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Starke Nerven

Arbeit, Privates, Alltag, selbst Ferien – das Leben kann zur Nervenprobe werden. Manchmal machen wir nicht mehr mit. Über unsere Nerven, und wie wir sie stärken können. Arbeit, Privates, Alltag, selbst Ferien – das Leben kann zur Nervenprobe werden. Manchmal machen wir nicht mehr mit. Über unsere Nerven, und wie wir sie stärken können.

Kürzlich im Bus im Stadtverkehr. Der Blickt schweift umher, durchs Fenster und sieht die Bäume und Häuser vorbeiziehen. Die Gedanken machen sich auf die Reise, ein angenehmes Gefühl?…, das leider schnell vorbei ist. Denn beim Sitznachbarn klingelt das Handy, und der Vordermann spricht ziemlich laut mit einem nicht anwesenden Kollegen über private Dinge, von denen man nichts erfahren möchte, leider aber nicht weghören kann. Es ist, als ob das eine mobile Gespräch weitere anziehen würde, das totale Informationsgewitter setzt ein. Und während man sich ein wenig über den grassierenden Mitteilungsirrsinn ärgert und krampfhaft wegzuhören versucht, klingelt das eigene Mobile beim Eintreffen einer Textmessage. Beschämt stellt man fest: Wir sind alle Kinder des technologischen Wandels. Egal in welchem Alter man sich gerade bewegt.

Wie stets hat jeder Gewinn seinen Preis. In diesem Fall stören der permanente Gebrauch von mobilen Kommunikationsmitteln und das steigende Nutzen von Online­medien wichtige Ruheterritorien des Menschen. Entstehende Abhängigkeiten sind unüberseh- und unüberhörbar. Die Macht der immerwährenden Erreichbarkeit zerstückelt den Alltag in Sequenzen, die zum Teil planvolles, anhaltendes Entwickeln von Ideen oder gedankliches Ausklinken aus dem Trott verunmöglichen.

Menschen können darob schlicht krank werden. Ihre Nerven machen nicht mehr mit. Die Legende von Multi­tasking – vom gleichzeitigen Erledigen verschiedener Dinge also – erledigt den Rest. Der Mensch ist dazu nicht geschaffen, er reagiert. In diesem Fall spricht der Spezialist von nervlichen oder Sinnes-Überlastungen, die Vorboten eines Syndroms, das gemeinhin Burnout heisst.


Der permanente Gebrauch von mobilen Kommunikationsmitteln und das steigende Nutzen von Onlinemedien stören wichtige Ruheterritorien des Menschen.

Wie erkenne ich erste Signale?

Sinnes-Überlastung kann mit einem chronischen Stress gleich gesetzt werden. Man entwickelt Denk- und Lernschwierigkeiten, Frustrationen wachsen sich aus bis hin zu einer Depression. Psychische Probleme entstehen. Das anhaltende Grübeln und ein nagendes, unaufhaltbares Nachdenken sind Belastungen, die einem den Schlaf rauben. Kommt hinzu, dass zwischen den Verdauungsorganen und dem vegetativen Nervensystem ein enger Zusammenhang besteht. Meist reagiert der Körper lange, bevor man selber weiss, wie einem eigentlich geschieht. Der Magen wird bei Stress zu gesteigerter Salzsäureproduktion gezwungen, der Darm zu Verkrampfungen. Herz, Atmung und Blutdruck geraten aus einem gesunden Rhythmus, nervlich-funktionelle Störungen wie Allergien und Erkältungsbereitschaft nehmen zu. Tinnitus, Kieferschmerzen oder Krämpfe, Nackenschmerzen, das nächtliche Zähneknirschen, sogar Hautausschläge sind Symptome einer tief liegenden nervlichen Überbelastung.

In frühen Phasen der Überlastung türmen sich normale Situationen des Alltages, denen wir üblicherweise souverän begegnen, zu nicht zu bewältigenden Problemen. Ein Kinderweinen wird zu Lärm, ein Gespräch von Sitznachbarn im Zug zum akustischen Gewitter. Dies sind die Momente, die einen innehalten lassen sollten. Sind die ersten Ferientage normalerweise durch einen fortwährenden Kampf mit Krankheiten gezeichnet oder plagt wiederholt die Wochenendmigräne, ist es höchste Zeit zu reagieren.

Was hilft?

Reagieren ist gut – nur, wie ist es richtig? Wir haben für Sie einige Tipps zusammengestellt:

Dabei geht es nicht nur um den Rhythmus und die Wechsel zwischen Anstrengung und Erholung, sondern auch um die Ernährungsart sowie das eigene Schlafverhalten. Wer beispielsweise zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens mindestens sieben Stunden ungestört schläft, macht nichts falsch.
kann zum Beispiel auf die Gemmo-Essenz des Mammutbaums zurückgreifen. Wer auf die chinesischen Medizinerkenntnisse zurückgreift, weiss, dass in solchen Fällen die Nieren zu stärken sind. Sie gelten nicht umsonst als «Lebens-Batterien», Energiezentren, denen Sorge getragen werden muss. Ceres-Tropfen mit Birke oder Goldrute helfen, ein Weleda-Birkenelixier oder spagyrische Lösungen von der Birke, der Brennessel oder Goldrute ebenfalls. Auch Schüsslersalze können helfen: Die Nummern 3, 5 und 7 gelten als «Energietrio».
eine innere Unruhe, die sich breitmacht – das ist eine ebenfalls öfter vorkommende Kombination. Atmungsübungen verschiedener Schulen können hier Abhilfe schaffen. Im naturheilkundlichen Verständnis bringen Pflanzen wie Löwenzahn oder Pfefferminze ein Zuviel an Hitze aus dem Stoffwechsel. Die Schüsslersalze 2, 7 und 11 stärken ebenfalls das Nervenkostüm. Den ungestoppten Gedankenfluss dämmen Baldriantropfen ein. Johanniskraut hilft gut bei Stimmungsschwankungen und Kava-Kava bei tief sitzenden Ängsten.
so empfehlen Spezialisten zum Beispiel spagyrische Lösungen von Hafer oder Melisse. Zubereitungen der Rosenwurz sind in solchen Fällen ebenfalls angezeigt. Das ätherische Öl von Lavendel kann Wunder wirken, ebenso Ceres-Tropfen der Passionsblume. Für Bauch- und Muskelentspannung empfiehlt sich die Pestwurz.

Allen Tipps ist eigen, dass man die Mittel ausprobieren und die Wirkungen selber kennen lernen sollte. Nicht jeder Mensch reagiert gleich. Ein Patentrezept gibt es nicht. Zu verschieden ist der Mensch, zu unterschiedlich sind die Belastungstoleranzen. Was den einen stört, kümmert die andere nicht. Was eine zum Weinen bringt, bemerkt der andere gar nicht. Ganz simpel ist hingegen der Kniff, der die Überlastung an der Wurzel packt: einfach das Handy mal für einen Tag ausschalten. Keine E-Mails lesen. Offline gehen. Nicht erreichbar sein. Das kann Wunder wirken und macht den verstellten Blick wieder frei für sich selber und die eigenen Bedürfnisse. Und wenn dadurch auch nur die Fahrt im Bus oder im Zug genussvoller wird. Die Wirkung ist verblüffend.

Text: Bruno Affentranger, Bilder: Beat Brechbühl

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