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Ginkgo - Mehr Leistung für Ihr Hirn

Der Einkaufszettel ist zu Hause geblieben, der Name des Nachbarn will Ihnen nicht einfallen und beim Kreuzworträtsel bleiben mehr Lücken offen als früher. Dies sind Zeichen einer nachlassenden Konzentration und Merkfähigkeit. Was können  Sie für Ihr Hirn tun?

Das menschliche Hirn ist eine enorm komplexe Funktionseinheit, zu der auch das Gedächtnis gehört. Ähnlich dem Speichermedium eines Computers werden im Gedächtnis für kurze oder längere Zeit Informationen gespeichert. Diese Funktion nimmt mit zunehmendem Alter ab und bekannte Symptome wie Vergesslichkeit und nachlassende Konzentration treten auf. Damit die Zusammenhänge verständlicher werden, nehmen wir zuerst das Gedächtnis genauer unter die Lupe.

Das Gedächtnis – unbegrenzte Datenspeicherung

Per Definition ist das Gedächtnis die Fähigkeit des Nervensystems, Informationen, die von Lebewesen aufgenommen werden, zu behalten, zu ordnen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzurufen. Die gespeicherten Informationen ergeben sich aus bewusst oder unbewusst gesteuerten Lernprozessen und verbleiben mehr oder weniger lang im Gedächtnis. Das Gedächtnis selber verteilt sich über verschiedene Hirnareale. Erst deren Zusammenspiel führt zu einer speziellen Vernetzung der  Nervenzellen und somit zur Speicherung der Information. Je nach Inhalt der Information werden andere Areale aktiviert und benötigt. Dank dieser Funktionsweise ist es möglich, eine praktisch unbegrenzte Menge an Informationen zu speichern.

Allerdings hat nur das Langzeitgedächtnis eine unbegrenzte Speicherkapazität. Wie der Name schon sagt, werden die Daten im Kurzzeitgedächtnis nur für eine begrenzte Zeit gespeichert und gehen danach wieder verloren oder werden ins Langzeitgedächtnis überführt. Damit eine neue Information im Langzeitgedächtnis gespeichert und bewahrt wird, muss der Informationsinhalt immer wieder abgerufen und aktiviert werden. Üben heisst also eins der Zauberworte, um das Gedächtnis fit zu halten. 

Gewisse Informationen gehen mit der Zeit verloren, sprich vergessen oder werden von wichtigeren Ereignissen überlagert. Für die einen ist Vergessen ein Verlust und ein Einschnitt, für andere ist es ein Segen. Klar, was wir umgangssprachlich mit vergessen meinen, betrifft eher mühsame Dinge, wie der vergessene Einkaufszettel, etc. Das Gehirn vergisst aber dauernd, automatisch und von uns unbemerkt Informationen und erspart sich somit unwichtige Arbeit. Dadurch steht dann mehr Gehirnleistungskapazität für wichtige Denkprozesse zur Verfügung. Vergessen hat also durchaus auch positive Aspekte.  Zwischendurch etwas zu vergessen ist ganz normal. Erst wenn die Vergesslichkeit ein normales Mass übertrifft und gehäuft auftritt, spricht man von nachlassender Merkfähigkeit oder nachlassender Hirnleistung.


Ähnlich dem Speichermedium eines Computers werden im Gedächtnis für kurze oder längere Zeit Informationen gespeichert.

Hirntraining und Co. 

Wie bereits oben erwähnt ist das Wiederholen von Informationen unabdingbar für eine optimale Hirnleistung. Wie sonst wäre es uns möglich zu laufen, Rad zu fahren oder zu sprechen. Schon im Kleinkindalter trainieren und lernen wir immer wieder Bewegungs- und Sprachabläufe, bis sie gespeichert und automatisiert sind. Später lernen wir für die Schule, die Ausbildung, für Prüfungen und im weiteren natürlich für das Leben. Und immer wieder zeigt sich: Was für eine spätere Wiedergabe gespeichert werden soll, muss unzählige Male geübt werden. Modern spricht man von Hirnjogging oder Gedächtnistraining. Tausende Bücher und Computerspiele zu diesem Thema sind auf dem Markt. Ein Thema also, das die Menschheit beschäftigt und das nicht nur seit heute. Wir vergessen nämlich, dass das gute alte Kreuzworträtsel, das Memory-Spiel, Schach oder auch Jassen bewährte Methoden des Gedächtnistrainings sind. Alles Trainingsmethoden also, die schon lange vor dem modernen Hirnjogging unser Gedächtnis fit und leistungsfähig erhalten haben. Durch all diese Übungen wird die Gedächtnisleistung massiv verbessert. Für eine optimale Funktionsfähigkeit benötigt das Hirn aber auch genügend Sauerstoff. 

