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Rheuma - Läuft noch alles wie geschmiert?

Schmerzende Knie hemmen beim Treppensteigen und im Büro ist das Benutzen der Computermaus mit Schmerzen verbunden. Kennen Sie das? Hier erfahren Sie, was Sie gegen rheumatische Beschwerden tun können.
 

Belastung und zunehmendes Alter nutzen die Gelenke langsam ab, Muskulatur und Sehnen leiden darunter. Die Folge: Schmerzen und Entzündungen. Die Diagnose: Rheuma! Von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises ist jeder fünfte Schweizer betroffen. Nicht umsonst gilt Rheuma als Volkskrankheit Nummer 1.

Was ist Rheuma?

Das Wort Rheuma stammt aus dem Griechischen und bedeutet «ziehender, reissender Schmerz». Rheuma ist ein Sammelbegriff für schmerzhafte Erkrankungen an Rücken, Gelenken, Knochen und den dazugehörenden Muskeln, Sehnen und Bändern. Nicht nur ältere Menschen, sondern auch Junge sind davon betroffen. Mittlerweile gehören über 200 verschiedene Krankheitsbilder zum rheumatischen Formenkreis. Sie lassen sich in vier Gruppen einteilen:

zum Beispiel Arthrosen an Knie, Hüfte, Ellenbogen
zum Beispiel Arthritis, rheumatoide Arthritis (Polyarthritis), Morbus Bechterew
zum Beispiel Entzündungen von Muskeln und Sehnen, Fibromyalgie, Bindegewebserkrankungen

Schmerzen, Steifigkeit und Entzündungen sowie die Röntgenbilder der betroffenen Zonen weisen auf Rheuma hin. Diese Faktoren treten bei 80 bis 90 Prozent der Patienten auf. Das Fehlen der Rheumafaktoren schliesst eine rheumatische Erkrankung aber nicht aus, ebenso wenig wie deren Vorhandensein zur Annahme einer rheumatischen Erkrankung berechtigt. Rheumaähnliche Muskel- und Gelenkbeschwerden können als Nebenwirkung von Lipidsenkern der Statingruppe auftreten. Besteht dieser Verdacht, setzen Sie die Lipidsenker nicht selber ab, sondern sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Eine Dosisreduktion oder der Wechsel auf eine andere lipidsenkende Substanz können helfen.


Wenn das Öffnen eines Konfi-Glases zum schmerzhaften Kraftakt wird: Belastung und zunehmendes Alter nutzen die Gelenke ab, Muskulatur und Sehnen leider darunter.

Abnutzung und Entzündung

Arthrosen treten vorwiegend in der zweiten Lebenshälfte auf. Sie sind die häufigste rheumatische Erkrankung. Die Ursache sind Abnutzungserscheinungen des Gelenkknorpels als Alterserscheinung oder in Folge von Fehlbelastungen, Übergewicht oder Sport. Der Gelenkknorpel überzieht die Knochenenden und dient als Stossdämpfer und Gleitschicht zwischen zwei Knochen. Durch die Schädigung des Gelenkknorpels geht diese Funktion verloren, so dass die Gelenkflächen aufeinander reiben. Schmerzen, Steifigkeit und Gelenkknirschen sind die Folgesymptome. Die sogenannte Arthritis ist die entzündliche Phase der Arthrose. Durch die Entzündung nehmen die Schmerzen und die Knorpelzerstörung zu. Die rheumatoide Arthritis oder «chronische Polyarthritis» ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Bewegungsapparates, die zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen zählt. Entzündungen von Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeutel sind die Resultate von Überbelastungen. Dabei entstehen kleinste Verletzungen, die Schmerzen und Entzündungen verursachen. Muskelrheumatismus ist ein Überbegriff für schmerzhafte Verkrampfungen, Verspannungen und Verhärtungen von Muskelpartien. Die Erkrankung wird vielfach chronisch, zumal der Betroffene durch Haltungsveränderung versucht, dem Schmerz auszuweichen. Dies führt zu einer Fehlbelastung und weiteren Verspannungen.

Gicht gilt innerhalb des rheumatischen Formenkreises als Sonderfall. Die Ursachen liegen nicht in einer Abnutzung des Gelenkknorpels, sondern beruhen auf einer Störung des Harnsäurestoffwechsels. Ein nicht optimaler Abbau der Harnsäure führt zu einer Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken, Weichteilen und Organen. Die Folgen sind Entzündungen und Deformationen.

Was tun?

Neben grundlegenden Behandlungsmöglichkeiten, welche bei allen Rheumaformen ähnlich sind, gibt es für jeden Betroffenen individuelle Therapiemöglichkeiten. Diese sind abhängig von Art, Verlauf und Schweregrad der Erkrankung sowie von anderen individuellen Voraussetzungen. Wichtig sind ein möglichst frühzeitiger Therapiebeginn und eine konsequente Durchführung über längere Zeit, um den Krankheitsverlauf zu bremsen bzw. stoppen und den Zustand zu stabilisieren. Bei rheumatischen Erkrankungen ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben und damit die Versorgung der Gelenke und Muskeln mit Nährstoffen zu gewährleisten. Trainierte Muskeln stützen die Gelenke besser und entlasten sie dadurch. Geben Sie gelenkschonenden Bewegungsarten den Vorzug: Aquafit, Schwimmen, Radfahren oder spezielles Rheumaturnen sind optimal, da sie die Gelenke nicht durch Schläge und abrupte Bewegungswechsel belasten.

