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Die Folsäure- Vitalität für jung und alt

Die Folsäure ist nicht nur für Schwangere unentbehrlich, sondern sie ist auch ein wichtiger Begleiter bis ins hohe Alter.
Die Folsäure verdankt ihren Namen Spinatblättern: Daraus wurde sie nämlich erstmals im Jahr 1941 von Wissenschaftlern isoliert. Daraufhin wurde sie in Anlehnung an «folium», dem lateinischen Begriff für Blatt, getauft. Sie ist auch als Vitamin B9 bekannt, da sie zu den wasserlöslichen B-Vitaminen zählt. Sie spielt vor allem bei der Zellteilung und Wachstumsprozessen eine entscheidende Rolle. Die in der Natur vorkommende Folsäure, die sogenannten Nahrungsfolate, kann unser Körper nur zu rund 50 Prozent aufnehmen. Dahingegen kann er industriell hergestellte Folsäure fast zu 100 Prozent verwerten. Zum besseren Vergleich: Ein Mikrogramm Nahrungsfolat entspricht einem halben Mikrogramm synthetische Folsäure. Natürliche Folsäurelieferanten Wie hoch ist der normale tägliche Bedarf? Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für gesunde Erwachsene 400 Mikrogramm Nahrungsfolate pro Tag. Gute Lieferanten sind Weizenkeime, Sojabohnen, Leber, Kohlgemüse und Vollkornbrot. Ein Beispiel: Um den täglichen Bedarf zu decken, können Sie entweder 333 g gekochte Kalbsleber, 409 g gekochten Rosenkohl oder über 3 kg Äpfel essen. Mehrere Studien ergaben, dass es die meisten Menschen nicht schaffen, den Tagesbedarf mit einer normalen Ernährung zu decken. Hier sind spezielle Lebensmittel hilfreich, die durch Folsäure angereichert wurden. Im Handel befinden sich bestimmte Brote, Müeslis oder Milchprodukte, bei denen dies der Fall ist. Ein Schwangerschaftsvitamin Folsäure spielt eine wichtige Rolle während der Schwangerschaft. Warum ist das so? Wenn sich aus einer befruchteten Eizelle ein kleiner Mensch entwickelt, finden viele Zellteilungsprozesse statt. Damit diese richtig ablaufen, wird die Folsäure benötigt. Doch was passiert bei einer Unterversorgung? In diesen Fällen steigt das Risiko für Fehlbildungen wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder Herzfehler. Die häufigste Komplikation sind Neuralrohrdefekte: In den ersten vier Wochen der Schwangerschaft schliesst sich dabei die Anlage für Gehirn und Rückenmark nicht richtig – es wird daher auch oft von einem offenen Rücken gesprochen. Die Folge sind Totgeburten oder schwere, lebenslange Behinderungen. Nur die wenigsten wissen zu diesem frühen Zeitpunkt, dass sie Mutter werden. Daher gilt für Frauen, bei denen eine Schwangerschaft möglich ist: Sie sollen auf eine folatreiche Ernährung achten und zusätzlich mindestens 400 Mikrogramm synthetische Folsäure pro Tag einnehmen. Am wichtigsten sind die vier Wochen vor einer möglichen Empfängnis und die ersten drei Monate danach. Ein Zuwenig an Folsäure Ermüden Sie in letzter Zeit sehr schnell? Diese Beschwerden sind ganz typisch bei einer Blutarmut, die häufig bei einer Unterversorgung mit Folsäure auftritt. Denn dieses Vitamin ist wichtig für die Blutbildung, da sich die beteiligten Zellen im Knochenmark oft teilen müssen. Weitere Anhaltspunkte für einen Mangel sind schwache Nerven und ein erhöhter Homocysteingehalt im Blut. Wodurch kann dieses Defizit ausgelöst werden? Sicherlich ist eine verminderte Zufuhr über die Nahrung eine mögliche Ursache. Vielleicht kann unser Organismus die Folsäure auch nicht richtig verwerten. Und in besonderen Situationen haben wir einfach einen erhöhten Bedarf. Dazu gehören schnelles Wachstum, Alkoholmissbrauch, hoher Zigarettenkonsum oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Für eine positive Folsäurebilanz In Situationen mit einem erhöhten Bedarf ist es am einfachsten, Tabletten mit Folsäure einzunehmen. Hierfür befinden sich geeignete Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel im Handel. Üblicherweise beträgt ihre tägliche Dosis 400 bis 800 Mikrogramm synthetische Folsäure. Beim Gebrauch über einen längeren Zeitraum wird eine Obergrenze von 1000 Mikrogramm synthetische Folsäure pro Tag empfohlen. Erfreulicherweise wurden bisher praktisch keine Fälle einer akuten oder chronischen Überdosierung gemeldet. Ansonsten wurden nur selten Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Störungen beobachtet. Bei einer hochdosierten Einnahme sollte jedoch sichergestellt werden, dass kein Mangel an Vitamin B12 vorliegt, da Folsäureüberschüsse einen Vitamin-B12-Mangel verdecken können. Erfahren Sie mehr, in der Rubrik Interviews, über dieses Lebensvitamin im Gespräch mit Frau Maria Walliser, der Präsidentin der Stiftung Folsäure Offensive Schweiz. Text: Monika Lenzer    
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