Sauerstoffversorgung verbessern 

Sauerstoff wird im Körper bekanntlich durch das Blut transportiert. Wer oft kalte Füsse und Hände hat, bei dem ist die Durchblutung in den äussersten Teilen des Körpers verschlechtert. Darunter leidet die Sauerstoffversorgung des Gewebes, insbesondere auch des Hirns. Ebenso nimmt die Durchblutung ab, wenn die Blutgefässe mit zunehmendem Alter Ablagerungen aufweisen und dadurch enger werden. Man spricht dann von einer sogenannten Arteriosklerose. Deshalb ist das Beschwerdebild der nachlassenden Merkfähigkeit öfters auch mit leichtem Schwindel verbunden. Viel Bewegung an der frischen Luft hilft die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung zu verbessern. Auch den Gefässveränderungen der Arteriosklerose kann durch genug Bewegung entgegengewirkt werden. Wer viel draussen unterwegs ist, ist sicher schon mal dem Ginkgobaum mit seinen speziell geformten Blättern begegnet oder hat gar selber einen im Garten. 

Ginkgo – Wanderer zwischen den Zeiten 

Der Ginkgo ist eine Baumart, die in China beheimatet ist und zu den urtümlichsten Pflanzen der Erde gehört. Schon seit rund 200 Millionen Jahren ist er auf unserem Planeten heimisch. Im Pflanzenreich nimmt der Ginkgo eine Sonderstellung ein. Der Ginkgo ist weder ein Nadelbaum noch ein Laubgehölz, sondern gehört zu den nacktsamigen Palmfarnen. Sein ganzer Aufbau spiegelt ein frühes Stadium der Evolution wieder. Er ist das einzige, noch lebende Bindeglied zwischen Farnpflanzen und höheren Pflanzen; eine Art lebendes Fossil also. Heute wird der Ginkgo auf der ganzen Welt vor allem als Park- und Zierbaum angepflanzt. Er ist enorm robust gegenüber schädlichen Umwelteinflüssen wie beispielsweise Abgase und hat sogar den Atombombenangriff auf Hiroshima überlebt und ohne Wachstumsanomalien kurze Zeit später wieder ausgeschlagen. Viele Kulturen verehren den Ginkgo als Symbol für ein langes Leben, Fruchtbarkeit, Freundschaft, Anpassungsfähigkeit und Unbesiegbarkeit. Manche Ginkgobäume erreichen gewaltige Höhen von bis zu 40 Metern und einen Umfang von 10 bis gar 16 Metern. Ein Alter von mehr als 1000 Jahren ist keine Seltenheit für diese Baumriesen.  Neben dem Baum als Ganzes werden auch Früchte und Blätter hoch geschätzt. Die Früchte gelten in der asiatischen Küche als Delikatesse und wurden früher sogar dem Kaiser als Tribut dargebracht. Die Blätter wurden in China sogar kurze Zeit als Zahlungsmittel verwendet. Heute werden in der westlichen Medizin vor allem die Blätter, in der chinesischen Medizin auch die Früchte und Samen verwendet. 

