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Wenn der Körper Wellentäler bildet.

Cellulite

Lange, schlanke Modelbeine mit samtiger, glatter Haut sind der Traum vieler Frauen. Leider bleibt es häufig nur beim Traum, da viele Frauen von Cellulite geplagt sind. Betroffen können dabei auch Po, Bauch und Hüfte sein.

Lebten die Frauen von heute im Jahrhundert des Malers Rubens und seinen Künstlerkollegen, wäre Cellulite wohl kein Thema. Oder mindestens ein positiv behaftetes. Denn das Schönheitsideal der damaligen Zeit war ein völlig anderes. Die abgebildeten, hüllenlosen Grazien des Rubens zeigten an den fülligen Oberschenkeln, an Po und Bauch Dellen, welche die meisten Frauen der Neuzeit verzweifeln liessen. Cellulite ist heute nicht nur in der Fachpresse omnipräsent, sondern vor allem in den Boulevardmedien. Hämisch wird in letztgenannten über C-Promis gelästert und nicht selten ohne Erbarmen mit Teleobjektiven auf körperliche Schwachstellen fokussiert, was in gesitteteren Medien mittels Bildbearbeitung aufpoliert würde. 

Inzwischen ist die im Volksmund genannte Orangenhaut ein Thema für unzählige Wirtschaftszweige geworden. Weltweit wird der Umsatz mit Cremes, Unterdruckkuren, Gels, Ölen, Vitaminen, Wickeln und Reizstrom gegen das lästige Übel auf über sechs Milliarden Franken jährlich geschätzt. Wobei äusserliche Anwendungen mit Cremes oder Gels durchaus die innerlichen Behandlungen wie etwa die Darmsanierung unterstützen können. Denn diese sorgen für ein gut durchblutetes Gewebe und verfeinern das Hautbild. Aber auch die Betreiber von Fitness-Studios mischen mit dem Problemzonengymnastik-Angebot «Bauch, Beine, Po» kräftig mit. In der Regel wollen die Betroffenen dort nicht die transversen Bauchmuskeln stärken, sondern hoffen darauf, dass die wabenförmigen Muster an Gesäss und Schenkeln etwas von ihrer dreidimensionalen Plastizität verlieren.

Vor allem Frauen betroffen 

Immerhin haben etwa achtzig Prozent der Frauen mit dem Problem der Cellulite zu kämpfen. Fälschlicherweise wird die Cellulite oft Zellulitis genannt, was ein entzündlicher Prozess des Unterhautgewebes ist. Für die Betroffenen nicht wirklich tröstend mag der Hinweis sein, dass die unschönen Dellen keine Krankheitserscheinung sind. Vielmehr sind sie eine biologisch bedingte Veränderung des weiblichen Bindegewebes, das zu einem rein ästhetischen Problem werden kann. Betroffen ist vorwiegend der weibliche Teil der Bevölkerung, weil die Bindegewebefasern der Frau für die Schwangerschaft eine höhere Dehnbarkeit und eine geringere Stabilität aufweisen als jene der Männer. Medizinisch entstehen die Dellen durch die strukturelle Veränderung des Bindegewebes. Eine Schwäche der Bindegewebefasern führt dazu, dass Unterhautfettgewebe in höhere Hautschichten vordringt – die Fasern halten die Fettpartikel säulenförmig zusammen. Das Ergebnis ist eine grobporig gemusterte, noppenartige Hautoberfläche wie bei frischen Orangen. Daher der Begriff «Orangenhaut». Zusätzlich sammelt sich vermehrt Bindegewebswasser in den oberen Hautschichten an, und der Fettgewebeaufbau verändert sich. Ein grosser Teil der Bindegewebsveränderung beruht auf einer genetischen Veranlagung. Zur Vorbeugung oder Verminderung sind zahlreiche medizinische, alternativmedizinische und kosmetische Behandlungsmethoden entwickelt worden. Eine Möglichkeit, das Bindegewebe zu stärken, ist die regelmässige Einnahme von Silicium.


Als natürliche Quelle von Silicium gilt der Bambus.

Raus aus der Übersäuerung 

Und dennoch können Frauen bei einer ausgeprägten Dellen-Neigung etwas tun – ohne obskure Rüttel-Schüttel- und Vakuumgeräte. Sei es mittels Ernährungsumstellung, Nahrungsergänzung oder Darmsanierung. Erwiesen ist ausserdem, dass die Cellulite eher bei Frauen mit Übergewicht, Überernährung und Bewegungsmangel auftritt. Bewegung aller Art und Gewichtsreduktion verringern zumindest die Intensität des Wabenmusters. Als Hauptursache der Cellulite gilt in den meisten Fällen die permanente Übersäuerung des Körpers durch ungesunde Ernährung verbunden mit Stress und fehlender Entschlackung. Vielmehr sollte nebst einer Darmsanierung mittels Einläufen für einen ausgeglichenen Säure-Basen- Haushalt gesorgt werden. Entsprechende Produkte, z. B. Basenpulver, sind in den meisten Drogerien zu finden. Eine Umstellung in der Ernährung durch eine Reduzierung der Säure bildenden Lebensmittel (20%) wie Fleisch, Süsswaren, Alkohol und Kaffee zugunsten von basenreicher Kost (80%) wie Obst und Gemüse ist zusätzlich hilfreich. Kompetente Beratung dazu gibt es in Drogerien von Fachpersonen, die im Darmsanierungs- und Säure- Basen-Bereich entsprechend geschult sind. Daneben sollte zur Lösung vorhandener Schlacken viel getrunken werden (Wasser, Tee). Die Auslösung gelöster Schlacke kann durch gezielte Massagen oder durch eine Lymphdrainagebehandlung optimiert werden.

Text Lilo Lévy, Bilder: © Ralf-Udo Thiele - Fotolia.com

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