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Schüsslersalze bei Erkältung

Wintertage sind ein Genuss. Aber für Körper und Immunsystem ist die trockene Winterluft eine echte Herausforderung. Wenn selbst dem eigenen Schneemann die Nase zu laufen beginnt, helfen warmer Tee und  die richtige Kombination Schüsslersalze, dem Winter die kalte Schulter zu zeigen.

Der Winter hat uns fest im Griff und mit ihm sind auch alle möglichen Erkältungskrankheiten allgegenwärtig. Im Tram, am Arbeitsplatz, in der Schule?…, überall ist unser Körper zurzeit den Erkältungsviren ausgesetzt. Warum aber machen sich Grippe, Husten und Schnupfen vor allem im Winter breit? Ein kleiner Ausflug in die Virologie und die klimatischen Einflüsse gibt Aufschluss.

Mehr Viren im Winter

Tatsächlich gibt es im Winter nicht mehr Viren als sonst auch. Aber das winterliche Klima mit der kalten, trockenen Luft begünstigt ihre Überlebensdauer. Studien zeigen, dass Viren bei einer Temperatur von unter 5 Grad Celsius und bei trockener Luft deutlich länger leben und infektiös bleiben. Zudem begünstigen diese Klimaverhältnisse auch ihre Verbreitung.
Der Mensch funktioniert wie eine Sprühdose. Beim Niesen, Husten, Sprechen und Atmen pustet er kleinste Tröpfchen Speichel und Schleim in die Luft. Die Feuchtigkeit würde die Tröpfchen zwar schnell zu Boden ziehen. Sie verdunstet jedoch in der trockenen Luft sofort, und die Viren können dadurch über lange Strecken fliegen und sich verbreiten. Deshalb kann ein Luftbefeuchter solche viralen Luftangriffe wirksam unterbinden. Neben der Ausbreitung der Viren ist das winterliche Klima aber auch für verschiedene körperliche Veränderungen verantwortlich. Winterzeit bedeutet für das Immunsystem harte Arbeit.


Heisser Tee, um an kalten Tagen die Betriebstemperatur zu halten und um wichtige Heilsubstanzen zu liefern.

Hatschi! Die Nase friert

Auch im Winter ist es wichtig, sich regelmässig an der frischen Luft zu bewegen, denn das Immunsystem lebt vom Kontakt mit der Aussenwelt und wird dadurch trainiert. Dennoch bergen auch Outdoor-Aktivitäten versteckte Schwierigkeiten: Durch die kalte Luft beim Einatmen kühlen beispielsweise die Schleimhäute aus. Um einem weiteren Temperaturverlust entgegenzuwirken, verengt der Körper sofort die Blutgefässe. Damit wird die Nasenschleimhaut schlechter durchblutet und trocknet durch die nur wenig feuchte Winterluft zusätzlich aus. Beide Faktoren stören die natürliche Barrierefunktion der Schleimhäute. So können die Viren leichter in den Körper eindringen.
Kalte Füsse und Hände verstärken die aufgezeigte Problematik, was im Umkehrschluss die durchwärmende und abwehrsteigernde Funktion von heissen Fussbädern erklärt. Ebenso zeigt sich darin die vorbeugende als auch lindernde Wirkung von befeuchtenden Nasensprays oder Nasenduschen mit Salzwasser.

Vitaminarmer Winter

nsere urzeitlichen Instinkte führen dazu, dass wir im Winter eher gehaltvolle, kalorienreiche Speisen bevorzugen. Diese halten den Körper warm und sorgen für ein schützendes Polster. Die Vitalstoffe bleiben dabei leicht auf der Strecke. Dank der modernen Transportmittel steht uns aber heutzutage glücklicherweise auch im Winter eine breite Palette an Obst und Gemüse zur Verfügung. Doch auch hier gibt es einen Haken: Die langen Lieferwege und Lagerzeiten verringern den Gehalt an Vitalstoffen. Neben einer ausgeglichenen und vollwertigen Ernährung macht aus diesem Grund eine Ergänzung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen Sinn.
Im Winter schon fast zwingend ist zudem eine Ergänzung mit Vitamin D3. Das Sonnenvitamin kann der Körper zwar mit Hilfe von Sonnenlicht selber bilden, nur ist zwischen September und Mai der Einstrahlungswinkel der Sonne in unseren Breitengraden zu flach, um diese Bildung anzukurbeln. Jede Immunzelle im Körper benötigt Vitamin D für eine gesunde Funktion und viele andere Mechanismen sind von einer optimalen Versorgung abhängig.
Sollte das Immunsystem trotz warmer Füsse und guter Vitalstoffversorgung von Erkältungsviren übermannt werden, dann ist eine schnelle und zielgerichtete Behandlung angebracht. Schnupfen ist nämlich nicht gleich Schnupfen. Das verhält sich auch bei Husten und anderen Erkältungskrankheiten so. Schüsslersalze bieten eine gute Möglichkeit, die verschiedenen Erkältungskrankheiten individuell und wirksam zu behandeln.

