Natur-Gesund

 

«Hatschi», mein Haustier hat Grippe

Wie es die Menschen im Winter treffen kann, leiden auch die geliebten Haustiere an Erkältungen und Grippen. Ähnlich wie beim Menschen, gibt es vorbeugende Massnahmen und verschiedene Therapien. Bei Katzen gilt: Lieber einmal zu oft zum Arzt, als einen gefährlichen Katzenschnupfen riskieren.  


Ana_i_/ pixelio.de

Der Organismus unserer häufigsten Haustiere (Katze, Hund, Hamster) unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von unserem Körper. Wenn Bakterien oder Viren einen Zugang finden, wehrt sie der Körper ab. Deshalb sind die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten sehr ähnlich. Mit dem Unterschied, dass nicht jedes Tier kampflos Medikamente schluckt. Und auch bei den Tieren gibt es alternative Möglichkeiten. Selbst vorbeugende Massnahmen sind für Tierhalter ein Thema.
Während die einen ihren Tieren im Herbst prophylaktisch oder beim ersten Niesen Echinaceakügeli geben, machen andere Kuren mit Anima-Strath, das ein natürliches Aufbau- und Futterergänzungsmittel ist. Es ist reich an natürlich belassenen Vitalstoffen. Es enthält pflanzliches Eiweiss, Fett und Kohlenhydrate sowie elf Vitamine, 19 Mineralstoffe, 20 Aminosäuren und elf Aufbaustoffe. Es soll auch appetitfördernd wirken. Katzen- und Hundefreunde schätzen das Präparat wegen seiner positive Wirkung auf das Fell. Marianne von Ah von der Pilatus Drogerie in Sarnen erklärt: «In erster Linie können wir vorbeugend die Resistenz der Tiere erhöhen. Auch spagyrische Resistenzsprays bieten eine gute Vorsorge.» Dabei ist wie bei Medikamenten auf die Dosierung zu achten. Kleintieren wie Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Hühner, Vögel oder Fischen wird ein halber (2,5ml bzw. 1g Granulat) Anima-Strath oder mittelgrossen Tieren wie Hunde ein Kaffeelöffel (5ml/2g) verabreicht. Es gilt zudem, auf eine tiergerechte Umgebung zu achten sowie, wie beim Menschen, auf eine ausgewogene Ernährung, genügend Bewegung und frische Luft zu achten. Bei Meerschweinchen heisst das auch, dass staubarmes Heu und Streu angeschafft werden sollte. Im Winter sollte ausserdem an jedem Heizungsradiator ein mit Wasser gefülltes Luftbefeuchtergefäss angebracht sein.

Dem Hund läuft die Nase
Husten, Schnupfen, Niesen und Fieber sind bei den Menschen die gängigsten Symptome, ebenso bei den Tieren. Dazu kommen Antriebsmangel, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Verhaltensveränderungen – etwa wenn der Hund nicht mehr fressen und spielen mag und die Katze nicht geschmust und verwöhnt werden will – sind typische Anzeichen für eine Erkrankung des Tieres. Doch nicht nur triefende Nasen sollten die Aufmerksamkeit des Besitzers erregen, auch ausgetrocknete Nasen sind ein Symptom. Zum Beispiel für Austrocknung und Fieber. Beim Hund gilt hier besondere Vorsicht, denn eine trockene und eventuell verkrustete Nase kann auf die Viruserkrankung Staupe hindeuten. In diesem Fall muss zwingend ein Tierarzt konsultiert werden. Staupe kann das Nervensystem befallen. Bei Nerzen, Frettchen und Waschbären verläuft diese Infektion in der Regel tödlich.

Achtung: Katzenschnupfen
Auch bei Katzen gibt es eine gefährliche Krankheit, die dieselben Symptome wie eine Grippe zeigt: der Katzenschnupfen. Deshalb sollte man einen Tierarzt aufsuchen, wenn die Katze häufiger als üblich niest, hustet oder sich die Augen röten und verkleben. Eine erkrankte Katze ist zum Atmen durch das Mäulchen gezwungen. Folge davon sind Husten und Schluckbeschwerden. Die Katze muss, wenn sie weder frisst noch trinkt, zwangsernährt werden. Ist die Infektion durch ein Herpesvirus verursacht worden, so ist auch die Mundschleimhaut mit betroffen, was bedeutet, dass sich unter Umständen Bläschen an Zunge, Gaumen und Zahnfleisch bilden. Im schlimmsten Fall kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Symptome für die Verschlimmerung sind Husten und rasselnde Atemgeräusche. Der virusbedingte Katzenschnupfen ist für andere Katzen hochansteckend. Der Mensch kann den Erreger ebenfalls mit ins Haus bringen. Der Mensch kann sich nicht anstecken. Ein unbehandelter Katzenschnupfen kann chronisch werden. Der Tierarzt wird die betroffene Katze im Kampf gegen die Viren unterstützen durch Gabe von abwehrstärkenden Medikamenten und Antibiotika, um gefährliche Sekundärinfektionen durch Bakterien zu bekämpfen. Zudem braucht eine erkrankte Katze viel Wärme. Der Besitzer muss dafür sorgen, dass die Nasenlöcher frei sind. Es gibt eine Impfung gegen die Haupterreger des Katzenschnupfens. Da aber auch andere Erreger für Katzenschnupfen verantwortlich sein können, kann es – trotz Impfung – zu einer Erkrankung an Katzenschnupfen kommen.