Ginkgo in der Forschung 

In den 60erJahren des 20. Jahrhunderts fanden Wissenschaftler heraus, dass ein Extrakt aus den Blättern des Ginkgobaumes gegen Durchblutungsstörungen hilft. Das Unternehmen Dr. Willmar Schwabe in Karlsruhe analysierte die Inhaltsstoffe in den Blättern des Ginkgobaumes. Daraus wurde 1965 ein Produkt entwickelt, das die Wirkstoffe in konzentrierter Form enthielt. Eine Weiterentwicklung des Extraktes führte in den 80er-Jahren zur Entwicklung des Ginkgo-Spezialextraktes  EGb 761®, den mit über 400 Studien am besten erforschte pflanzliche Wirkstoffextrakt.  Für die Heilkraft der Ginkgo-Präparate ist die Kombination aller in den Blättern enthaltenen Wirkstoffe und Substanzen entscheidend. Durch das spezielle Herstellungsverfahren werden aber unerwünschte Stoffe wie zum Beispiel die Ginkgolsäure ausgefiltert und so das Nebenwirkungspotenzial deutlich verringert. Die Forschung erzielte grosse Fortschritte und die Extraktionsverfahren wie auch die Präparate wurden laufend verbessert. Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit. Medizinischen Studien zufolge ist der Einsatz von Ginkgo sinnvoll bei arteriellen Verschlusskrankheiten, Gedächtnis- und Konzentrationsbeschwerden, Verbesserung von Beschwerden bei Ohrensausen (Tinnitus) und Schwindel, zur Förderung der Durchblutung, Verbesserung der Fliesseigenschaften des Blutes, Steigerung der Gedächtnisleistung, des Lernvermögens und zur Verminderung der Vergesslichkeit. Neben den bekannten durchblutungsfördernden Eigenschaften hat Ginkgo auch antioxidative Wirkaspekte und schützt dadurch die Nervenzellen und Hirnstrukturen und verbessert den Energiestoffwechsel im Gehirn. Zudem wird dadurch der beschleunigte Abbau von Botenstoffen vermindert. Auch die allgemeine Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff erfährt eine Besserung. Neuere Studien befassen sich mit der Behandlung von Altersdemenz und der Vorbeugung von Schlaganfällen. Ganz aktuell wurde eine fünfjährige Studie beendet, welche unter dem Namen «GuideAge-Studie» breite Aufmerksamkeit gewonnen hat. Es war die bis anhin grösste und längste Studie, welche die Wirkung des Ginkgoextraktes E761® gegen Alzheimer untersuchte. Dabei konnte belegt werden, dass dieser Extrakt eine vorbeugende Wirkung gegen die Entstehung von Demenz vom Alzheimer-Typ besitzt. Diese Studienergebnisse lassen hoffen – es sind aber noch weitere Studien notwendig, um eine umfassende und abschliessende Beurteilung in diesen Bereichen abzugeben. 

Auf dem Markt findet sich eine breite Palette an Ginkgo-Präparaten. Tropfen, Tabletten, Kapseln, spagyrische Essenzen … Je nach persönlichen Vorlieben wird ein anderes Präparat gewählt. Spagyrik und Tinkturen bieten den Vorteil, dass sie bei Bedarf auch mit Extrakten anderer Pflanzen gemischt werden können. Wichtig für alle Präparate und Einsatzgebiete ist eine genügend hohe Dosierung der Wirkstoffextrakte (240mg pro Tag) und eine Therapiedauer von mindestens sechs bis acht Wochen, eher länger. Da sich die Probleme der Vergesslichkeit und mangelnden Konzentration schleichend verschlimmern, ist es wichtig, bereits frühzeitig mit der Einnahme von Ginkgo-Präparaten zu beginnen. Vorbeugen ist auch in diesem Fall besser als Heilen. Ein großer Vorteil der Ginkgo-Präparate ist ihre gute Verträglichkeit. Nur selten treten leichte Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden auf. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht zu erwarten. Einzig bei der gleichzeitigen Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten ist Vorsicht geboten, da der Ginkgoextrakt die gerinnungshemmende Wirkung verstärken könnte. 

