Gesundheit

 

In the summer time

Wir sind im Sommer erkältet, leiden unter Halsschmerzen oder Husten. Bei genauerem Hinsehen stellen wir fest: Der Mensch ist zum grossen Teil dafür verantwortlich. Warum es so weit kommen kann und was dagegen zu tun ist.


© Beat Brechbühl

Die Viren und Bakterien halten sich nicht mehr an die klassische Wintersaison. Zwanzig Prozent aller Erkältungen fangen wir im Sommer bei grösster Hitze ein. Tendenz steigend. Kein Wunder, denn in unserer zivilisierten, durch­organisierten Welt durchbrechen wir immer wieder den natürlichen Rhythmus. Ausserdem verhalten wir Menschen uns in entscheidenden Situationen oft falsch.

Wo lauert die Erkältungsgefahr?

Die Erkältungsfallen sind bekannt: Sie lauern hinter offenen Autofenstern, in klimatisierten Räumen, im profanen Durchzug oder in völlig durchnässten Badekleidern. Grundsätzlich spielen stets grosse Temperaturveränderungen auf der Hautoberfläche eine entscheidende Rolle. Und hier wartet ein weiteres Problem: Weil wir immer mehr das Raumklima beeinflussen, erleben wir die Jahreszeiten kaum noch. Wir heizen auf über zwanzig Grad Celsius im Winter und kühlen auf zwanzig Grad im Sommer. Gerade die Klimaanlagen sind aus gesundheitlicher Sicht wegen der sehr trockenen Luft und den kalten Verteilungsströmen oft mehr Fluch als Segen.

Warum ist das Auto ein gefährlicher Ort?

Wer im Sommer aus einem klimatisierten Auto steigt, läuft praktisch gegen eine Hitzewand, auf die der Körper schnell mit Schwitzen reagiert. Mit feuchten Kleidern klettern wir dann erneut ins Auto und senken die Innentemperatur auf ein erträgliches Mass. So sind Erkältungen programmiert. Deshalb sollte die Klimaanlage auf maximal drei bis vier Grad Celsius unter der Aussentemperatur eingestellt werden. Und was im Auto gilt, hat seine Richtigkeit auch in der Badi: Wer beispielsweise mit nassen Badekleidern zu lange im Wind sitzt und sich abkühlen lässt, läuft Gefahr, sich zu erkälten. ­Lieber also nach dem Schwimmen die Badekleider wechseln und zur Erholung mit trockener Haut den Schatten auf­suchen.

Warum ist die feuchte Haut entscheidend?

Bei der Bekleidung sind Naturfasern jenen aus synthetischen Stoffen vorzuziehen. Synthetische Kleider fördern das Schwitzen, respektive die Feuchtigkeit bleibt auf der Haut und kann so nicht verdunsten, was für die Kühlung des Körpers wichtig wäre. Feuchtigkeit transportiert Temperaturen besser als Luft. Also wird auch die kalte Luft der Klimaanlage besser auf die Haut übertragen. Versuchen Sie eine heisse Schale mit nassen Topflappen aus dem Backofen zu nehmen und Ihnen wird klar, wie Feuchtigkeit Temperaturen besser transportiert.

Wie soll man das Immunsystem stärken?

Klimatisierte Räume mit vielen Menschen, wie zum Beispiel Grossraumbüros, Züge, Busse oder Einkaufszentren, wirken wie Monokulturen bei Pflanzen. Ist erst mal ein Krankheitserreger im Raum, kann er sich sehr einfach weiterverbreiten. Deshalb sollte man sich auch im Sommer um seinen Körper und im Speziellen um das Immunsystem kümmern: Auf gesunde Ernährung achten, sich körperlich bewegen, das Entspannen nicht vergessen, das heisst, genug schlafen und unnötigen Stress vermeiden. Auf den an der Zahl zunehmenden Flügen sollten die Nasenschleimhäute regelmässig befeuchtet werden.

Wenn man dennoch einmal in eine Erkältungsfalle geraten ist, dann weiss die Drogerie als Erstkontakt sicherlich Rat. Hier kann schnell festgestellt werden, wo die wahren Ur­sachen für die Erkältung liegen. Ihre Drogisten haben die passenden Massnahmen und natürlichen Mittel zur Hand. Ganz allgemein aber gilt: Wer weniger Abwehrkräfte im Kampf gegen den Stress braucht, hat sie frei im Fight mit den Viren.

Kann trinken helfen? 

Sehr wichtig ist auch, genügend zu trinken – natürlich nichts Alkoholisches. Herrlich erfrischend wirkt folgendes Rezept: Ein paar frisch zerriebene Pfefferminz- oder Melissenblätter im kalten Wasser ziehen lassen, frisch gepressten Zitronensaft und etwas Rohrohrzucker oder wenig Honig oder beispielsweise Sanddorn von Weleda dazugeben und geniessen. Dieser Zaubertrank beweist: Wir haben es mit unserem Verhalten weitgehend selber in der Hand, froh und gesund durch den Sommer zu kommen.

Text: Patrick Seiz/ Bild Beat Brechbühl