Natur-Gesund

 

Schlafprobleme - und wie Sie diese loswerden

Gut zu schlafen, ist für immer mehr Menschen in der Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit. Vieles liegt in den eigenen Händen, um eine Verbesserung zu erreichen. Dann gibt es auch noch die kleinen Helfer mit grosser Wirkung, um den richtigen Rhythmus zu finden.


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Die Themen Schlaf und Schlafprobleme sind sehr vielschichtig. Das ist auch ersichtlich, wenn man auf der Webseite der Klinik für Schlafmedizin (www.ksm.ch) nachliest, wie viele medizinische Fachpersonen aus verschiedenen Sparten zusammenarbeiten. Um Schlafprobleme angehen zu können, müssen wir uns zuerst mit den möglichen Gründen dafür beschäftigen. Ursachen gibt es viele, und sehr oft ist es schwierig oder gar unmöglich, die eine herauszufinden. Häufig liegen mehrere Gründe vor, die in Kombination zu Problemen führen. Viele Schwierigkeiten entstehen durch die Art, den Alltag zu gestalten oder gestalten zu lassen. Oft führt die Lebensweise zu Stress, und das gibt den gefühlten Stress und den Stress mit deutlichen körperlichen Symptomen, die
durch vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen (unter anderem Kortisol) hervorgerufen werden. Kurzfristig fühlt man sich im Stress leistungsbereiter. Längerfristig führt er auch zu Schlafstörungen. Schlafmangel bewirkt weniger Belastbarkeit und in der Folge wiederum mehr Stress.

Stressbewältigung
Einige Tipps, wie mit dem Stress im Alltag besser umgegangen werden kann:
Unser Körper liebt Regelmässigkeit. Versuchen Sie, den Tag etwas zu strukturieren, was die Aufstehzeit, die Essenszeiten, den Feierabend und das Zu-Bett-Gehen betrifft; wenn wir schon dabei sind, dann gehört auch der Gang auf die Toilette in diese Aufzählung. Dabei gilt es, für die einzelnen Punkte genügend Zeit einzuplanen. So bauen Sie automatisch zeitliche Ruheoasen in Ihren Alltag ein. Die meisten von uns haben verlernt, richtig zu atmen oder bewusst zu atmen. Durch den Stress kommt es zu flacher, kurzer Atmung. Mit einer bewussten tiefen «Bauchatmung» gelangen wir wieder aus dem Stressmodus heraus. Um das zu schaffen, empfiehlt es sich, die tiefe Atmung zu üben. Dann können Sie diese gezielt in stressigen Momenten einsetzen, um etwas
«runterzukommen». Nicht umsonst sagt der Volksmund: «… atme zuerst tief durch,
bevor du etwas Unüberlegtes tust.» Die tiefe Atmung leistet auch beim Einschlafen gute
Dienste. Eine Anleitung für erste Schritte hin zu einer bewussten Bauch atmung finden Sie beim Text "Dank tiefem Atmen ruhiger" oder in Ihrer Drogerie.

Hilfreiche Einschlaf-Rituale
Wer den ganzen Tag über ständig beschäftigt war und dann mit diesem «vollen» Kopf ins Bett geht, programmiert die Einschlafprobleme fast schon vor. Wenn erst im Bett der erste Moment der Ruhe herrscht, werden die Gedanken auch erst dann ins Fliessen kommen und uns daran hindern, einzuschlafen. Schaffen Sie Ihren Gedanken
mit ganz einfachen Mitteln Raum. Unmittelbar bevor Sie ins Bett steigen, bereiten Sie
sich einen ungesüssten Tee zu; idealerweise einen Nerven-Schlaftee. Setzen Sie sich mit Ihrem Tee an den Tisch und nehmen Sie sich Zeit zum Trinken. Während dieser Zeit läuft kein Fernseher, kein Radio, kein Natel oder Ähnliches, da liegt keine Zeitung, sondern nur ein weisses Papier, um wichtige Gedanken oder Ideen zu notieren und in der Folge loslassen zu können. Machen Sie das jeden Abend, «weiss» Ihr Körper mit der Zeit, dass nach diesem Ritual geschlafen wird. Sie programmieren sich auf diese Weise ein Schlafprogramm.

Wenn Essen und Trinken stören
Schwere Kost und Alkohol am Abend können zu Schlafproblemen führen. Sei es, weil das Essen noch lange störend wie ein Stein im Magen liegt oder weil der Körper zu viel Hitze produziert beim Versuch, das Zuviel an Energie vom Essen oder Alkohol zu verbrennen. Deshalb gilt in warmen Gefilden: Abends leichte Kost und wenig Alkohol. Wer grundsätzlich, auch bei normalem oder gar leichtem Essen, Mühe hat, zu verdauen,
sollte sich beraten lassen, was mit den Verdauungsorganen respektive den Verdauungssäften nicht rund läuft.

