Natürlich schön

 

Wenn Mitesser auf unserer Haut spriessen

Im Fernsehen, in Zeitschriften und auf Plakatwänden – überall wird uns das Idealbild einer makellosen Haut vorgegaukelt. Doch dies entspricht bei Weitem nicht der Realität, denn im wirklichen Leben haben viele Menschen Probleme mit unreiner Haut und Akne.


© Rudolf Tepfenhart / Fotolia.com

Bei fettigem Teint, grossen Poren und einzelnen Pickeln im Gesicht wird häufig von unreiner Haut gesprochen. Vor allem offene Mitesser lassen an Verunreinigungen denken, da sie in der Mitte schwärzlich gefärbt sind. Im Mittelalter glaubten die Leute noch, dass kleine Parasiten unter der Haut hausen und sich dort von Körpersäften ernähren – daher stammt auch der Name Mitesser. Heute wiederum denken viele Menschen, dass sich Schmutz aufgrund mangelnder Hygiene in den Poren ansammelt. Doch das ist ein Märchen! In Wirklichkeit reagiert körpereigener Talg mit Luftsauerstoff und verfärbt sich dadurch dunkel. Bei geschlossenen Mitessern liegt der Hornpfropf dagegen geschützt unter der Haut, weshalb er ein weissliches bis hellgelbes Erscheinungsbild hat. Sind mehrere Pickel über das ganze Gesicht verteilt, handelt es sich um eine leichte Akne – der Übergang zwischen unreiner Haut und Akne ist dabei fliessend. Kommen starke Entzündungen sowie Pusteln und Papeln auf Brust und Rücken hinzu, liegt eine mittelschwere bis starke Akne vor – hier kann eine ärztliche Betreuung ratsam sein.

 

Den Ursachen auf der Spur

Wenn die Hormone verrücktspielen, kann sich leicht eine Akne bilden. Es ist also kein Wunder, dass 80 bis 90 Prozent der Jugendlichen betroffen sind. Aber auch Schwangere oder Frauen in den Wechseljahren klagen zuweilen über Probleme mit unreiner Haut. Schuld daran sind vor allem männliche Geschlechtshormone, die in unserem Körper eine verstärkte Talgproduktion auslösen. Liegt zugleich eine Verhornungsstörung von Haarfollikeln vor, kann sich Sekret zurückstauen und Mitesser sind die Folge. Entzündungen lassen dann nicht lange auf sich warten: Die Hauptverursacher sind Propionibakterien, denen Talg eine paradiesische Lebensgrundlage bietet. Daneben wird unerwünschtes Pickelwachstum durch verschiedene äusserliche Faktoren begünstigt. Dazu gehören bestimmte Medikamente, ölhaltige Kosmetika und natürlich Stress. Bei Männern verläuft eine Akne-Erkrankung übrigens oftmals stärker, wohingegen sie bei Frauen häufig früher auftritt und länger andauern kann. Schätzungen zufolge sind im Alter von 40 Jahren noch rund 1 Prozent der Männer und 5 Prozent der Frauen betroffen.

 

Hände weg von Schokolade?

Wie sieht es mit der vieldiskutierten Ernährung aus? Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde angenommen, dass Schokolade Mitesser aufblühen lässt. Eine Studie aus dem Jahr 1969 sorgte für ein Umdenken: Testpersonen erhielten täglich entweder einen Schokoriegel oder einen gleich aussehenden Riegel ohne Schokolade. In den beiden Gruppen wurden keine nennenswerten Unterschiede im Hinblick auf Akne-Probleme beobachtet. Später wurde allerdings festgestellt, dass die Studie einen grundlegenden Fehler aufwies: Der schokofreie Riegel enthielt ebenfalls Traubenzucker. Heute wird die Ansicht vertreten, dass Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index zu meiden sind. Dies bedeutet, dass langkettige Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten besser sind als kurzkettige Zucker aus Süssigkeiten, da sie weniger schnell ins Blut gelangen. Daneben wird der negative Einfluss von Milchprodukten diskutiert, weswegen von einem hohen Konsum abgeraten wird.

 

Vitalstoffe & Co.

Der Verzehr von Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren kann sich ebenfalls positiv auf die Haut auswirken. Dies trifft auch auf das Spurenelement Zink zu. Es spielt eine wichtige Rolle im Eiweiss-, Kohlenhydrat- und Fett-Stoffwechsel und begünstigt genauso wie Vitamin C die Gewebebildung. Eine Säure-Basen-Kur ist zudem sinnvoll, da Hautunreinheiten Ausdruck eines übersäuerten Organismus sein können. Neben einer ausgewogenen Ernährung sind Tabletten oder Pulver mit basischen Mineralsalzen praktisch in der Anwendung. Auch das Schüsslersalz Nr. 9 normalisiert den Stoffwechsel und reguliert das Säure-Basen-Gleichgewicht. Kommen eitrige Pickel hinzu, eignet sich das Schüsslersalz Nr. 12, und bei entzündlichen Zuständen hilft die Nr. 3.

 

Gebündelte Pflanzenkraft

Haben Sie gewusst, dass die Haut ein wichtiges Entgiftungsorgan ist? Indem die anderen Ausscheidungsorgane angeregt werden, wird sie entlastet und kann sich somit wieder erholen. Hier haben sich verschiedene Heilpflanzen bewährt, um das Leber-Galle-System und die Nieren anzukurbeln. So besteht eine geeignete Teemischung zu gleichen Teilen aus Schachtelhalmkraut, Goldrutenkraut, Brennnesselblättern, Ringelblumenblüten, Pfefferminzblättern und Löwenzahnwurzelkraut. Davon werden dreimal täglich zwei Teelöffel in einer Tasse mit kochendem Wasser übergossen. Nach einer Ziehdauer von zehn Minuten werden die Kräuter dann entfernt. In der Spagyrik gibt es ebenfalls viele pflanzliche Essenzen, die Akne bekämpfen. Daraus lassen sich individuelle Mischungen herstellen, die mehrmals täglich in den Mund oder direkt auf die Haut gesprüht werden.

