Gesundheit

 

Wie sieht es heute mir Ihrem Stuhlgang aus?

Über den eigenen Stuhlgang sprechen die wenigsten. Ausser man verbrachte die halbe Ferienzeit auf dem Lotus. Ansonsten ist der Stuhlgang verständlicherweise kein Thema für alltägliche Diskussionen. Dabei haben viele Menschen keinen normalen Stuhlgang.


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Gemäss Kurarzt F.X. Mayer, er war von der Wichtigkeit eines gut funktionierenden Verdauungs-und Darmsystems für unser gesamtes Wohlbefinden überzeugt, sieht ein normaler Stuhl aus-, wie eine weiche, maiskolbenartig geformte, leicht segmentierte braune Wurst, die absinkt im Wasser der Toilette. Die Darmentleerung geschieht ohne Pressen und relativ schnell ohne grosse Schmierereien um den After, was sich beim Abwischen am Papier zeigt. Mit diesem Wissen macht es nun Sinn, den eigenen Stuhl nach der Defäkation (Stuhlgang) anzusehen, bevor gespült wird. Sollte der Stuhl des Öfteren etwas ausgefranst oder «verfotzelt» aussehen, kann das ebenso auf eine mangelhafte Verdauungsleistung hinweisen-, wie das Vorhandensein noch unverdauter Nahrungsteilchen (oft bei Maissalat oder Perperoni). Die meisten Menschen achten auf ihren Stuhl erst, wenn sie sich mit Durchfall oder Verstopfung rumschlagen müssen. Auch hier lohnt es sich, genauer «hinzuschauen», was nun los ist. Es gibt sowohl für Durchfall wie auch für Verstopfung mehrere mögliche Ursachen.

Genaueres zum Durchfall
Per Definition wird bei mehr als drei Stuhlgängen pro Tag von Durchfall gesprochen, wenn der Stuhl dabei durch einen hohen Wasseranteil breiig und die Tagesmenge deutlich erhöht ist (über 250g/Tag).
Am bekanntesten ist der Durchfall als Symptom einer Magen-Darm-Infektion durch Bakterien oder Viren oder nach dem Genuss verdorbener Speisen. Dabei geht meistens Übelkeit und Erbrechen voraus. Diese akuten Durchfälle dauern in der Regel ein bis zwei Tage, bevor sich das Ganze bei entsprechender Pflege wieder langsam normalisiert.
In unseren Breitengraden stellt Durchfall meist keine grosse Gefährdung dar, ausser bei Babys, Schwangeren und alten Leuten. Da bei einem akuten Durchfall Wasser vom Körper in den Darm geführt wird, besteht bei diesen Personengruppen eine relativ grosse Gefahr des Austrocknens (Dehydrierung). Deshalb gilt es die zugeführte Flüssigkeitsmenge zu notieren und Kontakt mit dem Arzt aufzunehmen.

Was tun bei Durchfall?
Ansonsten gilt für alle Personen mit akutem Durchfall:
- Sehr häufig schluckweise trinken, eventuell mit speziellen Mineralsalzlösungen den Elektrolythaushalt aufrechterhalten,
- erst mit leicht verdaulichen Lebensmitteln beginnen, wenn das Getrunkene behalten werden kann,
- grossen Wert auf Hygiene, auch mit Handdesinfektion, legen, um eine Weitergabe der Infektion zu vermeiden.
Beim Übergang zu eher fester Nahrung lohnt sich der Weg über die Haferschleimsuppe und dann zu vorwiegend leicht stopfenden und dennoch leicht verdaulichen Lebensmitteln wie Bananen, Reis oder Zwieback.
Um eine möglichst schnelle Normalisierung der Darmtätigkeit zu erreichen, empfiehlt es sich, nützliche Helfer einzusetzen. Dazu gehören homöopathische Mittel wie das Arsenicum album, welches auch in homöopathischen Komplexmitteln für den Magen-Darm-Trakt enthalten ist. Produkte mit Medizinalhefe beeinflussen das Milieu im Darm günstig für die nicht krankmachenden Bakterien und stärken das Immunsystem. Lassen Sie sich die Möglichkeiten zeigen und erklären.

