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Expertentipp Stillen – Stillen nach einem Kaiserschnitt

Ob Röhrenjeans oder Kaiserschnitt, was bei den Reichen und Schönen Trend ist, findet auch bei uns schnell begeisterte Anhänger. So haben Stars wie Claudia Schiffer oder Victoria Beckham auch hierzulande den Kaiserschnitt auf Wunsch salonfähig gemacht. Tatsächlich enden in jede 3. Geburt in der Schweiz derzeit mit einem Kaiserschnitt, auch Sectio caesarea genannt.


Egal ob Sie sich bewusst für einen Kaiserschnitt entscheiden, oder ob er aus medizinischen Gründen notwendig ist, mit diesen Tipps können Sie Ihr Kind genauso gut stillen, wie nach einer Spontangeburt.

Nach einer Kaiserschnittgeburt benötigen Sie am Anfang etwas mehr Hilfe beim Anlegen und viel Geduld. Doch die lohnt sich! Gerade nach einem Notkaiserschnitt brauchen viele Frauen Zeit, den Eingriff psychisch zu verarbeiten. Die Nähe Ihres Kindes beim Stillen hilft Ihnen dabei. Ein weiterer Vorteil: Stillen unterstützt die Rückbildung der Gebärmutter, die sich nach einem Kaiserschnitt langsamer zurückbildet als nach einer natürlichen Geburt. Wie schnell Sie ihr Baby nach dem Eingriff zu sich nehmen können, ist von der Wahl der Narkose abhängig. Gerade nach einer Vollnarkose kann es etwas länger dauern, bis Sie fit genug sind, um Ihr Kind anzulegen. Beobachten Sie Ihr Baby und versuchen Sie, es dann anzulegen, sobald es anfängt, sanfte Schmatzgeräusche oder Mundbewegungen zu machen. Sorgen Sie sich nicht, wenn der Milcheinschuss etwas länger auf sich warten lässt. Nach einer Kaiserschnittgeburt tritt er meist um einen Tag verzögert, also erst am 4. statt am 3. Tag ein. Setzen Sie sich nicht unter Druck, Sie haben genügend Zeit, dass Stillen gemeinsam einzuüben! Falls Sie nach der Geburt von Ihrem Baby getrennt sind, beginnen Sie so früh wie möglich mit dem Abpumpen der Muttermilch oder dem Entleeren der Brust von Hand, damit die Milchbildung in Gang kommt. Da die frische Operationsnarbe Ihre Beweglichkeit einschränkt, sollten Sie bei den ersten Stillversuchen die Hilfe des Pflegepersonals in Anspruch nehmen. So können Sie ausprobieren, welche Stillposition für Sie am bequemsten ist. Folgende Stillpositionen haben sich nach einem Kaiserschnitt bewährt:

Rückengriff:
Sie sitzen leicht aufgerichtet im Bett, Rücken und Beine gut abgestützt. Ihr Baby liegt neben Ihnen auf einem Kissen, mit den Beinen nach hinten, den Mund vor der Brustwarze, so dass sein Gesicht der Brust zugewandt ist und es den Kopf nicht drehen muss. Wichtig: Führen Sie das Kind zur Brust und nicht die Brust zum Kind!

Wiegenhaltung:
Auch in dieser klassischen Stillposition sitzen Sie nach einem Kaiserschnitt zunächst nur leicht aufgerichtet.Der Kopf des Babys ruht in Ihrer Armbeuge, so dass sein Mund sich vor der Brustwarze befindet. Sie können den Arm mit Hilfe eines Kissens abstützen.

Seitenlage:
Sie können auch im Liegen stillen. Wenn Sie sehr müde und erschöpft sind, hilft Ihnen diese Position, sich ein wenig zu erholen. Sie drehen sich dabei leicht auf die Seite, so dass Sie Bauch an Bauch mit Ihrem Baby Liegen. Ihr Rücken ist dabei mit Kissen abgestützt und Ihr Kopf liegt bequem auf einem gefalteten Kissen. Ihr Baby können Sie entweder mit der Hand oder mit Hilfe einer Deckenrolle im Rücken stabilisieren.

Egal, für welche Stillposition Sie sich entscheiden: Legen Sie Ihr Kind auf ein Kissen. Das schützt die OP-Wunde und das Baby liegt auf der richtigen Höhe und kann die Brustwarze leichter fassen. So legen Sie die Weichen für eine gute Stillbeziehung.

Text: Christa Müller-Aregger, Stillberaterin IBCLC / International Education Manager
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