Gesundheit

 

Ich pack' in meinen Koffer

Sie kennen sicher dieses Gedächtnisspiel aus Kindertagen. Jedes mal, wenn die Ferien vor der Tür stehen, kommt es mir in den Sinn. Ich frage mich dann immer: Was soll ich bloss einpacken? Ist die Reiseapotheke auf dem neusten Stand? Hab’ ich nun alles?


© Beat Brechbühl

Kleine oder grosse, lange oder kurze Reisen – es ist wunderbar, dem Alltag für eine gewisse Zeit zu entfliehen. Schnell passieren aber auch kleine Unannehmlichkeiten: Lästige Insektenstiche nerven, Sonnenbrand plagt, eine Verstauchung quält oder das fremde Essen liegt schwer im Magen. Dann ist man froh, wenn man sich mit einer gut bestückten Reiseapotheke selbst und ohne fremde Hilfe behandeln kann. Was aber gehört in eine Reiseapotheke?

 

EINE FÜR ALLES?

Eine Reiseapotheke, die für alle und alle Fälle die richtige ist, gibt es wohl nicht. Aber es gibt eine Grundausstattung, die Sie auf alle Fälle immer mitnehmen und auf deren Vollständigkeit und Mindesthaltbarkeitsdaten achten sollten. Je nach Destination, Art der Ferien oder des Ausfluges und je nach Teilnehmer kann diese Grundausstattung ergänzt werden. Es macht zum Beispiel wenig Sinn die Tabletten zur Malariaprophylaxe aus dem letzten Tropenurlaub auch in die Wanderferien auf Madeira mitzunehmen. Es gilt: Unnötiges zu Hause lassen, damit genug Platz für alles nötige da ist.

 

DIE GRUNDAUSSTATTUNG

Ganz egal wohin Sie reisen und mit wem, die Reiseapotheke sollte in jedem Fall folgendes beinhalten: Pinzette, Schere, Einweghandschuhe, Desinfektionsmittel, Schnellverband (Pflästerli), sterile Wundkompressen, Gazebinden, elastische Binde, Verbandsklammern, sterile Kochsalzlösung (Ampullen), ein Schmerzmittel, ein Mittel gegen Durchfall und etwas gegen Insektenstiche, Sonnenbrand, Verbrennungen sowie Verstauchungen.

 

DIE INDIVIDUELLE AUSSTATTUNG

Der wichtigste Punkt bei den ergänzenden Ausstattungsmerkmalen der Reiseapotheke sind persönliche Medikamente. Für jeden Reisenden, der auf Medikamente angewiesen ist, müssen die entsprechenden Produkte eingepackt werden. Nehmen Sie genug mit und achten Sie darauf, dass die Medikamente für alle Fälle auch einige Tage über die geplante Reisedauer hinaus reichen. Zusätzlich sollten auch persönliche Anfälligkeiten beachtet werden. Wer zum Beispiel auf Autofahrten immer mit Übelkeit zu kämpfen hat, soll auch ein entsprechendes Mittel einpacken – wer schnell Halsschmerzen bekommt, ein Halsschmerzmittel.

 

REISEN MIT DER FAMILIE

Unterwegs mit der Familie ist immer etwas los, schnell aber auch etwas passiert. Hier macht es Sinn, neben der Grundausstattung vieles auf die Bedürfnisse von Kindern abzustimmen. Homöopathische oder spagyrische Zubereitungen eignen sich bestens, denn sie können für alle benutzt werden und lassen die Reiseapotheke nicht übermässig gross werden. Ob Bade- oder Wanderferien, ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (Reiseübelkeit), gehört auf alle Fälle in die Familien-Reiseapotheke.  Auch etwas gegen Erkältung und Husten sowie ein Insektenschutz. Wenn die Kinder noch keine Tabletten schlucken können, sollte das Schmerzmittel in Form von Zäpfchen mitgenommen werden. Kinder können sich bei kleinen Zwischenfällen manchmal kaum beruhigen. Die bewährte Bachblüten Notfallmischung hilft in solchen Fällen und bringt das innere Gleichgewicht wieder zurück.

 

DIE JUNGEN WILDEN

Jugendliche reisen gerne unbeschwert und nehmen die Reiseapotheke wohl eher mit, um die Eltern zu beruhigen, als dass sie der Inhalt interessieren würde. Für Jugendliche und junge Erwachsene gibt es eigentlich neben der Grundausstattung und den individuellen sowie auch an die Destination angepassten Ergänzungen keine speziellen Massnahmen zu berücksichtigen. Sie sollten aber wissen, wie die einzelnen Inhalte der Reiseapotheke anzuwenden und zu dosieren sind, damit keine Fehler passieren.

 

BEST AGERS IM URLAUB

Es mag ja mit zunehmendem Alter vielleicht etwas langsamer zu und her gehen, und nicht jeder mag im Himalaya rumklettern, aber die Welt will nach wie vor erobert werden. Viele ältere Menschen nehmen aufgrund von Grunderkrankungen Medikamente. Achten Sie deshalb darauf, dass sich die Notfallmedikamente in der Reiseapotheke mit den persönlichen Medikamenten vertragen und es nicht zu unerwünschten Wechselwirkungen kommt. Allenfalls zu berücksichtigen wäre ein Mittel gegen Kreislaufbeschwerden. Luft- und Höhenveränderungen rufen in den ersten zwei bis drei Tagen gerne leichten Schwindel oder Kreislaufbeschwerden hervor. Da ist es hilfreich, etwas Passendes aus der Reiseapotheke parat zu haben.