Nicht akuter Durchfall
Durchfall kann auch von anderen Ursachen herrühren-, wie Maldigestion (schlechte Verdauung) oder Stress, wobei Stress auch zu Maldigestion führen kann. In diesen Fällen von wiederkehrendem Durchfall ohne Infektion muss bei der Behandlung also stark auf die Verdauung und das Stressthema geachtet werden, was ganz andere Ansätze bei den Heilmitteln ergibt. In Ihrer Drogerie nimmt man sich gerne Zeit für Sie.

Genaueres über Verstopfung
Es gibt Menschen, die fühlen sich nach einem Tag ohne Stuhlgang schon fast krank und andere fühlen sich auch nach zwei Tagen ohne Darmentleerung noch pudelwohl. Das macht es auch etwas schwierig, zu bestimmen, wann eine Verstopfung (Obstipation) vorliegt. In der Medizin spricht man von einer Obstipation, wenn zwei der folgenden Punkte seit drei Monaten mindestens bei jeder vierten Entleerung auftreten:
- Starkes Pressen beim Stuhlen,
- klumpiger, harter, trockener Stuhl,
- das Gefühl, nicht vollständig entleert zu haben,
-  weniger als 3 Defäkationen pro Woche.
Wenn also jemand pro Woche lediglich zweimal stuhlen muss, aber keines der weiteren beschriebenen Symptome wie harter Stuhl oder die Notwenigkeit von starkem Pressen hat, kann das absolut in Ordnung sein für diesen Menschen.
Die Ursachen für Verstopfung können wie beim Durchfall vielartig sein. Der Stuhl wird hart und trocken, wenn die Verweildauer im Dickdarm zu lange ist. Die verlängerte Darmpassage kann entstehen, wenn der Stuhl oft zurückgehalten wird, weil man sich im Alltagsstress nicht genügend Zeit für den Stuhlgang nimmt. Ebenfalls verlängernd wirkt eine träge Darmmuskulatur, herbeigeführt durch zu wenig körperliche Bewegung, zu stark verarbeitete – sprich faserstoffarme – Ernährung oder Vitalstoffmangel, insbesondere von Kalium. Interessant ist, dass bei häufigem Gebrauch von bestimmten Abführmitteln Kalium vermehrt ausgeschieden wird und so indirekt Verstopfung wieder gefördert werden kann.
Eine Verstopfung kann auch durch organische Probleme wie Polypen verursacht werden. Das abzuklären ist klar Sache des Arztes. Auch wer im Stuhl Blut vorfindet und keine akuten Hämorrhoiden hat, sollte den Arzt konsultieren. Wobei dunkles geronnenes Blut dringender den Arzt verlangt als frisches helles. Ein wichtiger Faktor ist auch die Trinkmenge. Wir benötigen genügend Flüssigkeit im Körper als wichtigen Bestandteil der Verdauungssäfte (Magensaft, Pankreassaft, Galle). Auch sollte die Nahrung genügend Feuchtigkeit mitbringen. Falsch wäre es hingegen zum Essen grosse Mengen zu trinken. Dann werden die Verdauungssäfte verdünnt, was ihre Leistungskraft senken kann und so zu Maldigestionen führt.