Grippe behandeln
Wie beim Menschen gilt auch hier: Bevor dem Tier etwas verabreicht wird, sollte eine Fachperson kontaktiert werden. Denn wie Marianne von Ah erklärt: «Auf gar keinen Fall und unter keinen Umständen dürfen Haustiere mit den gleichen allopathischen Heilmitteln wie der Mensch behandelt werden. Für eine Katze zum Beispiel kann falsch dosiertes Paracetamol tödlich sein. Am besten behandelt man sein krankes Tier mit homöopathischen oder spagyrischen Heilmitteln. Das können dann sogar die gleichen sein, mit denen Kinder und Erwachsene behandelt werden.» Wobei die Dosierung natürlich fachmännisch dem Körpergewicht des Tieres angepasst werden muss. Alternative Methoden haben Vorteile, wie die Fachfrau weiter ausführt: «Ein Vorteil der homöopathischen und der spagyrischen Heilmitteln ist sicher, dass diese den Organismus des Tieres nicht belasten. Sie wirken sanft, umfassend und rasch.» Dafür muss sich das Herrchen oder Frauchen intensiver mit dem Tier beschäftigen, um die verschiedenen Symptome zu erkennen und um dann die Fragen in der spezialisierten Drogerie beantworten zu können. Meerschweinchen können bei Atemwegserkrankungen inhalieren, indem man Salzwasser aufkocht, dann die Schüssel mit dem Wasser auf den Boden, die Transportbox mit dem Meerschweinchen davor stellt und alles mit einem Handtuch abdeckt. Eine Seite der Transportbox muss frei bleiben, damit das Meerschweinchen dem Dampf ausweichen kann. Rotlichtlampen helfen Katzen, Hunden, Hamstern und Meerschweinchen. Wobei darauf geachtet werden muss, dass nicht der ganze Käfig beleuchtet wird; das Tier muss sich zurückziehen können.

Medikamente verabreichen
«Die Verabreichung der Arzneien ist in den wenigsten Fällen ein Problem. Die meisten Tiere nehmen die homöopathischen Globuli problemlos ein und auch spagyrische Essenzen können ohne Kämpfe mit dem Tier verabreicht werden», ist Marianne von Ah überzeugt. Am besten ist es, wenn die Medikamente pur verabreicht werden können, doch oft ist es einfacher, die Globuli zum Beispiel mit Parfait zu verabreichen. Tierärzte kennen Tricks, die sich Tierhalter auch ruhig einmal zeigen lassen können. Sodass die nötigen Medikamente auch wirklich regelmässig genommen werden. Wenn sich die Situation nicht innert einiger Tage verbessert oder gar verschlechtert oder das Tier nicht frisst, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Empfehlung:

Schüsslersalze für das Tier
Schüsslersalze können im Trinkwasser aufgelöst werden oder man vermischt die Tablette mit dem Futter. Die leicht süssen Salze werden von Tieren gut gefressen. Bei einer Grippe empfehlen sich die Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) und die Nr. 10 (Natrium sulfuricum). Die Dosierung hängt von der Grösse des Tieres ab: Katzen, kleine Hunde und Kleintiere erhalten dreimal täglich eine halbe Tablette und grössere Hunde je eine bis zwei Tabletten. Bei einer Erkältung stehen die Nr. 3 (Ferrum phosphoricum), Nr. 5 (Kalium phosphoricum), Nr. 10 (Natrium sulfuricum), Nr. 17 (Manganum sulfuricum), Nr. 22 (Calcium carbonicum), Nr. 23 (Natrium bicarbonicum) oder Nr. 27 (Kalium bichromicum) zur Auswahl. Es werden maximal drei verschiedene Salze kombiniert.

Text: Cornelia Nussbaum