Schüsslersalze aktivieren und unterstützen die Selbstheilungskräfte. Die Salze können als alleinige Therapie angewendet werden, ergänzen aber auch andere alternative beziehungsweise schulmedizinische Behandlungen optimal. Mit der Einnahme von Schüsslersalzen sind keine Nebenwirkungen verbunden und sie sind somit auch für Kinder, Schwangere und ältere Personen geeignet. Die innere und die äussere Anwendung bietet viele wirksame Therapiemöglichkeiten.

Schüsslersalze im Einsatz

Je nach Beschwerdebild oder Krankheitsverlauf kommen andere Schüsslersalze zum Einsatz. Wichtig ist, dass immer jenes Schüsslersalz eingesetzt wird, das die akutesten Symptome beziehungsweise den akutesten Mangel bekämpft. So ist es für die Behandlung wichtig, den Krankheitsverlauf zu beobachten und auch Bronchial- oder Nasenschleim in Farbe und Konsistenz zu beurteilen. Ebenso kann der Verlauf der Körpertemperatur wichtige Hinweise geben, welche Salze angezeigt sind.

Bei Fieber sollte zunächst das Schüsslersalz Nr. 3 Ferrum phosphoricum eingenommen werden. Bei beginnender Erkältung und Fieber, bei akuten Erkrankungen der Atemwege und zur Unterstützung des Immunsystems ist Ferrum phosphoricum das Mittel der Wahl. Steigt das Fieber auf über 38,5 Grad Celsius, wird als Folgemittel das Schüsslersalz Nr. 5 Kalium phosphoricum eingesetzt.
Bei Schüttelfrost kann zusätzlich die Nr. 8 Natrium chloratum gegeben werden, um den Flüssigkeitshaushalt zu harmonisieren. Die meisten Erkältungen beginnen mit dem typischen Kratzen im Hals. Wohin sich die Viren in der Folge ausbreiten, bestimmt den weiteren Krankheitsverlauf. Bei einer sogenannten absteigenden Infektion breiten sich die Viren in die unteren Atemwege aus. Husten ist die Folge.
Dieser ist in den ersten drei Tagen meist trocken und der Hustenreiz äusserst unangenehm. In diesem Stadium sollte Schüsslersalz Nr. 3 Ferrum phosphoricum in Kombination mit Nr. 8 Natrium chloratum eingesetzt werden. Als extra Unterstützung eignet sich von den Ergänzungssalzen die Nr. 20 Kalium Aluminium sulfuricum. Gerade Reizhusten neigt zu krampfartigen Hustenanfällen, auch hier hilft die Nr. 20. In Kombination mit der Nr. 7 Magnesium phosphoricum kann sich die Atemmuskulatur entspannen.​

Schleimige Erkältungskrankheiten

Nase und Bronchien bilden natürlicherweise Schleim, um damit Staub und Erreger zu binden und aus den Atemwegen zu entfernen. Durch den Befall mit Erkältungsviren produzieren die entsprechenden Zellen nach der anfänglich trockenen Phase nun vermehrt Schleim, der je nach Krankheitsverlauf in seiner Konsistenz und Farbe variiert. Dementsprechend werden die Schüsslersalze zur Behandlung ausgewählt. 
Bei Fliessschnupfen mit wässrigem, klarem Sekret, das wie Wasser aus der Nase läuft, kann die Nr. 8 Natrium chloratum das Flüssigkeitsgleichgewicht wiederherstellen.

