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Beschwerdefreie Ferien

Ferien sind schön, erholsam, bisweilen voller Action, genussvoll und eindrücklich. Ob das Eintauchen in fremde Kulturen, das Entdecken ferner Strände oder das Erwandern der Berge vor der Haustür – die nach Hause gebrachten Souvenirs möchte man selber auswählen und sich darüber freuen.

Derart unliebsame Ferienandenken wie Infektionen, Magenverstimmungen oder Erkältungen will keiner, weder während noch nach den Ferien. Die meisten unter uns haben schon mal das eine oder andere unangenehme Feriensouvenir mit nach Hause gebracht. Oft wurde der Urlaub nicht am Strand, sondern im Hotelzimmer verbracht, weil die Klimaanlage im Flugzeug die Grippeviren eines Fluggastes grosszügig an die anderen Passagiere verteilt hatte. Nachfolgend zeigen wir Ihnen auf, wie Sie sich vor solch leidigen Ferienmiesmachern schützen beziehungsweise wie im Fall der Fälle die Behandlung aussieht.

Verdauung gut, alles gut

Fast am meisten gefürchtet auf Reisen sind Magen-Darm-Beschwerden. Das ungewohnte Essen, die Zeitverschiebung, aber auch krank machende Erreger können zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führen. Achten Sie besonders auf Fliegen, die auf Ihrem Teller landen. Diese können schlimme Magen- und Darmerkrankungen verursachen. Fliegen tragen oft Kotpartikel oder Spuren von Tierkadavern mit sich, die sie irgendwo aufgelesen haben. Es ist ratsam, das Essen nicht lange unbeobachtet zu lassen oder abzudecken, wenn viele Fliegen unterwegs sind, ungeachtet dessen, ob das Essen auf dem Teller warm oder kalt ist. Präventiv gilt vor allem in warmen Reiseländern die alte, aber bewährte Regel: «Schäl es, koch es oder lass es». Verzichten Sie auf kalte Speisen, vor allem, wenn Sie mit Mayonnaise angemacht sind. Auch Eiswürfel in den Getränken und Glacé sind eigentlich tabu. Wer einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt hat, der kann vor und während der ganzen Reise präventiv ein Präparat einnehmen, das nützliche Darm-Mikroorganismen enthält wie Lactobazillen und Bifidusbakterien. Diese Präparate kommen auch bei akuten Durchfallerkrankungen behandelnd zum Einsatz. Wichtig: Achten Sie darauf, den Flüssigkeitsverlust zu ersetzten (Elektrolytgetränke), essen Sie Reis, gedämpftes Gemüse und Bananen oder ähnliche Schonkost. Halten Durchfall oder Erbrechen länger als drei Tage an – bei Kindern eher früher –, ist unbedingt ein Arzt zu konsultieren.


Oft wurde der Urlaub nicht am Strand, sondern im Hotelzimmer verbracht, weil die Klimaanlage im Flugzeug die Grippeviren eines Fluggastes grosszügig an die anderen Passagiere verteilt hatte.

Wenn Pilze spriessen

Am Pool, in der Wellnessoase oder im Fitnesscenter – die Orte, an denen Sie sich mit Fuss- und Nagelpilz anstecken können, sind schier unbegrenzt. Im Grunde besteht die Ansteckungsgefahr überall da, wo Menschen barfuss laufen. Eine erste Vorsichtsmassnahme ist also das Tragen von Badelatschen. Meiden Sie in öffentlichen Schwimmbädern unbedingt die Fuss-Desinfektions-Anlagen. Man glaubt es kaum, aber da tummeln sich am meisten Pilzsporen, die auf einen neuen Wirt warten. Präventiv hilft auch das Besprühen der Füsse mit einem speziellen Pilz hemmenden Spray oder das Einreiben einer Pilz hemmenden Salbe, zum Beispiel mit Teebaumöl.

Hygiene ist wichtig

Wenn sich auf Ihren Füssen oder Nägeln doch ein Pilz eingenistet hat, dann muss er behandelt werden. Dabei ist der Fusspilz etwas einfacher und schneller zu behandeln als der Nagelpilz. Für den Fusspilz gibt es verschiedene Varianten. Die Behandlung dauert normalerweise sieben bis zehn Tage. Es gibt Produkte, die eine Depotwirkung entfalten und daher nur einmal aufgetragen werden müssen, andere sollten täglich zur Anwendung kommen. Weit wichtiger ist aber die Zusatzbehandlung von Socken und Schuhen. Pilzsporen sind extrem resistent und überleben auch Waschtemperaturen von 90° C. Sie würden sich daher immer wieder erneut anstecken. Geben Sie deshalb der Wäsche einen Hygienespüler bei, damit die Pilzsporen vernichtet werden. Nicht nur Socken, auch Frottiertücher und alles andere, was mit den Füssen in Berührung gekommen ist, sollte so gewaschen werden. Für die Schuhe benutzen Sie am besten einen pilzabtötenden Spray. Wechseln Sie die Schuhe täglich und lassen Sie sie mindestens einen Tag austrocknen, bevor Sie diese wieder tragen.


Der Vaginalpilz ist zwar nicht gefährlich, aber äusserst lästig.

