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Aluminium - ein Problem im Nahrungsmittel?

Was geschieht, wenn man zum Beispiel eine Tomate oder einen Fisch mit Alufolie einpackt? Warum sollte man dies nicht tun? Wir sagen, wie man sich vor einem Zuviel an Aluminium schützen kann.

Muss man jetzt Angst haben? Wer die immer wieder aufkommenden und in den Medien gerne geführten Diskussionen über Aluminium im menschlichen Körper und der Wirkung des Leichtmetalls verfolgt, muss sagen: vielleicht. Es lohnt sich, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wer dies tut, der darf sich beruhigen. Und doch gilt es einiges zu beachten. Doch der Reihe nach.

Bereits seit den Siebzigerjahren läuft die Diskussion: Wie stark beschädigt Aluminium einen menschlichen Körper? Hängen Alzheimer-Krankheit und Arten der Demenz direkt mit der Aufnahme und dem Vorkommen des Leichtmetalls im Körper zusammen? Immer wieder berichten wissenschaftliche Studien mindestens von Anzeichen dafür. Insbesondere der weltweit führende Spezialist in dieser Frage, der Brite Christopher Exley, Forscher und Professor an der englischen Universität Keele, beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage. Indes, es ist bisher keinem Team gelungen, die wissenschaftliche Beweisführung für einen Zusammenhang zwischen Aluminiumaufnahme und einer Alzheimer-Krankheit nachzuweisen.

Und doch ist die Aluminiumfrage nicht einfach wegzuwischen. Der Mensch nimmt Aluminium durch Trinkwasser oder Lebensmittel auf. Gesunde Menschen mit funktionierenden Nieren scheiden dieses wieder aus. Dennoch kann sich das Leichtmetall auch bei Gesunden im Laufe des Lebens im Körper anreichern, dann vor allem in der Lunge und im Skelettsystem. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat vorsichtshalber schon vor Jahren eine tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge definiert: Diese liegt bei einem Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht, das oral über die Nahrung aufgenommen wird.

Hinlänglich bekannt ist, wie das Leichtmetall über kosmetische Produkte in den Körper gelangen kann. Aluminium wird vor allem in Deodorants verwendet, die dem Schweisstreiben ein Ende bereiten sollen. Diese sogenannten Antitranspirantien weisen oft hohe Anteile an Aluminium auf. Der morgendliche Gebrauch eines aluhaltigen Deos kann denn auch bereits die empfohlene Alu-Tagesobergrenze für den Menschen erreichen oder überschreiten. Umso wichtiger wäre es, gerade bei den Antitranspirantien auf Produkte auszuweichen, die nachweislich kein Leichtmetall enthalten.


Die Aluminium-Frage ist nicht einfach wegzuwischen. Der Mensch nimmt Aluminium durch Trinkwasser oder Lebensmittel auf.

Deodorants und Kosmetika sind das eine, Nahrungsmittel das andere. Wie kommt Aluminium überhaupt in die Nahrung? Dafür gibt es mindestens drei Erklärungen. Die erste: durch das Nahrungsmittel selber, auf ganz natürlichem Weg. Es existieren schlicht einige unverarbeitete, die Aluminium in sich tragen. Darunter sind zum Beispiel Miesmuscheln, Randen, Spinat, Kopfsalat und Blumenkohl.

Der zweite Grund ist beim Hersteller der Nahrungsmittel zu suchen. Einige Farbstoffe für Nahrungsmittel dürfen Aluminium enthalten. Sie sind vor allem für Überzüge von Zuckerwaren im Einsatz, bei Dekorationen von Kuchen oder bei Backwaren. Die Mengen sind jedoch sehr gering. Die dritte Erklärung ist jene, die am meisten Kopfzerbrechen macht. Wir bereiten unsere Menüs oft mit Hilfsmitteln zu, die Aluminium enthalten. Von diesen sind zum Beispiel die Lebensmittelverpackungen oder das Geschirr zu nennen. Der Grund dafür: Aluminium ist unter dem Einfluss von Säure oder Salz löslich. Unbeschichtete Alu-Schalen oder -Folien können deshalb je nach Temperatur oder Dauer des Kontakts Aluminiumionen an die Nahrungsmittel abgeben.

Der Rückschluss ist deshalb einfach und mündet in einen praktischen Tipp: Erhitzen Sie säure- oder salzhaltige Speisen nur in beschichteten Aluminiumschalen. Diese sind ausdrücklich so beschriftet – wenn nicht, dann muss man davon ausgehen, dass sie über keinen Schutz verfügen, so wie die Wegwerf-Billigschalen für den Grill. Für das Warmhalten oder das Aufbewahren im Kühlschrank gilt dasselbe. Mit unbeschichteten Alufolien, sollten Sie saure oder salzige Nahrungsmittel weder wärmen, erhitzen noch aufbewahren. Konkret: Nie Tomaten, Käse, Rhabarber oder Äpfel in Alufolien aufbewahren. Hierzu sind spezielle Papiere die viel gescheitere Lösung. Es ist nicht schwierig, dem Aluminium der Verpackungen und Hilfsmittel aus dem Weg zu gehen. Das einzige was passieren kann – man fällt auf die urbanen Mythen herein. Nespresso-Kapseln als Alu-Booster? Dosengetränke als Alu-Transporter? Mitnichten. Die Deckelfolie der Kaffeekapseln ist auf ihrer Innenseite lackiert, also beschichtet. Dasselbe gilt für Dosen, Flaschen oder andere Verpackungen, die aluhaltig sind. Wer nun beim Grillieren auf der Aluschale noch auf das frühe Salzen und Würzen verzichtet, der macht fast alles richtig. Noch besser wäre es, Edelstahl, Emaille oder Keramik als Unterlage zu verwenden und auf das Aluminium zu verzichten. Sicher ist sicher.

Text: Bruno Affentranger, Bilder: Beat Brechbühl

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