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Schweiss reguliert

Schweiss beschäftigt uns stark, vor allem wenn er spürbar ist wie im Sommer oder in Stresssituationen. Schwitzen ist für unsere Körperfunktionen wichtig und kann bisweilen eine Signalwirkung haben.

Würde der Mensch nicht schwitzen, so müsste er wie ein Hund bis zu 200 mal pro Minute hecheln, um über die Mundschleimhaut Wasser abdampfen zu lassen oder sich wie ein Elefant im Morast wälzen, um sich abzukühlen. So betrachtet, ist es viel angenehmer, über den ganzen Körper Millionen von Schweissdrüsen verteilt zu haben, um eine Überhitzung des Körpers und somit eine Störung im Stoffwechsel zu vermeiden. Unsere Körperfunktionen laufen bei einer Temperatur zwischen 36.4C° und 37.4C° am besten ab. Droht diese anzusteigen – ohne dass eine erhöhte Stoffwechselfunktion für eine Infektionsabwehr nötig ist (zum Beispiel bei Fieber) – verstärkt der Körper die Schweissabsonderung. Der Schweiss verdampft auf der Haut und entzieht dem Körper die überschüssige Wärme. Schwitzen ist daher ein sehr wichtiges Instrument zur Regulierung der Körpertemperatur. In der Naturheilkunde stellt es zudem eine der fünf wichtigen Ausleitorgane dar – neben der Leber, der Niere, dem Darm und der Lunge.

Befeuchtung der Haut

Wir schwitzen ständig, aber meistens nur in geringem Masse. Das «unsichtbare» Schwitzen dient der Befeuchtung der Haut und der Erhaltung des Säureschutzmantels, welcher wiederum für unsere Bakterienbesiedelung wichtig ist. Erst dann, wenn sich die Temperatur im Körper durch Bewegung oder heisses Wetter erhöht, steigt die Schweissmenge. Im Sport scheiden wir bis zu mehr als zwei Liter Schweiss pro Stunde aus – daher ist trinken während und nach dem Sport wichtig. Beleibte Menschen schwitzen tendenziell stärker, weil ihr Kreislauf mehr träges Gewebe bewegen muss und somit schneller überhitzt. Grundsätzlich ist es aber eine Typenfrage, ob jemand viel oder wenig schwitzt. Auch schlanke Menschen können durchaus stark schwitzen.


Gesunder Schweiss nach sportlicher Betätigung - dadurch wird die Körpertemperatur reguliert.

Geruch vermeiden

Schweissgeruch entsteht, wenn die Bakterien auf der Hautoberfläche die Schweissbestandteile (ca. 99% Wasser, der Rest sind Mineralsalze, Lactate, Aminosäuren und Harnsäure) zu geruchsintensiven Stoffen abbauen. Unter den Armen, um die Brustwarzen und im Genitalbereich verfügen wir zu den wärmeregulierenden Schweissdrüsen zusätzlich noch «Duftdrüsen». Diese haben eine Signalfunktion. Der Schweiss aus diesen Drüsen hat eine andere Zusammensetzung, dessen Abbauprodukte den intensiven Schweissgeruch ausmachen. Wobei die Schweiss- wie auch die Bakterienzusammensetzung auf der Haut den Geruch beeinflussen. Bei Tieren stellt diese Signalwirkung zum Teil eine wichtige Kommunikationsform dar. Wir Menschen dagegen können solche Duftmoleküle nicht verarbeiten. Hunde hingegen können die Angst des Menschen riechen. Denn im Stress werden insbesondere diese Duftdrüsen aktiviert. Auch der kalte Schweiss ist ein Stress- oder gar Krankheitszeichen und dient nicht der Wärmeregulation. Gegen Schweissgeruch greifen wir täglich zum Deostift. Auf die Wärmeregulation hat dies keine Auswirkung. In jüngster Zeit werden Bedenken über Aluminiumhaltige Wirkstoffe in den Deodorants respektive den Antitranspiranten (diese vermindern Geruch und Schweissmenge) im Zusammenhang mit Brustkrebs und Alzheimer immer lauter. Heute stehen eine ganze Menge Aluminiumfreien Deos zur Auswahl.

Wer stark schwitzt, kann auch von innen her etwas dagegen tun. Zum Beispiel mit kühlenden Lebensmitteln. Das sind grundsätzlich alle wasserhaltigen und sauren Früchte. Deshalb macht es viel mehr Sinn, Zitrusfrüchte im Sommer zu geniessen statt im Winter. Gut geeignet sind auch saure Birnen, Beeren sowie Gurken und Melonen. Der Schüssler-Salz Nr. 8 (Natrium chloratum) vermag den Wasserhaushalt zu regulieren, ein harntreibender Nierenfunktionstee entlastet die Haut. Der Salbei darf als «Drüsenausgleicher» nicht fehlen – idealerweise als Tropfen. Sollte der Stress ein Schweisstreiber sein, gilt es diesen zu mindern. Doch lassen wir die Hunde hecheln und die Elefanten sich im Morast wälzen – und stattdessen den Sommer mit Zitronenwasser im Schatten geniessen.

Text: Patrick Seiz​​, Bilder: Beat Brechbühl

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