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Schweiss, der peinlich- hitzige Begleiter

Schwitzen sorgt dafür, dass unser Körper mit wärmeren Temperaturen klarkommt, und wir nicht wie Hunde hechelnd nach Luft schnappen müssen. Doch wann gilt Schweiss als salonfähig und wann nicht? Was kann bei übermässigem Schwitzen Abhilfe schaffen?
Wer jemals im Hochsommer in einem überfüllten Zug oder Bus unterwegs war, kann über Schwitzen ein Lied singen. Vor allem wenn die Sitznachbarn keine Deodorant zu kennen scheinen. Eigentlich ist frischer Schweiss ja geruchlos, unangenehm für das nähere Umfeld wird es erst, wenn dieser später mit Hilfe von Bakterien zersetzt wird. Beim Sport dagegen, gilt der Schweiss als salonfähig. Auch in der Sauna gilt: Je mehr es fliesst, desto besser. Doch wehe, die Hände werden beim Vorstellungsgespräch feucht. Oder der Schweiss malt verräterische Flecken unter die Achseln. So oder so, ob frischer oder alter Schweiss, ohne diesen läuft in unserem Körper gar nichts. Vielmehr sorgt der anhänglich-hitzige Begleiter für eine ideale Betriebstemperatur. Durch den Schweiss reguliert unser Organismus seine Körpertemperatur. Wenn diese an Hochsommertagen oder bei körperlicher Betätigung 37 Grad Celsius zu übersteigen droht, gibt das Zwischenhirn über die Nervenbahnen an die Haut den Befehl: Abkühlen! Dann tritt aus 3 Millionen Schweissdrüsen – vor allem in den Achselhöhlen, im Nacken, am Kopf, auf der Stirn, an Hand- und Fussflächen – Flüssigkeit aus, die verdunstet und dem Körper dadurch Wärme entzieht. Schafft es unser Körper nicht mehr, seine Temperatur zu regulieren, kommt es zu einem Wärmestau und im schlimmsten Fall zu einem Hitzschlag. Dieser ausgeklügelte, körperliche Vorgang sorgt dafür, dass wir Menschen mit wärmeren Temperaturen umgehen können und wir uns nicht wie Hunde hechelnd mit Luft kühlen müssen.
So bildet denn grundsätzlich jeder Mensch Schweiss. Umfang und Intensität unterscheiden sich allerdings individuell. Während einige schon bei der geringsten Anstrengung förmlich zerfliessen, tut sich bei anderen gar nichts. Manche schwitzen dabei unter den Armen, andere wiederum an Füssen und Händen, im ganzen Gesicht oder auf der Stirn. Erbe der Urzeit
Hand- und Fussschweiss gelten als ein Relikt aus der Uhrzeit. Der Mensch musste damals noch vor wilden Tieren flüchten. In Angstsituationen scheiden wir noch heute die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin aus. Diese bewirken unter anderem feuchte Hände und Füsse und somit eine bessere Bodenhaftung. Gut für eine schnelle Flucht!
Der Übergang vom physiologischen, also natürlichen Schwitzen zum krankhaften Schwitzen (Hyperhidrose) ist meist fliessend. Allerdings leiden weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung unter übermässigem Schwitzen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der primären Hyperhidrose und einer meist generalisierten sekundären Art. Bei Erstgenanntem sind meisten emotionale Faktoren ursächlich, bei der sekundären Form liegt oft eine innere Erkrankung wie beispielsweise Schilddrüsenüberfunktion, Zuckerkrankheit oder eine hormonelle Störung vor. Hormonelle Umstellungen können die Schweissproduktion generell beeinflussen. So beginnt das Leiden meist nach der Pubertät und ist nicht selten vererbt. Bei leichtem Fussschwitzen kann auch das falsche Schuhwerk oder ungünstige Socken (z.B. Synthetische Materialien anstelle von Leder und Leinen) eine Rolle spielen. Gegen die fliessenden Ströme
In Ihrer Drogerie finden Sie die unterschiedlichsten Deodorants gegen leichtes Schwitzen. Antitranspirante sind das Mittel der Wahl, um den Schweissfluss zu hemmen. Salbeiextrakte unterstützen diese Massnahmen von innen heraus. Hingegen sollten Alkohol, heisser Tee, Kaffee und scharfe Gewürze eher gemieden werden. Wer unter Achselgeruch leidet, kann sich die Haare, in welchen die Bakterien den Schweiss zersetzen, entfernen. Bei der Bekleidung empfiehlt es sich, auf nicht zu enge, natürliche Textilien zu setzen und wenn immer möglich barfuss zu gehen. Wechselstrombäder eigenen sich besonders bei vermehrtem Schwitzen an Händen und Füssen. Wenn der Schweissfluss dennoch nicht versiegen will, lohnt sich eine Abklärung beim Arzt. Dort können unter anderem Therapiemethoden wie das operative Entfernen der Schweissdrüsen besprochen werden. Text: Lilo Lévy
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