 

Hautpflege – aber richtig!

Die innerliche Behandlung sollte auf jeden Fall von aussen unterstützt werden. Hier ist es wichtig, auf nicht komedogene Kosmetikprodukte zu achten. Dies bedeutet, dass sie keine Stoffe enthalten, die leicht Mitesser hervorrufen. Entsprechende Hinweise stehen üblicherweise auf der Verpackung. Im Handel befinden sich mittlerweile komplette Pflegelinien wie Widmer Skin Appeal, deren Produkte sich gegenseitig optimal ergänzen. Durch eine gründliche Reinigung am Morgen und am Abend werden die Poren geöffnet und überschüssiger Talg entfernt. Dies wirkt Verhornungsstörungen entgegen, und entzündungsfördernden Bakterien wird der Nährboden entzogen. Nicht vergessen: Nach der Reinigung immer ein Tonique verwenden! Dies verfeinert die Poren, weshalb sie durch das Schminken nicht so leicht verstopft werden. Selbstverständlich verbessert sich dadurch auch das Hautbild von Männern. Anschliessend wird am besten eine leichte Creme oder ein Gel aufgetragen, denn auch Aknehaut braucht Pflege. Indem der Haut Feuchtigkeit zugeführt wird, trocknet sie nicht so leicht aus. Dadurch gerät sie nicht in Versuchung, vermehrt Fett zu produzieren. Mit desinfizierenden, getönten Stiften lassen sich die Mitesser dann gezielt abdecken. Oder benutzen Sie Make-up? Hier gibt es spezielle Kosmetika für unreine Haut mit einer leichten, Öl-freien Textur.

 

Inhaltsstoffe unter der Lupe

Anhand der Inhaltsstoffe können Sie die Wirkungsweise Ihrer Akne-Produkte besser einschätzen. Ein beliebter Bestandteil ist Triclosan, da es eine bakterienhemmende Wirkung aufweist. Auch Teebaumöl besitzt antibakterielle, entzündungshemmende und zellregenerierende Eigenschaften. Dahingegen können Fruchtsäuren bei Verhornungsstörungen helfen, da sie eine schälende Wirkung auf der Haut entfalten. Salicylsäure hat einen ähnlichen Effekt und wird aus diesem Grund vielen Cremes oder Reinigungsprodukten beigemischt. Falls Kosmetika jedoch nicht ausreichend sind, kann auf medizinische Präparate zurückgegriffen werden. Sie sind entweder konzentrierter oder enthalten stärkere Inhaltsstoffe. Ein Beispiel ist kolloidaler Schwefel, der Problemstellen gut desinfiziert.

 

Porentief rein

Bei unreiner Haut haben sich auch einfache Hausmittel bewährt. So bekämpft eine Maske aus Heilerde glänzende Haut. Dafür wird das Pulver mit Wasser angerührt, bis eine dickflüssige Paste entsteht. Diese wird auf das Gesicht aufgetragen und im getrockneten Zustand mit lauwarmem Wasser wieder abgewaschen. Des Weiteren hilft ein regelmässiges Dampfbad, um verstopfte Poren leichter zu öffnen. Dazu wird eine Handvoll getrockneter Kamillenblüten in einer grossen Schüssel mit heissem Wasser übergossen. Mit einem Badetuch über dem Kopf wird das Gesicht fünf bis zehn Minuten lang über die aufsteigenden Dämpfe gehalten. Die Versuchung ist gross, die Mitesser nun auszudrücken. Doch Vorsicht: Wenn man es nicht richtig macht, drohen Entzündungen und Narben. Auf jeden Fall ist eine Desinfektion des Pickels und der Hände wichtig – man kann auch einen Komedonenquetscher benutzen.

Der Kampf gegen Mitesser ist nicht immer einfach, doch mit der richtigen Strategie lässt sich viel erreichen. In Ihrer Drogerie bekommen Sie eine fachkundige Beratung.

 

Tipps und Tricks bei unreiner Haut

Eine gute Basispflege ist das A und O bei Problemen mit Akne. Achten Sie dabei auf nicht komedogene Produkte. Ein Reinigungsschaum eignet sich beispielsweise gut, um die Haut morgens und abends zu reinigen. Danach verfeinert ein Tonique die Poren, und ein feuchtigkeitshaltiges, fettfreies Fluid oder Gel rundet die Pflege ab. So haben Verhornungsstörungen und zu viel Talg keine Chance.

 

Einzelne Mitesser können mehrmals täglich mit desinfizierendem Teebaumöl betupft werden.

 

Lassen Sie sich in Ihrer Drogerie einen Spagyrik-Spray mischen. Geeignete Bestandteile sind entzündungshemmendes Tropaeolum majus, gewebeheilendes Hypericum, hormonregulierendes Agnus castus und entgiftendes Sarsaparilla.

 

Tragen Sie zwischendurch eine Gesichtsmaske aus Schüsslersalzen auf. Für eine Anwendung werden ungefähr 50 Tabletten mit etwas warmem Wasser angerührt.

 

Bei leichten Formen ohne Entzündungen hilft ein Peeling, um abgestorbene Hautzellen

Text: Monika Lenzer