 

Doch für alle und überall gilt: Ganz egal wo man die Ferien verbringt, wenn die eigenen Mittel aus der Reiseapotheke nicht zum gewünschten Erfolg führen, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denken Sie auch an genügend Sonnenschutz und überprüfen Sie genug früh vor Reiseantritt, ob Impfungen aufzufrischen sind oder für die gewählte Destination neue Impfungen gemacht werden müssen (siehe dazu die Einreisebestimmungen). Ach ja, und beim Packen können Sie ruhig ein bisschen spielen: Ich fliege bald nach Spanien und pack’ in meinen Koffer Sonnencreme, Badesachen, die Reiseapotheke, die ich in meiner Drogerie habe überprüfen lassen, drei Romane, meinen Sonnenhut...

 

IHRE REISEAPOTHEKE - DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK 

Hier finden Sie hilfreiche Tipps zur punktuellen Ergänzung Ihrer Reiseapotheke. Das Personal in Ihrer Drogerie oder Apotheke wird gerne zusammen mit Ihnen die bestmögliche und individuelle Lösung finden, damit Sie unbeschwert verreisen können.

 

Magen / Darm

Ob Stein im Bauch, Durchfall oder Verstopfung, der Magen reagiert gerne auf das veränderte Essen, aber auch auf die Zeitverschiebung mit Beschwerden.

Spagyrik:                     Kamille, Fenchel, Okoubaka, Nux vomica, Wermuth

Ceres Urtinkturen:     Cynara scolymus, Taraxacum comp., Gentiana

Homöopathie:            Nux vomica, Okoubaka, Arsenicum album, Podophyllum

Schüsslersalze:           Ferrum phos., Kalium phos., Natrium cholratum, Natrium sulfuricum

Konventionell:            Durchfallpräparate mit Hefe oder Bakterienstämmen, Abführmittel

 

Insektenstiche

BZZZZZ..., Autsch!... schon ist es passiert. Wieder hat so ein Biest zugestochen. Man sollte die Stiche schnell behandeln, dann bleiben Juckreiz und Schwellung im Rahmen.

Spagyrik:                     Spitzwegerich, Tollkirsche, Lavendel, Minze, Teebaum

Ceres Urtinkturen:     Calendula, Lavandula, Ribes nigrum

Homöopathie:            Apis, Ledum, Urtica, Cardiospermum

Schüsslersalze:           Ferrum phos., Natrium chloratum[p1] 

Konventionell:            Roller oder Gels mit Antihistamin und beruhigenden Substanzen

 

Verbrennungen

Ob Sonnenbrand oder... statt der Wurst, die Finger auf dem Grill! Verbrennungen gut unter fliessendem Wasser kühlen. Es gibt gute Mittel, welche die Heilung unterstützen.

Spagyrik:                     Ringelblume, Arnika, Echinacea, Johanniskraut, Minze

Ceres Unrtinkturen:   Calendula, Echinacea

Homöopathie:            Cantharis, Arnica, Calendula, Echinacea, Urtica,

Schüsslersalze:           Ferrum phos., Natrium chloratum[p2] 

Konventionell:            Spezielle Pflaster bei Verbrennungen oder ein separates Hydrocolloidgel

 

Verstauchungen, Prellungen

Beim Spiel im Sand oder beim Wandern in den Bergen gibt es oft Verstauchungen oder Prellungen. Ein Indianer kennt zwar keinen Schmerz, aber er kennt auch die Mittel dagegen.

Spagyrik:                     Arnika, Johanniskraut, Wallwurz, Ringelblume

Ceres Urtinkturen:     Arnica Dilution, Calendula

Homöopathie:            Arnica, Symphytum, Calendula, Hypericum

Schüsslersalze:           Ferrum phos., Natrium chloratum, Calcium fluoratum[p3] 

Konventionell:            Cool-Gel, Arnika- oder Wallwurzgel, Kältespray

 

Wunden

Schnell ist die Haut abgeschürft. Und nicht nur der Wanderstock, sondern auch der Finger ist mit Schnitzereien verziert. Zusätzlich zur richtigen Wundversorgung helfen folgende Mittel:

Spagyrik:                     Arnika, Ringelblume, Johanniskraut, Echinacea

Ceres Urtinkturen:     Calendula, Echinacea

Homöopathie:            Arnica, Calendula, Hypericum

Schüsslersalze:           Ferrum phos., Natrium chloratum, Calcium fluoratum, Silicea

Konventionell:            Wundheilgel, spezielle Wundsprays, spezielle Wundauflagen oder Wundpflaster

 

Schwere Beine

Gerade die Sommerhitze macht den Beinen gerne zu schaffen. Beine hochlegen und kühle Wechselduschen helfen hier. Aber es gibt auch gute Mittel dagegen.

Spagyrik:                     Rosskastanie, Steinklee, Hamamelis, Buchweizen

Ceres Urtinkturen:     Aesculus, Melilotus

Homöopathie:            Aesculus hippocastanum, Lycopodium, Vipera, Hamamelis, Lachesis

Schüsslersalze:           Calcium fluoratum, Silicea, Natrium chloratum, Kalium chloratum

Konventionell:            Venenpräparate zum Einnehmen, Venengel, Kompressionsstrümpfe

 

 


Text: Lukas Maron, Bilder Beat Brechbühl