn. Im Bereich der Hitzewallungen können Salbei, Granatapfel und Melisse die Wirkung der Traubensilberkerze unterstützen. Für Psyche und Nerven sind Melisse, Johanniskraut, Passionsblume, Baldrian oder Lavendel eine gute Wahl. Als generelle Frauenmittel unterstützen auch hier der Frauenmantel und das Gemmomazerat aus den Himbeerknospen die oben genannten Heilpflanzen.

Die Wechseljahre stehen energetisch auf ganz spezieller Ebene und sind nicht nur durch die Veränderung der Hormone und des Körpers, sondern auch durch den Eintritt in einen neuen Lebens- und Partnerschaftsabschnitt gekennzeichnet. Um diesen Wechsel mental und energetisch zu begleiten, eignen sich Odin Blütenessenzen sehr gut. Eine Kombination aus den Essenzen von Walnuss, Waldtrespe, Geissblatt, Lärche und wildem Senf erleichtert die Umstellung, bringt Selbstvertrauen und Lebensfreude. Die Fachpersonen aus Apotheke und Drogerie erläutern Ihnen gerne die Einsatz- und Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Pflanzen und Ergänzungen.

 

VITALE WECHSELJAHRE

Eine optimale Vitalstoffversorgung ist auch während und nach den Wechseljahren sinnvoll und kann verschiedene Beschwerden lindern. Auch hier spielen Magnesium und B-Vitamine eine zentrale Rolle. Zusätzlich sind auch Vitamin D und Calcium für die Knochengesundheit, Co-enzym Q10 für die Energiegewinnung und das Herz sowie Zink und Kieselsäure für Haare, Nägel und Haut zu empfehlen. Als «Bodylotion von innen» dienen hochwertige Pflanzenöle aus Leinsamen, Sanddorn oder Nachtkerze. Sie sorgen für gut durchfeuchtete, gesunde Haut und Schleimhäute.

 

VERHÜTUNG

Die einen möchten auf keinen Fall, und die anderen wünschen sich nichts sehnlichster. Die Rede ist vom Schwanger werden. Im weiteren Verlauf zeigen wir, wie Sie auch ohne Hormone verhüten können und wie Sie Ihrem Kinderwunsch auf natürliche Weise ein Stück näher kommen. Die meisten Frauen verhüten nach wie vor mit der Pille, also mit künstlichen Hormonen. Doch gerade in letzter Zeit berichten die Medien über unerwünschten und oft schweren Nebenwirkungen. Da wächst bei vielen der Wunsch, möglichst hormonfrei zu verhüten. Am einfachsten und unkompliziertesten sind nach wie vor die Kondome. Sie schützen nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Dies macht Sinn, denn die Zahl der Menschen mit Geschlechtskrankheiten steigt in den letzten Jahren deutlich an. Diese können sich auch ohne sexuellen Kontakt, zu Beispiel in nicht ausreichend desinfizierten öffentlichen Whirpools, verbreiten. Eine Vaginaldusche nach dem Schwimmbadbesuch hilft gegen Pilze oder andere infektiöse Erreger.

 

 

EINE FRAGE DER TEMPERATUR

Eine sehr zuverlässige Methode ist das Verhüten mittels Temperaturmessung. Bei korrekter und regelmässig ausgeführter Messung hat diese Methode eine ähnlich niedrige Fehlerquote wie die Pille. Dabei wird jeden morgen nach dem Aufwachen immer an der selben Stelle (unter der Zunge, vaginal) die Körpertemperatur gemessen und aufgezeichnet. Der Eisprung löst eine geringe, aber messbare Erhöhung der Körpertemperatur aus, nach der die fruchtbaren Tage bestimmt werden können. Moderne Geräte übernehmen die handschriftliche Aufzeichnung und können auch die Temperaturkurven interpretieren. Nicht mit der Temperatur, aber mit der höheren Ausscheidung von Hormonen im Urin, kann mittels Urin-Teststäbchen ebenfalls die fruchtbare Zeit bestimmt werden. Beide Methoden eignen sich natürlich auch, wenn man bewusst schwanger werden möchte, um die fruchtbarste Zeit zu bestimmen.

 

KINDERWUNSCH


In den letzten Jahren nimmt die Zahl von unerfüllten Schwangerschaftswünschen deutlich zu. Ein Thema, das meist multifaktorielle Ursachen hat und nach sehr individuellen Lösungsansätzen verlangt. Meist sucht zuerst die Frau den Rat einer Fachperson und lässt sich untersuchen. In 50 % aller Fälle von unerfülltem Kinderwunsch liegt aber das Problem beim Mann. Es ist also wichtig, dass sich beide testen lassen. Gerade die Spermienqualität leidet stark unter dem modernen Lebensstil. Die sitzende Arbeitsweise, Handy in der Hosentasche, rauchen, Übergewicht und ungesunde Ernährung sind die Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit. Diese hat per se nichts mit mangelnder Potenz zu tun und lässt sich in den meisten Fällen durch eine Änderung der oben genannten Faktoren positiv und rasch beeinflussen. Junge Männer konsumieren immer öfter androgene Hormone (Anabolika) zwecks Muskelaufbau. Diese «Lifestyledroge» hat eine schädliche Wirkung auf die Spermienqualität und Spermienbildung.

Bei der Frau spielen neben hormonellen Störungen vor allem auch Veränderungen der Vaginalschleimhaut einen grosse Rolle. Oft wird beispielsweise eine Endometriose (Wucherung der Gebärmutterschleimhaut) zu spät erkannt. Auch Myome und Zysten können die weibliche Fruchtbarkeit empfindlich stören. Natürlich ist hier eine ärztliche Behandlung unbedingt notwendig. Im Bereich der Schleimhautregulation, aber auch zur Unterstützung der weiblichen wie der männlichen Fruchtbarkeit können alternative Begleitbehandlungen sehr effektiv sein.

Beispielsweise beeinflussen Mönchspfeffer und Frauenmantel den Schleimhautaufbau in der Gebärmutter positiv und gleichen die Hormone aus. Brennessel, Zink, Selen und Vitamin C verbessern die Bildung gesunder und beweglicher Spermien beim Mann. Für beide Geschlechter ist eine gesunde Ernährung mit genügend Folsäure, aber auch eine optimale Verdauung (Verfügbarmachen von Vitalstoffen) sehr hilfreich. Oft wird der Kinderwunsch aber auch zu einer so fixen und krampfhaften Vorstellung, dass nur das Loslassen hilft, überhaupt schwanger zu werden. Das ist leichter geschrieben als getan, aber alles was die Psyche entspannt, erhellt und befreit kann den Kinderwunsch hilfreich unterstützen. Das sind nicht nur Pflanzen wie zum Beispiel Passionsblume oder Lavendel, sondern auch Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder mentales Training.


Text: Lukas Maron