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Gefahren in der Badi

Was gibt es Schöneres, als an einem heissen Sommertag ins Kühle Nass zu springen? Schwimmen und planschen im See, im Bergbach oder im Dorfweiher macht nicht nur den Kindern Spass. Je nach Gewässer und Region sollten Sie gewisse Dinge beachten, damit aus Badelust nicht Badefrust wird.

Wer im Sommer lieber in ein natürliches Gewässer springt, statt sich die willkommene Abkühlung im chlorierten Schwimmbadwasser zu holen, steigt zwar mit weniger geröteten Augen aus dem Wasser, setzt sich dafür aber anderen Gefahren aus, auf die wir hier eingehen wollen. Eine gute Nachricht gleich am Anfang: Die Wasserqualität der gros­sen Schweizer Seen und Flüsse ist von guter bis sehr guter Qualität. Es spricht also nichts gegen ein kühles Bad. Nur nach starken Regenfällen nimmt die Verschmutzung in flies­senden Gewässern zu und vorübergehend sollte dann auf ein Bad verzichtet werden. Grundsätzlich sind aber laut Kantonschemikern keine Infektionen zu befürchten, selbst bei gelegentlichem Verschlucken von See- oder Flusswasser. Eine gründliche Dusche nach dem Bad ist aber wegen der so genannten Zerkarien sehr empfehlenswert.

Zerkarien-Entenflöhe

Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich bei den Zerkarien nicht um Flöhe, sondern um kleinste Saugwürmer, die in natürlichen Gewässern vorkommen können. Weil sie als Wirt meist Wasservögel befallen, werden sie aber im Volksmund als Entenflöhe bezeichnet. Sie leben vor allem in warmen und seichten Gewässern. Sie bohren sich in die Haut ihrer Wirtstiere und manchmal auch in die der Badenden. Der Mensch ist aber ein so genannter Fehlwirt, weshalb die Zerkarien bald absterben und sich nicht weiter im menschlichen Körper verbreiten können. Dadurch ist eine An­steckung von Mensch zu Mensch nicht möglich. Allerdings lösen sie eine allergische Reaktion aus, die zu stark juckenden Hautausschlägen, der sogenannten Badedermatitis, führen kann.

Die Haut zeigt kleine Pusteln oder Blasen, ist gerötet und juckt. Die Symptome verschwinden in der Regel nach ungefähr zehn Tagen wieder und der Ausschlag heilt ab. Gegen den Juckreiz helfen kühle Kompressen oder die lokale Behandlung mit juckreizstillenden Gels oder Cremes. Auch homöopathische oder spagyrische Zubereitungen, die im Bereich allergischer Hautausschläge eingesetzt werden, können hier Linderung verschaffen.


Je nach Gewässer und Region sollten Sie gewisse Dinge beachten, damit aus Badelust nicht Badefrust wird.

Eine direkte Prävention ist nicht möglich. In der Schweiz gibt es auch keine Cremes oder Sprays, die ähnlich der Insektenabwehrprodukte den Befall mit Zerkarien verhindern würden. Das Risiko eines Zerkarienbefalls kann jedoch durch folgende Massnahmen verkleinert werden: Schwimmen Sie bevorzugt in tiefen oder fliessenden Gewässern und meiden Sie lange Aufenthalte in seichten, ufernahen Zonen. Duschen Sie unverzüglich nach dem ­Baden gründlich oder trocknen Sie die Haut kräftig mit dem Badetuch ab und wechseln Sie wenn möglich die Bade­kleidung.

Gefahren durch Wasserinsekten und Wasserpflanzen

Gefahren an sich gehen weder von im Wasser lebenden Insekten noch von Wasserpflanzen aus. Wasserinsekten kommen vor allem in stehenden kleineren Gewässern vor und können beim Baden im Weiher oder Waldtümpel schmerzhafte Stiche verursachen. Es handelt sich dabei meist um Insekten der Gattung Wasserwanzen. Zu ihnen gehört der bekannte Rückenschwimmer, aber auch die Stabwanze und die Skorpionswanze. Ihr Stich ist mit einem Wespenstich vergleichbar. Andere im Wasser ­lebende Insekten sind für die Gesundheit nicht von relevanter Bedeutung.