Die Sache mit der Organuhr
Manchmal zeigen die Organe an, dass es ihnen nicht gut geht. Zumindest im Verständnis naturheilkundlicher Gedankenmodelle. Wer zum Beispiel jede Nacht zwischen 1 und 3 Uhr aufwacht, hat im traditionell chinesischen (TCM) Verständnis eventuell ein Problem mit der Leber. Wobei es sich um energetische Probleme handelt, die sich mit der Zeit auf der stofflichen Ebene bemerkbar machen können. In der TCM zeigt die Organuhr an, welches Organ zu welcher Zeit, energetisch gesehen, am aktivsten ist. Mit diesem Schlüssel können auch Schlafprobleme ganz anders verstanden und angegangen werden, insbesondere wenn es sich um Durchschlafprobleme handelt. Je nach Organ und je
nach Problem (zu aktiv, zu passiv, gestaut) können Heilpflanzen sehr gute Dienste leisten. Sie können eine Darstellung der Organuhr hier downloaden oder Ihrer Drogerie finden Sie eine Organuhr. Es können auch organische Probleme respektive
Krankheiten oder Medikamente zu Schlafproblemen führen. Das bedarf dann einer ärztlichen Abklärung, eventuell in einer Klinik für Schlafmedizin.

Ein guter Schlafplatz ist halb geschlafen
Neben Ursachen, die im Menschen selbst liegen, gibt es eine Vielzahl von möglichen Schlafstörern, die von aussen einwirken. Wem nach dem Schlafen immer ein Körperteil schmerzt, sollte auf alle Fälle auch das Bett (Matratze und Rost) kritisch hinterfragen. Das Bett sollte in einem angenehm kühlen Raum stehen (ideal wären 18 – 20 Grad Celsius), mit frischer Luft und genügend Dunkelheit. Denn Licht beeinflusst unseren Schlaf-Wach-Modus über die Melatonin-Ausschüttung im Hirn. Hilft alles nichts, kann eventuell das Bett an einen anderen Ort verschoben werden. Wenn es darum geht, bestimmten Strahlen oder Schwingungen aus dem Weg zu gehen oder sie zu nutzen, können Feng-Shui oder die Radiästhesie zu Hilfe gezogen werden. Bei beiden Gedankenmodellen
fehlt ein «wissenschaftlicher» Wirkungsnachweis. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass schon
viele Anwendungen dieser Lehren von Erfolg gekrönt waren. Bei der Radiästhesie geht es um die Empfindlichkeit gegenüber Strahlungen. Strahlungen, die immer um uns herum sind, sei es aus dem All oder von der Erde. Durch bestimmte Konstellationen in der Erde kann es zu Störungsfeldern kommen, die uns dann etwa am Schlaf hindern. Im Feng-Shui geht es um die Energien, die in einem Raum wirken, wobei sich diese aus verschiedenen Komponenten zusammensetzen; wie zum Beispiel den Menschen, die darin wohnen, die Form des Raumes oder die geografische Ausrichtung. Mit diesem Verständnis kann der Raum, die Wohnung und das Büro, optimal genutzt werden.

Kleine Helfer mit grosser Wirkung
Pflanzliche Heilmittel leisten auch bei Schlafproblemen gute Dienste. Eine der bekanntesten Heilpflanzen bei Schlafproblemen ist der Baldrian. Hochdosierte Tees und Tinkturen (alkoholische Auszüge) von ihm wirken einschlaffördernd, während Auszüge, welche die fettlöslichen Wirkstoffe beinhalten (in entsprechenden Dragees oder Tabletten), ausgleichend auf die Psyche und das Vegetativum wirken können. Bei manchen Menschen hat der Baldrian gar anregende Wirkung. Nach Roger Kalbermatters
Buch «Pflanzliche Urtinkturen», bedeutet das: richtiges Mittel – zu hoch dosiert. Das trifft bestimmt bei den von ihm entwickelten kraftvollen Ceres-Tinkturen zu.

Empfehlung:

  • Bauen Sie Stress schon innerhalb des Tages ab, Ventile suchen wie Waldspaziergänge.
  • Gehen Sie mit runtergefahrenen System und «leerem» Kopf ins Bett, wenn möglich
    immer etwa um die gleiche Zeit.
  • Nutzen Sie die Kraft der Pflanzen gezielt, am sichersten mit einer entsprechenden
    Beratung in Ihrer Drogerie.
  • Ernähren Sie sich auch am Abend bewusst und trinken Sie nicht zu viel vor dem Ins-Bett-Gehen.
  • Achten Sie auf den richtigen Schlafort mit der richtigen Temperatur und Dunkelheit und nehmen Sie sich Zeit für Ihr Schlafritual.

Angenehme Nachtruhe.

Text: Patrick Seiz