Schnupfen und Husten mit weisslicher Sekretbildung verlangen nach Nr. 4 Kalium chloratum. Dieses Salz besitzt schleimlösende Eigenschaften und unterstützt den Aufbau und die Regeneration der Schleimhäute. Fortgeschrittene Grippe ist ein weiteres Einsatzgebiet.
Wenn die Erkältung schleppend verläuft, dickt der Schleim langsam ein und kann verhocken. Stockschnupfen, Stirn-Kieferhöhlenkatarrh und Bronchialhusten mit zähem, grün-gelblichem Schleim sind die Folge. In diesen Fällen kommt Schüsslersalz Nr. 6 Kalium sulfuricum zum Einsatz. Es wirkt schleimlösend und unterstützt das Abhusten.
Ergänzend kann bei chronischen Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel Allergien oder Asthma die Nr. 22 Calcium carbonicum helfen. Sie unterstützt das Immunsystem und hat positive Einflüsse auf den Schleimhautstoffwechsel sowie den körpereigenen Energiehaushalt. Im Weiteren wird auch die Nr. 24 Arsenum jodatum für dieses Krankheitsbild empfohlen. Durch dieses Salz verbessert sich die Lungenfunktion und die Atmung wird harmonisiert.​
Verstärken Sie den Quark-, Kartoffel- oder Zwiebelwickel mit Schüsslersalz und geben Sie dem Körper damit zusätzliche Heilungsimpulse. Zerdrücken Sie dazu zehn Tabletten mit einem Holz- oder Plastiklöffel und mischen Sie das Pulver mit der Wickelgrundlage. Streichen Sie die Mischung auf ein dünnes Tuch, überschlagen Sie es und fixieren Sie den Wickel an der betroffenen Stelle. Es gibt auch einen Trick für unterwegs oder wenn es schnell gehen muss: Dann kann man ganz einfach Kartoffelbalsam aus der Tube auftragen und mit einem Tuch abdecken.​

Dicker Hals und taube Ohren

Rachenentzündungen mit Halsschmerzen sind unangenehm. Als akutes entzündungshemmendes Mittel hilft Nr. 3 Ferrum phosphoricum, welches auch äusserlich angewendet werden kann. Bessern die Halsschmerzen nach zwei bis drei Tagen nicht spürbar, kann zu Nr. 4 Kalium chloratum gewechselt werden. Dieses wird auch bei immer wiederkehrenden Mandelentzündungen eingesetzt. Sollte die Halsentzündung eitrig werden, ist zwingend ein Arzt aufzusuchen. Unterstützend können dann die Schüsslersalze Nr. 6 Kalium sulfuricum und Nr. 12 Calcium sulfuricum eingenommen werden.
Ohrenschmerzen betreffen vor allem Kinder und rühren meist von entzündlichen Vorgängen im Gehörgang oder im Mittelohr her. Auch hier ist eine schnelle Ent-zündungshemmung mit Nr. 3 Ferrum phosphoricum angebracht, dazu im Wechsel Nr. 8 Natrium chloratum. Gegen die Schmerzen hilft die Einnahme von Nr. 7 Magnesium phosphoricum in heissem Wasser aufgelöst. 
Nr. 10 Natrium sulfuricum wird zur Nachbehandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt. Es leitet Schadstoffe und körpereigene Abfallstoffe (zum Beispiel abgestorbene Zellen) aus dem Körper und entlastet den Stoffwechsel und das Immunsystem. Nr. 10 unterstützt das Immunsystem und mindert das Gefühl von Schlappheit. Um dem Immunsystem zu einer Auffrischung zu verhelfen, ist eine Immun-Aufbaukur mit den Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 8 Natrium chloratum und Nr. 10 Natrium sulfuricum angezeigt. Weiter kann das Immunsystem zusätzlich mit Ergänzungssalzen gestärkt werden. Nr. 21 Zincum chloratum hilft dem Körper, vermehrt Zink aus der Nahrung aufzunehmen. Zink spielt übrigens eine zentrale Rolle in der Immunabwehr und wird vom Körper für die Bildung weisser Blutkörperchen benötigt. Ausserdem hilft Zink dem Körper, belastende freie Radikale zu neutralisieren.
Nr. 26 Selenium fungiert als Radikalfänger und dient dem Zellschutz. Daneben benötigt die Leber Selen, um eine optimale Entgiftungsfunktion aufrechtzuerhalten. Wenn Zellschutz und Entgiftung richtig funktionieren und sich ergänzen, wird die körpereigene Abwehr weniger stark belastet und kann ihre eigentliche Funktion wahrnehmen.