Wasserpflanzen sind eher Stolperfalle oder behindern das freie Schwimmen. Sie lösen aber keine Hautausschläge oder ähnliche Symptome aus. Was hingegen zu Hautauschlägen führen kann, ist eine übermässige Verunreinigung des ­Badegewässers durch Cyanobakterien, die auch als Blau­algen bekannt sind. Betroffene Gewässer haben eine stark grüne Färbung und das Wasser ist getrübt. Die Bakterien bilden Stoffwechselgifte und Allergene, die beim Menschen zu juckenden Hautauschlägen führen können. Wer das verunreinigte Wasser verschluckt, muss mit Durchfall und Erbrechen rechnen. Wer in solchen Gewässern schwimmt, sollte sich hinterher gut abduschen und bei sichtbar starker Verunreinigung auf das Bad verzichten.

Sie schlängeln sich im und ums Wasser

Wohl die wenigsten unter den Lesern haben in der Schweiz schon mal eine Schlange gesehen. Trotzdem kann man der einen oder anderen Vertreterin ihrer Art begegnen. Vorweg, bis auf zwei Arten sind sämtliche in der Schweiz vorkommende Schlangen ungiftig. Dazu gehört die weit verbreitete Ringelnatter. Sie ist in der ganzen Schweiz heimisch und als Wassernatter kann sie auch schwimmen. Es kann also durchaus sein, dass Sie an einem Badesee im Wasser oder in Ufernähe auch mal auf eine Ringelnatter treffen. Diese hat es nur auf Fische und andere Amphibien abgesehen und wird Ihnen nichts tun.

Jura, Wallis und Westschweiz, westliche und zentrale ­Alpen, Tessin und Bündner Seitentäler sind die Heimat der Aspisviper. Die Kreuzotter fühlt sich in den zentralen, nördlichen und östlichen Alpen wohl. Dies sind die beiden giftigen Schlangen in der Schweiz. Allerdings trifft man sie eher im Landesinneren als an den Gewässern. Trotzdem sollen sie erwähnt sein. Die Kreuzotter und die Aspisviper halten sich gerne im Unterholz zwischen Beerensträuchern und Büschen, aber auch unter Steinen und in Holzbeigen versteckt. Die Schlangen beissen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Prüfen Sie also genau, wo Sie sich hinsetzen, bevor Sie rasten. Wenn Sie Beeren pflücken, treten Sie gut auf den Boden auf, so ist die Schlange gewarnt und verzieht sich, denn sämtliche Schlangenarten sind äusserst scheu.

Sollten Sie trotzdem gebissen werden, bewahren Sie unbedingt Ruhe, damit sich das Gift nicht schnell im Körper verteilen kann. Suchen Sie ohne Hast den nächsten Arzt auf und lassen Sie sich behandeln. Binden Sie betroffene Glieder nicht ab. Wenn Sie sich in Berggebieten befinden und ein Arzt nicht erreichbar ist, alarmieren Sie die Rettungsflugwacht. Als erste Hilfsmassnahme vor Ort kann eine kleine Vakuumpumpe eingesetzt werden. Sie sieht aus wie eine Spritze, erzeugt aber beim Aufziehen ein Vakuum und saugt einen Teil des Giftes aus der Wunde. Das Gerät ist klein und handlich, passt in jeden Rucksack und Sie können es auch bei Insektenstichen einsetzen.


Ungefährdet schwimmen:
Von Parasiten, Insekten, Reptilien und Pflanzen sind wenige Bedrohungen zu befürchten, die den Badespass trüben könnten. Die eigentlichen Gefahren gehen eher vom Gewässer und dem Menschen selbst aus.

Die Regeln sind den meisten bekannt:

  • Springen sie nie überhitzt ins Wasser und passen Sie die Aufenthaltsdauer im Wasser der Wassertemperatur an.
  • Schwimmen Sie nie mit vollem, aber auch nicht mit ganz leerem Magen und auch nicht alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss.
  • Springen Sie nie in unbekannte oder trübe Gewässer, denn auch ein scheinbar tiefes Gewässer kann Bodenerhöhungen und Steine aufweisen, die beim Kopfsprung verheerende Folgen haben können.
  • Schwimmen in freien Gewässern (See, Fluss) erfordert einiges an Geschick und Kraft. Diese Gewässer sind nur etwas für geübte Schwimmer.
  •  Überschätzen Sie Ihre Kräfte nicht und schwimmen Sie längere Strecken nie alleine. Wenn Sie diese Regeln beachten, steht einem erfrischenden Bad nichts mehr im Weg und der Sommer wird zum ungetrübten Genuss.

Nun denn, packen Sie die Badehose ein. Und dann nichts wie hinein in das erfrischende Nass.

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl

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