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Schulmedizin gegen Grippe und Erkältung

Die Natur hält viel Gutes zur Behandlung von Grippe und Erkältungen bereit. Aber auch die Natur stösst an Grenzen, und es bedarf chemischer Heilmittel oder man möchte aus verschiedenen Gründen auf natürliche Heilmittel verzichten.

Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, die klassischen Symptome einer Grippe, können mit chemischen Wirkstoffen gelindert werden. Dies macht bei hohem Fieber (über 39°) und starken Schmerzen durchaus Sinn, sonst sollte man aber nach Möglichkeit dem Körper die Genesung überlassen. Als Mittel der Wahl kommt hier Paracetamol zum Einsatz. Dieser Wirkstoff weist ein relativ geringes Nebenwirkungspotenzial auf und ist gut verträglich, auch für Kinder. Ibuprofen als weiterer bekannter Wirkstoff wirkt ebenso fiebersenkend und schmerzstillend. Acetylsalicylsäure als einer der ersten schmerzstillenden und fiebersenkenden Wirkstoffe auf dem Markt wird heute wegen des relativ grossen Nebenwirkungspotenzials weniger verwendet. Zeigen Schmerzen und Fieber trotz Behandlung innerhalb von drei Tagen keine Besserung, ist ein Arztbesuch angezeigt. 

Vorsicht, Nebenwirkungen!

Hustenreizstillende Produkte sollten nur bei echtem Reizhusten und nach Vorschrift angewendet werden. Butamirat und Noscapin sind relativ nebenwirkungsarme Wirkstoffe. Bei Dextrometorphan und dem bekannteren Codein ist Vorsicht geboten. Sie weisen neben der reizstillenden Wirkung auch ein erhebliches Suchtpotenzial auf, und die Neben- und Wechselwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Setzen Sie Hustenstiller ab, sobald sich Schleim bildet. Andernfalls verursachen Sie einen Schleimstau, und die Symptome verschlimmern sich. Bei einem produktiven Husten eignen sich chemische Schleimlöser aus Acetylcystein, Carbocystein und Bromhexin. Sie zerteilen den zähen Schleim in kleine Stücke oder fördern die Produktion von dünnflüssigem Sekret, damit das Abhusten leichter wird. Leichte Magenreizungen sind die häufigste Nebenwirkung, deshalb sollten solche Produkte nicht mit anderen magenreizenden Medikamenten kombiniert werden. Bekannt sind auch wirkungsmindernde Wechselwirkungen mit Antibiotika. Deshalb ist ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Stunden bei der Einnahme einzuhalten.

Massvolles Sprayen – Ihrer Nase zuliebe

Bei Schnupfen schwellen die Nasenschleimhäute an und behindern die Atmung. Chemische Nasensprays und -tropfen enthalten deshalb gefässverengende Wirkstoffe, welche die Nasenschleimhaut abschwellen lassen. Solche Präparate sollten nicht länger als fünf bis sieben Tage angewendet werden. Bei einer längeren Anwendung besteht die Gefahr, dass bei nachlassender Wirkstoffkonzentration die Nasenschleimhaut über ihr normales Mass anschwillt. Dies führt zu einem Teufelskreis und zu einer Abhängigkeit solcher Präparate. Bei allergischem Schnupfen sowie bei einer trockenen Nasenschleimhaut dürfen gefässverengende Präparate nicht verwendet werden. Benutzen Sie in solchen Fällen spezielle Präparate mit antiallergischen Eigenschaften oder befeuchtende Präparate auf Salzbasis. 


Auch Inhalieren hilft, die Nase zu befreien.

Halsschmerzen betäuben und desinfizieren

Bei Halsschmerzen ist von Betroffenen in erster Linie eine schnelle Schmerzstillung erwünscht. Dies wird durch ein lokales Betäubungsmittel wie z.B. Lidocain erreicht. Weiter werden diverse desinfizierende Substanzen eingesetzt, welche antibakterielle oder/und antivirale Eigenschaften aufweisen. Halsschmerzpräparate sind in der Regel relativ nebenwirkungsarm. Leichte Beeinträchtigungen des Geschmacksempfindens können durch die lokalen Betäubungsmittel ausgelöst werden. Eine Verstärkung bereits vorhandenen Trockenheitsgefühls sind Folgen der desinfizierenden Zusätze. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte eher auf Sprays oder Mundspülungen zum Gurgeln zurückgreifen. Da bei dieser Anwendung nur sehr wenige Wirkstoffe in den Magen gelangen, wird dieser weniger belastet als mit Lutschtabletten.

Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten

Generell ist es wichtig, sich an die Dosierungsvorschriften zu halten. Wenn Sie das Gefühl haben, das Medikament wirke zu stark oder zu schwach, sprechen Sie mit einer Fachperson. Kombinieren Sie nicht willkürlich verschiedene Medikamente miteinander und informieren Sie die beratende Person beim Kauf neuer Produkte über Medikamente, die Sie bereits einnehmen. Sie verhindern so gefährliche Wechsel- und Nebenwirkungen. In Ihrer Drogerie werden Sie individuell über die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten, Wechsel- und Nebenwirkungen informiert.

Text: Lukas Maron, Bilder: SeanPrior / ClipDealer

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