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Bewegung stärkt das Immunsystem

Unser Darm beeinflusst massgeblich unser Immunsystem. Gerade im Winter ist dies von Belang. Das steht auch in Zusammenhang mit den körpereigenen Abwehrkräften. Stärken Sie diese, so halten Sie sich die Viren und Bakterien vom Hals.

Die trockene, kalte Luft des Winters wie auch die geheizte trockene Luft in unseren Häusern überfordern oft unsere ersten, körpereigenen Abwehrlinien – die Schleimhäute der Nase, des Rachens und der Luftröhre. Diese trocknen aus, wodurch Viren und Bakterien einfacher über die geschwächten Schleimhäute eindringen und uns krank machen.

Die Rolle der Darmflora

Trockene Luft ist nur ein Faktor, der unsere Schleimhäute und somit einen Teil unseres Immunsystems beeinflusst. Ein viel wichtigerer Faktor ist der Zustand unseres Darmes: Wie steht es um die Darmflora und die Darmschleimhaut? Wir wissen mittlerweile, dass unser Gehirn mit der Darmflora kommuniziert und rund 80 % der Immunzellen im Darmtrakt zu finden sind. Der Schluss liegt deshalb nahe, dass Funktionsstörungen im Magen-Darm-Trakt einen direkten Einfluss auf unser Immunsystem ausüben. Eine Funktionsstörung liegt zum Beispiel bereits bei Blähungen vor. Diese entstehen, wenn etwas Gegessenes nicht wie vorgesehen abgebaut, sondern durch unerwünschte Prozesse vergoren wird. Durch diesen Prozess entstehen Gase (Blähungen) und Gärungsprodukte, welche zum Beispiel auch die Nerven stören oder den pH-Wert im Darm verschieben. Das wiederum stört die Balance der Darmbakterien, führt zu weiteren falschen «Verdauungsprozessen» und schwächt unser Immunsystem. Alles was unseren Magen-Darm-Trakt beeinflusst, wirkt auch indirekt auf unsere Abwehrkräfte. Dadurch ist auch der Zusammenhang zwischen Stoffwechsel und Immunsystem offenkundig. Wobei unter Stoffwechsel der Abbau von Nahrung und von körpereigenen Stoffen aus den Nahrungsstoffen gemeint ist, aber nicht nur. Es handelt sich auch um den Um- und Abbau von Stoffen, die nicht direkt mit der Verdauung zusammenhängen, wie zum Beispiel bei der Energiegewinnung, der Atmung oder der Ausscheidung von Stoffen. Fast alles, was wir täglich tun, beeinflusst unseren Stoffwechsel: was und wie wir essen, wie wir unsere Nahrung zubereiten, wie wir unsere Spannungs- und Entspannungsphasen einteilen, aber auch wie unsere Ausscheidungsprozesse in Darm, Niere, Haut, Atmung und Leber funktionieren.


80% der Immunzellen sind im Darmtrakt zu finden

Auch im Winter in Bewegung bleiben

Im Winter geht es nicht in erster Linie darum, zu entschlacken. Das sollte im Frühling von März bis April gemacht werden. Dennoch beeinflusst der Winter unser Verhalten stark. Viele Menschen bewegen sich in dieser Jahreszeit deutlich weniger, vor allem draussen oft nicht. Sowohl körperliche Bewegung wie auch die frische Luft beeinflussen unseren Stoffwechsel positiv. Wir wissen doch: schlechtes Wetter gibt es nicht, nur schlechte Kleidung. Also nichts wie raus bei Wind und Wetter! Auch ohne zu entschlacken macht es Sinn, seinen Stoffwechsel zu pflegen. Wer bereits Symptome spürt wie die erwähnten Blähungen oder Völlegefühle, Krämpfe, eine Schwere im Bauch, saures Aufstossen oder Probleme mit dem Stuhlgang kann diese geziehlt angehen. Die Palette der natürlichen Heilmittel hierfür ist sehr breit. In Ihrer Drogerie oder Apotheke erhalten Sie eine kompetente Beratung.

Vorsicht mit Antibiotika

Erkältungskrankheiten in allen Ausprägungsformen gehören zum Winter wie auch die alljährliche Grippe. Diese können jedoch sehr unterschiedlich ausfallen in Bezug auf Intensität und Verbreitung.
Bei starken Erkältungserkrankungen wie auch Husten oder Halsschmerzen setzt man heute – wenn überhaupt – möglichst wenig Antibiotika ein. Antibiotika können zu einer beträchtlichen Darmdysbiose (Fehlverteilung der Darmflora) führen und so unser Immunsystem schwächen. Dies kann sich wiederum in wiederkehrenden Erkrankungen oder Infekten an anderen Organen wie der Blase oder der Scheide auswirken. Sind Antibiotika unvermeidlich, dann sollten parallel zur Einnahme immer die Darmflora wie auch die Leber- und eventuell auch die Nierenfunktion gestärkt werden. Zur Darmflorastärkung reicht ein entsprechendes Joghurt  aber kaum. Hier sind höher dosierte Mittel ratsam. Eine sehr gute Leberpflege kann mit Mariendisteln oder deren Präparate erfolgen. Für die Nierenpflege bieten sich entsprechende Tees an.


Antibiotika können zu einer beträchtlichen Darmdysbiose führen und so unser Immunsystem schwächen.

Darmschleimhaut stärken

Früher wurden Personen mit verschleimtem Husten ein Einlauf gemacht, um das System zu entlasten – damit hatte man auch effektiv Erfolg. Heue sind Einläufe leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Dabei ist es sehr plausibel, dass man mit der Pflege der Darmschleimhaut auch die Lungenschleimhaut pflegt. Pragmatisch betrachtet, stellt die Lunge nichts anderes dar, als ein Seitenraum des Verdauungstraktes. Wohlverstanden – ein Seitenraum mit hochspezifischen Funktionen. Von der Entwicklung her hängen diese Schleimhäute zusammen. Wer Bitterstoffe einsetzt, um den Stoffwechsel zu verbessern (gesteigerte Sekretion der Verdauungssäfte, verstärkte Lebertätigkeit, gesteigerte Ausleitung von «Abfallstoffen» etc.), stärkt damit generell die Schleimhäute und insbesondere auch die Lunge. In welcher Form die Bitterstoffe einzusetzen sind, erfahren Sie am besten in der Drogerie. Lassen Sie sich auch beraten, wie sie Ihre Darmflora wieder ins Lot bringen. Da spielt das individuelle Befinden eine wichtige Rolle. Das Gleiche gilt für das Vitamin A (gut für den Schleimhautaufbau), Vitamin D (wichtig für die Zellen des Immunsystems) und für die essentiellen Fettsäuren (angezeigt bei trockenen Schleimhäuten und Häuten).  

Keine Diät im Winter

Selbstverständlich hilft es dem Stoffwechsel, wenn massvoll gegessen wird. Aus naturheilkundlicher Sicht sollte jedoch von einer Reduktionsdiät im Winter abgesehen werden. Das bedeutet, dass so viel an Energie zugeführt, wie auch tatsächlich verbraucht wird. Auf keinen Fall weniger. Denn eine Reduktion schwächt den Körper genauso wie ein Entschlacken. Doch im Winter sollte der Körper nicht zusätzlich geschwächt werden. Vielmehr sollten die Schleimhäute mit genügend Trinken und einem guten Stoffwechsel gestärkt werden, damit die Bakterien und Viren keine  Chance zur Entfaltung bekommen.

Text: Patrick Seiz​​, Bilder: Beat Brechbühl

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