Äussere Anwendung bei Erkältung

Schüsslersalze können auch äusserlich angewendet werden. Diese Anwendung ergänzt die innere Therapie sinnvoll. Die Kombination beider Anwendungsformen kann die Wirkung verstärken. Bei der äusseren Behandlung von Erkältungskrankheiten werden die Schüsslersalze vor allem als Bäder, Salbe oder Wickel eingesetzt. Für ein Vollbad werden zwanzig Tabletten von den Nummern 3, 4 und 6 im heissen Badewasser aufgelöst. Anschliessend badet man zehn bis zwanzig Minuten. Auf die Zugabe weiterer Badezusätze sollte verzichtet werden, diese könnten die Mineralstoffaufnahme behindern.
Bei Husten können die Cremes von Nr. 4 und Nr. 6 als Bronchialbalsam auf Brust und Rücken aufgetragen werden. Die Beigabe von Schüsslersalzen verstärkt auch die klassischen Erkältungswickel aus Quark, Zwiebeln oder Kartoffeln. Da bei all diesen Anwendungen keine ätherischen Öle verwendet werden, eignet sich die äussere Therapie auch für Kleinkinder, Schwangere und Menschen mit sehr empfindlicher Haut oder Hautkrankheiten.

Schüsslersalze für den Winter

  • beginnende Erkältung
  • Fieber
  • akute Erkrankungen der Atemwege
  • fortgeschrittene Grippe
  • häufige Mandelentzündungen
  • Schnupfen und Husten mit klarer bis weisslicher Sekretbildung
  • bei Fieber über 38,5° C
  • langwierige Erkältungskrankheiten
  • Stockschnupfen
  • Stirn-Kieferhöhlenkatarrh 
  • Bronchialhusten mit zähem, grün-gelblichen Sekret
  • zur Nachbehandlung von Erkältungskrankheiten
  • Ausleitung von Giftstoffen
  • Reizhusten
  • Heiserkeit
  • trockene Schleimhäute
  • stärkt das Immunsystem
  • langwierige Atemwegserkrankungen
  • Asthma
  • unterstützt das Immunsystem bei besonderer Anfälligkeit
  • langwierige Atemwegserkrankungen
  • verbessert die Lungenfunktion
  • reguliert den Wärmehaushalt
  • stärkt das Immunsystem
  • Zellschutz

Dosierung

ca. alle fünf bis zehn Minuten jeweils eine Tablette der gewählten Nummer einnehmen. Die Tabletten können auch im zusammen im Wasser gelöst werden (je zehn Tabletten auf ca. 1/2 Liter Wasser, schluckweise trinken).
drei Mal täglich je zwei Tabletten, Ergänzungsmittel drei bis sechs Tabletten täglich.

Optimale Ergänzungen

Schüsslersalze können problemlos mit anderen Therapiemassnahmen kombiniert werden. Heilkräutertee, Pflanzentinkturen, spagyrische Essenzen und Gemmo-Mazerate, aber auch schulmedizinische Präparate und Vitalstoffe ergänzen die Anwendung von Schüsslersalzen optimal. Was sich zuerst anhört wie ein Rezeptbestandteil für den Sonntagsbraten, sind Heilkräuter, die bei den verschiedenen Erkältungskrankheiten seit jeher genutzt werden. Als Beispiele dienen hier bekannte Kräuter wie Thymian als klassisches Hustenkraut oder die Küchenzwiebel, die bei Schnupfen und Ohrenbeschwerden zum Einsatz kommt. Aus Holunder gewinnt man nicht nur feine Konfitüre, die Blüte und das Kraut besitzen zudem schleimlösende und fiebersenkende Eigenschaften.
Ein hochwirksamer «Heilungsbooster» sind die Gemmo-Mazerate aus den Knospen der schwarzen Johannisbeere und der Hagebutte. Sie eliminieren Giftstoffe, stärken das Immunsystem, erhöhen die Kälteresistenz und wirken stark entzündungshemmend. Zudem verstärken sie die Wirkung anderer Therapien.

Warmer Tee an kalten Tagen

Es ist an der Zeit, mit dem Märchen vom heissen Rum aufzuräumen, der alles, vor allem Erkältungen, lindern soll. Bei Erkältungsanzeichen sollte darauf verzichtet werden, denn er belastet den Körper und das bereits geschwächte Immunsystem nachhaltig. Besser ist eine Tasse heissen Tees, um an kalten Tagen die Betriebstemperatur zu halten, aber auch, um dem Körper wichtige Heilsubstanzen zur Gesunderhaltung zu liefern. Für die Winter-Teemischung kommen viele verschiedene Kräuter in Frage. Thymian, Spitzwegerich, Schlüsselblume, Süssholz, Salbei und Lindenblüte sind nur ein paar Beispiele aus dem grossen Schatz an Heilkräutern.
Ein kleiner Tipp noch zum Abschluss: Peppen Sie den Tee mit frischer Ingwerwurzel, Holundersaft oder Honig auf. Denken Sie aber daran, dass Honig nur in lauwarme Getränke eingerührt werden soll. So bleiben die einzigartigen Inhaltsstoffe erhalten.

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl

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