Was tun bei Verstopfung?
Unser Verhalten im Alltag beeinflusst unsere Organfunktionen. Unser Dick- respektive Mastdarm liebt es, täglich zur gleichen Zeit zu arbeiten, in Ruhe und mit genügend Zeit, und dass seinem Ruf nach Defäkation möglichst schnell gefolgt wird.
Hektik und Stress kann auch zu Verstopfung führen, nicht nur zu Durchfall. In diesen Fällen kann die richtige Atmung (Bauchatmung) bereits Wunder bewirken.
Starkes Pressen während des Stuhlgangs sollte möglichst vermieden werden. Dies kann, vor allem in Verbindung mit einer harten Stuhlkonsistenz, die Entstehung von Hämorrhoiden oder Analfissuren begünstigen oder fördern. Um bei vorhandenen Hämorrhoiden oder Analfissuren Entzündungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, nach dem Stuhlgang desinfizierende Feuchttücher zu verwenden.
Wer etwas gegen Verstopfung nehmen will, sollte sich unbedingt in der Drogerie beraten lassen, welcher Weg der richtige ist. Es können faserreiche Quellmittel sein wie Lein-, oder weniger fettig, die Flohsamen, manchmal reicht das schon für eine entsprechende Regulierung im Darm. Wichtig dabei ist, die Samen nicht im Glas quellen zu lassen, denn das sollte im Verdauungstrakt geschehen. Also den Esslöffel Samen mit mindestens drei Deziliter stillem Wasser runterspülen. Die Flüssigkeitszufuhr ist noch wichtiger bei Kleien. Wer Weizenkleie einnimmt, sollte vier bis fünf Deziliter Wasser dazu trinken, weil die Kleie noch mehr Wasser zum Quellen benötigt. Auch Produkte mit bestimmten Zuckerarten (z.B. Lactulose), die im Darm nicht abgebaut werden und so die Feuchtigkeit im Darminneren halten, sind mild und lösen keine Gewöhnungsreaktion des Darmes aus. Diese osmotisch wirkenden Zuckerarten können auch bei Kleinkindern gut eingesetzt werden. Für einen kurzfristigen Einsatz kann bei Erwachsenen ohne Weiteres auf synthetische Wirkstoffe wie Bisacodyl oder Natriumpicosulfat zurückgegriffen werden. Auch wenn die Studien der Hersteller keine Langzeitprobleme nachweisen, ist es jedoch sinnvoll, bei längeren Verläufen auch andere Optionen zu prüfen. Pflanzlich heisst nicht automatisch problemlos, insbesondere bei Produkten, die Sennesblätter oder -früchte enthalten. Diese können bei längerer Einnahme zu einer Gewöhnung führen, was den Darm noch träger werden lässt. Eine Sonderstellung nimmt das rein pflanzliche PadmaLax ein, das durch die besondere Zusammensetzung gute Effekte-, bei sehr geringen Nebeneffekten aufweist.

Kurz zum Reizdarmsyndrom
Immer wenn man nichts findet ist es «Reizdarm». Diese lapidare und leicht abschätzige Aussage trifft durchaus zu. Denn das Reizdarmsyndrom ist eine Ausschlussdiagnose und wird getroffen, wenn Symptome wie wiederkehrende Bauchschmerzen, Wechsel von Diarrhö und Obstipation, Blähungen und zum Teil auch Migräne über längere Zeit auftreten, ohne einen klaren anderen Befund feststellen zu können, und die Symptome nach einer Defäkation bessern. Oft wird ein Teil des Darmes rausoperiert. Davor empfiehlt es sich jedoch naturheilkundliche Wege auszuprobieren.

Empfehlung:

Bei Durchfall
Immer wiederkehrender Durchfall hat andere Ursachen als der akute und muss entsprechend der Ursache auch anders behandelt werden, was Beratung verlangt.
Säuglinge, Schwangere und ältere Leute mit Durchfall sollten den Arzt informieren und die Trinkmengen notieren.

Bei Verstopfung
Erste wenn zur seltenen Defäkation noch weitere Symptome wie harter Stuhl, nötiges Rauspressen usw. dazukommen, spricht man von einer Verstopfung.
Den Lebenswandel überdenken und anpassen; Thema Bewegung, Ernährung, Trinkmenge. Wenn ein Laxans genommen wird, muss es zu den Beschwerden und zum Menschen passen. Geht gar nichts mehr, helfen Klistiere und Glycerinzäpfchen kurzfristig.
Bei Blut im Stuhl sollte der Arzt informiert werden.

Text: Patrick Seiz