Brainfood 

Für ein gesundes und leistungsfähiges Gedächtnis benötigt das Hirn aber nicht nur genügend Sauerstoff, eine gesunde Durchblutung und das entsprechende Gedächtnistraining, sondern auch bestimmte Vitalstoffe, die wir über die Nahrung zuführen müssen.  Omega-3-Fettsäuren und davon vor allem DHA werden für eine gesunde Hirnentwicklung und für eine optimale Funktionsweise benötigt. Unsere normale mitteleuropäische Ernährung ist aber eher arm an DHA. Deshalb ist es wichtig, diese Fettsäure unserem Körper zusätzlich zur Verfügung zu stellen. DHA hat zentrale Stoffwechselfunktionen und ist auch ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen. DHA wird bei der Zellerneuerung in die Zellmembran eingebaut und ist unabdingbar  für die optimale Funktionsfähigkeit der Zelle. Insbesondere die Sehzellen und die Zellen der reizleitenden Membranen des Gehirns sind reich an DHA und benötigen diese ungesättigte Fettsäure zu deren Entwicklung und zur Erhaltung der Zellaufgaben. Studien zeigen verbesserte kognitive Fähigkeiten und einen Erhalt der Gedächtnisleistung durch die Einnahme von ungesättigten Fettsäuren. Ausserdem beeinflussen Omega-3-Fettsäuren die Blutfettwerte günstig. Dadurch wiederum bilden sich weniger Ablagerungen in den Gefässen und die periphere Durchblutung und Sauerstoffversorgung wird erhalten.  Eine ähnliche Wirkungsweise hat eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien. Dazu gehören die Vitamine A, C, und E und die Spurenelemente Zink und Selen. Einerseits schützen sie Zellstrukturen vor Schädigungen und andererseits tragen auch sie dazu bei, arteriosklerotische Ablagerungen zu verhindern, was wiederum die Durchblutung positiv beeinflusst.  Nervenzellen profitieren auch von einer optimalen Versorgung mit den Vitaminen der B-Gruppe. Im Bereich des Nervensystems sind vor allem Vitamin B1 und Vitamin B6 gefragt. Sie sind wichtig für die Bildung der Myelinscheide, eine Art Schutzhülle rund um den Nerv und für die Bildung von Neurotransmittern beziehungsweise Botenstoffen. Bei der Energiegewinnung in der Zelle sind Vitamin B2 und Niacin (Vitamin B3) stark beteiligt und so indirekt auch wieder an einem leistungsfähigen Gedächtnis. Denn wenn die Energie fehlt, reagieren wir vermehrt und empfindlicher auf Stress und Belastungen. 

Der Körper als Selbstversorger? 

Der menschliche Körper ist durchaus in der Lage aus der Nahrung und mit Hilfe komplizierter Stoffwechselprozesse Stoffe aufzubauen, welche für eine gesunde Zellfunktion wichtig sind. Das Problem besteht vor allem darin, dass mit zunehmendem Alter die körpereigene Produktion solcher Stoffe massiv zurück geht und somit unter anderem auch die Hirnleistung nachlässt. Für die Funktion von Hirn und Gedächtnis bildet der Körper unter anderem den Stoff Phosphatidylserin. Dies ist ein Bestandteil gesunder Hirnzellen und spielt eine zentrale Rolle bei der Signalübermittlung zwischen den Nervenzellen. Studien zeigen eine Verbesserung von Konzentration, Merkfähigkeit und Lernfähigkeit, wenn eine optimale Phosphatidylserinversorgung gewährleistet ist. Auch in Zeiten höherer Belastungen wie Lernphasen und Prüfungen, Sport und hohen Anforderungen im Beruf benötigt der Köper mehr Phospahtidylserin, als er selber herstellen kann.  Das Co-Enzym Q10 ist ein weiterer Stoff, welcher der Körper selber bilden kann und wird in vielen Quellen als der Anti-Age-Wirkstoff schlechthin gepriesen. Q10 vollbringt sicherlich keine Wunder, aber ist für viele Prozesse im Körper unverzichtbar. Auch hier lässt die körpereigene Produktion mit der Zeit nach. Ab dem vierzigsten Altersjahr sinkt der Spiegel langsam ab. Q10 ist im Körper mitverantwortlich für die Energiegewinnung in den Zellen und schützt als wichtiges Antioxidans Zellstrukturen vor schädlichen Einflüssen. Eine mangelnde Versorgung kann Mitursache von Arteriosklerose und beschleunigter Gewebealterung sein und erhöht das Risiko an Alzheimer und Demenz zu erkranken.

Text: Lukas Maron, Bilder: pixbay

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