Muskelrheumatismen im Schulter-Nacken-Bereich nehmen zu. Schuld daran sind meist Fehlhaltungen, die durch falsch eingerichtete Arbeitsplätze verursacht werden. Der Stuhl, die Tastatur, der Bildschirm, die Tischhöhe sind individuell auf jeden Arbeitenden anzupassen. Vermeiden Sie stereotype Arbeitsabläufe und sorgen Sie auch am Arbeitsplatz für Bewegung. Wechseln Sie beispielsweise die Maus zwischen der linken und der rechten Hand, stehen Sie zum Telefonieren auf oder nutzen Sie die Möglichkeit eines Stehpultes.


Bei rheumatischen Erkrankungen ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben und damit die Versorgung der Gelenke und Muskeln mit Nährstoffen zu gewährleisten.

Entzündung hemmen, Schmerz bekämpfen

Entzündungen sind nicht nur schmerzhaft, sondern verschlimmern den Verlauf einer rheumatischen Erkrankung und sollten gehemmt werden. Die Möglichkeiten reichen von synthetischen Schmerz- und Entzündungshemmern bis hin zum künstlichen Gelenkersatz. Wer einen operativen Eingriff hinauszögern bzw. die zum Teil gravierenden Nebenwirkungen der synthetischen Medikation umgehen möchte, findet natürliche Produkte, die den Entzündungsverlauf positiv beeinflussen. Hochdosiertes Vitamin E greift in den Entzündungsprozess ein und kann diesen verlangsamen. Vitamin E neutralisiert hochreaktive Sauerstoffmoleküle, die durch die körpereigenen Fress­zellen im Entzündungsgebiet gebildet werden und Zellen und Gewebe angreifen. Deshalb ist es wichtig, das dabei verbrauchte Vitamin E in genügendem Masse zu ersetzen. Omega-6-Fettsäuren nehmen wir im Übermass mit tierischen Fetten zu uns. Diese werden im Körper in entzündungs- und schmerzfördernde Botenstoffe umgewandelt. Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren hingegen (z. B. Fischöl) verändert die Entstehung dieser Botenstoffe und mildert dadurch den Verlauf bzw. hemmt die Entstehung von Entzündungen.

Das hilft bestimmt: Balneotherapie und Tee trinken

Balneotherapie – was so salbungsvoll klingt, meint am Ende einfach ein wohltuendes Bad in der heimischen Wanne oder im Thermalbad. Die wohltuende Wärme des Wassers lockert überlastete Muskeln und fördert die Durch­blutung der Gelenke. Nur bei akuten Entzündungen sollten Sie darauf verzichten.

Für die Badewanne eignen sich besonders: 

sie entziehen dem Bindegewebe überschüssige Säuren und mindern dadurch die Entzündungsneigung.
sie fördern die Durchwärmung und Entspannung, mildern den Schmerz.

Unterstützende Massnahme:

Teetrinken ist bei rheumatischen Erkrankungen sehr empfehlenswert. Der Tee regt die Aus­scheidung von Schlackenstoffen an, die durch die Entzündungen entstehen und kann  je nach Inhaltsstoffen auch selber leicht entzündungshemmend wirken.

Folgende Kräuter können eingesetzt werden:

verstärken die Ausscheidung
leicht schmerzstillend und entzündungshemmend
liefert Vitamin C und fördert die Ausscheidung

Schutz und Aufbau des Knorpels

Glucosaminsulfat, das aus Schalentieren gewonnen wird, gehört zu den knorpelschützenden Substanzen. Es ist Bestandteil der Gleit- und Dämpfungsschicht des Knorpels und findet sich in grossen Mengen in der Gelenkflüssigkeit. Chondroitinsulfat, das oft in Kombination mit Glucosaminsulfat ein­gesetzt wird, dient dem Aufbau und dem Erhalt von Bindegewebe, Bändern und Gelenkknorpel. Es weist ein sehr hohes Wasserbindevermögen auf und hält den Knorpel elastisch. Der Schwefel (Sulfat), welcher in beiden Wirkstoffen natürlicherweise vorkommt, wird für den Aufbau wichtiger Aminosäuren benötigt, die massgeblich am Strukturerhalt des Knorpels beteiligt sind. Diese drei Substanzen zusammen stabilisieren und schützen den Knorpel. Eine Kombination dieser Therapie mit Salben und Gels ist hilfreich. Die darin enthaltenen Extrakte aus Arnika, Teufelskralle, Wallwurz, Johanniskraut und Weihrauch bringen Linderung, sind aber als alleinige Therapie meist zu schwach.

Auf Ernährung achten

Nicht jeder Organismus reagiert gleich auf eine Ernährungsumstellung. Deshalb ist es wichtig, auf seinen Körper zu hören und die Ernährung entsprechend anzupassen. Gicht reagiert in der Regel sehr positiv darauf, da ihr Ursprung in einer Stoffwechselstörung liegt, die durch die Ernährung gut beeinflusst werden kann. Eine vollwertige, vitalstoffreiche Kost hilft. Essen Sie viel Obst und Gemüse und bevorzugen Sie Vollkornprodukte. Reduzieren Sie den Fleischkonsum und meiden Sie Fertigprodukte, raffinierte Nahrungsmittel (weisser Zucker, Weissbrote usw.), denn diese steigern die Harnsäureproduktion. Achten Sie auf einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt und ergänzen Sie gegebenenfalls basische Mineralsalze. Trinken Sie täglich 1,5 bis zwei Liter ungesüsste Getränke wie Kräutertee, stilles Mineralwasser, Frucht- oder Gemüsesäfte.

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl

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