Natürlich schön

 

Wenn es von der Kopfhaut Schuppen schneit

Bis heute sind Schuppen ein Tabuthema. Man redet nicht gerne darüber und Betroffene schämen sich oft dafür. Wer allerdings die Ursachen kennt, kann das penetrante Rieslen von der Kopfhaut oft mit einfachen Mitteln beenden.


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Eine bekannte Situation: Man trifft in Gesellschaft einen Bekannten in dunkler Kleidung. Auf den Schultern und am oberen Rückenansatz sind überall Haarschuppen auszumachen. Man findet es eklig, sagt aber nichts. Man will schliesslich niemanden vor den Kopf stossen.
Dabei sind Kopfhautschuppen gerade im Winter ein häufig auftretendes Problem. Wichtig zu wissen: Schuppen sind kein Haar-, sondern ein Kopfhautproblem. Alle Menschen haben kleine, meist unsichtbare Schüppchen, denn die Kopfhaut erneuert sich kontinuierlich. Sichtbar werden die abgestorbenen Hautzellen erst dann, wenn viele zusammenhängen und sich zu Schuppen formieren. Meistens sind Schuppen nur ein ästhetischen Problem, das sich mit geeigneten Präparaten leicht in den Griff bekommen lässt.

Trocken oder fettig?
Es gibt zwei Arten von Schuppen: Einerseits die trockenen Kopfhautschuppen, die im ganzen Haar verteilt sind, vom Kopf rieseln und besonders auf dunkler Kleidung gut sichtbar werden. Andererseits die sogenannt fettigen Kopfschuppen, die relativ gross und eher gelblich sind und an der Kopfhaut haften. Fettige Schuppen erkennt man auch daran, dass diese oft mit Juckreiz und Rötungen verbunden sind. Trockene Schuppen treten besonders im Winter auf, wenn die Heizungsluft die Haut austrocknet oder die Kälte die Durchblutung hemmt. In der Folge beginnt die trockene Kopfhaut zu jucken und es bilden sich kleine, weisse und rieselnde Schuppen. Auch aggressive Shampoos und nicht ausreichend ausgewaschene Pflegeprodukte begünstigen die trockene Schuppenbildung. Werden nun Pflegeprodukte verwendet, die für die Bekämpfung von fettigen Schuppen gedacht sind, kann sich das Problem zusätzlich verstärken. Vielmehr gilt es, das Übel mit milden, pflegenden Substanzen anzugehen. Gute Resultate erzielt man mit folgenden Inhaltsstoffen: Zink als entzündungshemmender Wirkstoff zur Rückfallprophylaxe, rückfettende Pflegestoffe und alkalifreie Waschsubstanzen zur Stabilisierung des Säureschutzmantels sowie juckreizstillende Zusätze. Ferner sollten bei trockenen Schuppen die Haare nicht zu häufig gewaschen werden.

Übermässig viel Talg
Hingegen ist die häufigste Ursache von fettigen Kopfhautschuppen eine erhöhte Funktion der Talgdrüsen. Diese kann sowohl erblich wie auch hormonell bedingt sein oder durch externe Faktoren ausgelöst werden, zu denen vor allem Stress und eine ungünstige Ernährung gehören. Die Folge der übermässigen Talgproduktion ist ein Befall durch den Hautpilz Pityrosporum ovale, der die gesunde Kopfhaut besiedelt. Er ernährt sich von den Fetten des Talgs und setzt bei deren Verdauung Ausscheidungsprodukte wie beispielsweise Fettsäuren frei, welche die Kopfhaut reizen. Dies führt dazu, dass die Kopfhaut mehr Hornhautzellen produziert, die mit dem übermässigen Talg die fettigen Schuppen bilden. Auch können durch die gereizte Kopfhaut andere Mikroorganismen leichter eindringen, was erneut zu Rötungen und Juckreiz führen kann. Linderung verschaffen Weidenrinden- oder Weidenteer-Shampoos, die es in Ihrer Drogerie zu kaufen gibt. Durch die Kombination von Manukaöl, Schwefel und Salicylsäure werden die Schuppen schonend von der Kopfhaut abgelöst. Darüber hinaus wirken die Substanzen antiseptisch und hemmen die Talgdrüsen-Überproduktion. Grundsätzlich sollte bei der Behandlung von fettigen Schuppen täglich ein entfettendes und desinfizierendes Shampoo benutzt werden. Ursachen von gereizter und schuppiger Kopfhaut können auch Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Psoriasis oder Kontaktallergien (Färbemittel, Farb- und Duftstoffe in Haarpflegemittel) sein. Leichte Kopfschuppen sind häufig nur ein kosmetisches Problem und lassen sich gut selber therapieren.

Hilfe von innen
Nebst einer ausgewogenen und vitaminreichen Kost können Schüsslersalze unterstützend sowohl eingenommen wie auch äusserlich als Maske zur Anwendung kommen. Bei trockenen Schuppen empfiehlt sich die Kombination der Salze 3 und 8. Für die Behandlung von fettigen Schuppen wird zusätzlich die Nr. 9 ergänzt. Für die innerliche Anwendung lassen Sie drei Mal täglich 6 Tabletten pro Salz im Mund zergehen. Für eine Maske mischen Sie 10 Tabletten je Salz mit etwas Wasser zu einer Pappe und tragen diese auf das leicht feuchte Haar auf. Nach einer halbstündigen Einwirkzeit können die Haare normal gewaschen werden.

Text: Lilo Lévy