Das Verwenden des Hygienespülers und des Sprays empfiehlt sich auch bei Nagelpilz. Der Nagelpilz bedarf aber einer längeren Behandlung. Die Dauer hängt davon ab, wie viel vom Nagel bereits betroffen ist. Der Nagel muss so lange behandelt werden, bis der befallene Teil rausgewachsen ist und der komplette Nagel gesund ist. Für die Behandlung gibt es spezielle Nagelpilzprodukte, meist in Form von Lacken oder Lösungen, die mit einem Stift oder Pinsel auf den Nagel aufgetragen werden.

Den Frauen kann eine weitere Pilzart die Ferien gründlich vermiesen. Der Vaginalpilz ist zwar nicht gefährlich, aber äusserst lästig. Baden Sie nicht zu lange in chlorhaltigem Wasser und wechseln Sie nach dem Schwimmen den Badeanzug. Sorgen Sie generell für ein trockenes und luftiges Klima im Unterleibsbereich. Vermeiden Sie Kunstfaserunterwäsche und enge Kleidung. Damit haben Sie schon die wichtigsten vorbeugenden Massnahmen erfüllt. Zur Behandlung gibt es verschiedene Produkte als Salben, Gels oder Zäpfchen, welche die Kraft der Milchsäure oder chemische Wirkstoffe nutzen. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke oder Drogerie beraten, damit Sie die beste, individuelle Therapie bekommen.

Es krabbelt und juckt

Wer kennt sie nicht? Läuse sind ein Dauerbrenner – um nicht zu sagen ein Dauerjucker – unter den Feriensouvenirs. An Orten, wo viele Menschen zusammen sind (zu Beispiel in Massenlagern zur Sommerzeit), ist die Chance am grössten, von Läusen befallen zu werden. Das trifft auch auf Filzläuse, Flöhe und Krätzmilben zu. Vorbeugender Schutz ist schwierig. Gängige Insektenabwehrmittel helfen nur bedingt, und das Zusammenbinden langer Haare kann das Risiko eines Befalls lediglich vermindern. Wenn sich die Tierchen bei Ihnen eingenistet haben, so ist je nach Art eine andere Behandlung gefragt. Läuse und Filzläuse können mit speziellen Shampoos oder Lösungen behandelt werden. Flöhe und Krätzmilben ebenfalls, aber es sind andere Produkte notwendig. Vertrauen Sie auch hier auf die Fachberatung in der Drogerie oder Apotheke und lassen Sie sich nicht von einem falschen Schamgefühl daran hindern. Ein Befall hat überhaupt nichts mit schlechter persönlicher Hygiene zu tun. Im Gegenteil, Kopf- und Filzläuse fühlen sich eher in gepflegtem Haar wohl.

Hatschi im Sommer

Der Sommer ist zwar nicht gerade die Hochsaison für Grippe und Erkältungskrankheiten, aber die Klimaanlagen können mit ihrem eisigen Luftstrom schon den einen oder anderen ins Frösteln bringen. Denken Sie also daran einen Pullover oder eine Jacke mitzunehmen, damit Sie sich in unterkühlten Shoppingmalls und Hotelhallen schützen können. Bei Erkältung und Grippe helfen die gleichen Mittel wie im Winter. Vitalstoffreiche Kost, viel trinken, schleimlösende Präparate, fiebersenkende Mittel sind hier gefragt.

Nun aber genug gelesen und ab in die Ferien. Geniessen Sie Ihren Urlaub in vollen Zügen und bringen Sie nur Souvenirs und Andenken mit nach Hause, die Ihnen und Ihren Angehörigen auch Freude bereiten.

Beschwerdefreie Ferien - Nützliche Tipps auf einen Blick

vor allzu starken Temperaturschwankungen durch Klimaanlagen mit einem Pulli oder einer Jacke.
verzichten Sie aber auf Eiswürfel.
und Sonnenbrand hilft Aloe- Vera-Gel, Essigsaure Tonerde oder ein Gel mit den Wirkstoffen aus Brennessel und Arnika.
können Sie mit Insektenabwehrsprays vorbeugen. Zur Behandlung eignen sich Roller, Sprays oder Gels mit homöopathischen, spagyrischen oder pflanzlichen Inhaltsstoffen.
Tragen Sie das Produkt 30 Minuten vor Sonnenexposition auf und wiederholen Sie das Auftragen nach starkem Schwitzen oder langem Aufenthalt im Wasser. Auch ein Sonnenhut und eine gute, UV-absorbierende Sonnenbrille gehören zum Sonnenschutz.
denken Sie frühzeitig daran, genug einzupacken (auch für ein paar Tage länger als geplant) und dass die entsprechende Menge auch bei Ihnen vorrätig ist.
Lassen Sie vor dem Urlaub Ihre Reiseapotheke überprüfen und passen Sie den Inhalt an die Destination und die geplanten Aktivitäten an. In Ihrer Drogerie oder Apotheke berät man Sie gerne. Sie bekommen auch eine Check-liste, was alles zur Grundausstattung gehört.
Schäl es, koch es oder lass es.
benötigen Sie eventuell spezielle Impfungen.

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Bechbühl

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