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Gesundes Essen - Essbare Irrtümer

Man ist, was man isst. Gerade nach den Festtagsgenüssen ist es 
wichtig, wieder eine gesunde Balance zu finden. Eine ausgewogene, 
gesunde Ernährung ist aber nicht bloss ein Neujahrsvorsatz – 
sie ist über das ganze Jahr wichtig.

Noch nie war es so einfach, sich gesund und bewusst zu ernähren wie heute. Immer mehr Leute erkennen die Bedeutung gesunden Essens. Das Überangebot an Nahrungsmitteln und die vielen Foodtrends machen es aber schwer, den Überblick zu behalten und Ernährungsirrtümern zu entgehen. Zugegeben, vieles wissen Mann und Frau mittlerweile. Trotzdem möchten wir zum Jahresstart einige der häufigsten Irrtümer in Bezug auf die Ernährung aufzeigen.

Viel Obst, zu wenig Gemüse 

Früchte sind gesund, gar kein Zweifel. Ausserdem ist Obst meist sofort zum Verzehr geeignet. Rüsten und Kochen entfallen, was sehr bequem ist. Das verführt dazu, dass die tägliche Portion Obst und Gemüse – das sogenannte «Take 5» – nur noch aus Früchten besteht. «Take 5» steht aber für drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst. Gemüse liefert, genau wie Obst, wichtige Stoffe für die Gesundheit, jedoch unterschiedliche. Es ist die Vielfalt, die hier wichtig ist. Und noch etwas: Auch Smoothies werden aus Obst und Gemüse hergestellt. Viele Smoothies enthalten jedoch vorwiegend Obst, weil dieses den meisten besser schmeckt. Hier kommt noch ein weiteres Problem hinzu. Wir trinken in der Regel mehr Obstsaft, als wir Obst essen. Dies ist vor allem für Menschen wichtig, die Probleme mit der Verdauung von Fruchtzucker haben. Denn auch die natürliche Fructose (Fruchtzucker) aus dem Obst kann Beschwerden auslösen, wenn sie im Übermass genossen wird.


Eine ausgewogene, 
gesunde Ernährung ist das ganze Jahr wichtig.

Rohkost am Abend

«Essen Sie am Abend etwas Leichtes.» Diesen Tipp kennen die meisten und verstehen unter leichtem Essen etwas Fettarmes – für viele also Salat. Die Empfehlung müsste aber richtig heissen: «... etwas leicht Verdauliches.» Rohkost, wie Salat oder Gemüse, ist aber für viele schwer verdaulich. Gerade am Abend belastet sie die Verdauung und die Schlafqualität. Leicht verdaulich sind zum Beispiel gedünstetes, grilliertes Gemüse (auch als Salat zubereitet), Gemüsesuppen oder fermentiertes Gemüse. Damit die Verdauung und der Schlaf nicht beeinträchtigt werden, ist generell gründliches Kauen wichtig.

Vollkorn, ja, aber …

Brote, Nudeln und Gebäck aus Vollkornmehl sind gesünder als Weissmehlprodukte. Das stimmt grundsätzlich. Aber eine Umstellung von null auf hundert ist nicht empfehlenswert. Wer Vollkorn nur dem Namen nach kannte und dann gleich komplett umstellt, wird ziemlich sicher Probleme mit der Verdauung haben. Völlegefühle, Blähungen oder Krämpfe können die Folge einer zu schnell umgesetzten Nahrungsumstellung sein. Es ist sinnvoll, die Ernährung nach und nach zu verändern. Wir Schweizerinnen und Schweizer haben generell die Tendenz, zu viele Kohlenhydrate zu essen. Bei den Hauptmahlzeiten hilft eine ganz einfache Regel. Der Teller soll zur Hälfte mit Gemüse bzw. Obst und zu je einem Viertel mit Eiweiss und Kohlenhydraten gefüllt sein. Nicht, wie meistens üblich, zur Hälfte mit Kohlenhydraten.

Zu wenig Eiweiss, vor allem im Alter

Eiweisse sind wichtige Baustoffe für unsere Zellen. Vor allem auch für eine gute Muskulatur. Insbesondere ältere Menschen weisen häufig einen Eiweissmangel auf. Das ist dem nachlassenden Appetit und sozialen Defiziten, wie 
z. B. alleine kochen und essen, geschuldet. Ein gravierendes Problem, denn dem Körper fehlen durch den Eiweissmangel wichtige Bausteine. Ältere Menschen sollten deshalb bewusst auf ihre Eiweisszufuhr achten. Essen Sie regelmässig Eiweisse aus verschiedenen Quellen. Fleisch, Fisch, Milchprodukte, aber auch pflanzliche Eiweisse wie Bohnen, Linsen oder Kichererbsen sollten täglich den Speiseplan bereichern.

Omega-Fettsäuren – die Mischung machts 

  Alle Fettsäuren sind für die menschliche Gesundheit wichtig. Allerdings ist das richtige Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren entscheidend. Unsere Ernährung ist stark von Omega-6-Fetttsäuren geprägt, wie sie z. B. in tierischen Lebensmitteln und Sonnenblumenöl vorkommen. Omega-3-reiche Lebensmittel wie z. B. fette Meeresfische (Thunfisch, Hering, Lachs usw.), Walnüsse, Leinöl sowie Öle aus Hanf, Walnüssen und Raps kommen in unserer Ernährung zu kurz. Die Weltgesundheitsorganisation rät, maximal viermal mehr Omega-6- als Omega-3-Fettsäuren zu sich zu nehmen. Also ein Verhältnis von 4:1. Das aktuelle Verhältnis liegt aber bei 10:1. Es ist daher dringend zu empfehlen, den Konsum an Omega-3-reichen Lebensmitteln zu erhöhen bzw. Omega-6-reiche Fette und Öle zu reduzieren. Übrigens ist Olivenöl entgegen der landläufigen Meinung ein schlechter Omega-3-Lieferant. Mischen heisst also die Devise für ein gesundes Verhältnis.


Man ist, was man isst.

Bio, vegan, lactosefrei – alles gesund?

Die Nahrungsmittelindustrie ist mittlerweile von Labels geprägt. Diese Label stehen für bestimmte Anbau- und Verarbeitungsmethoden oder zeigen an, dass auf gewisse Inhaltsstoffe verzichtet wurde. Sie sagen aber nichts über den Gesundheitswert des Erzeugnisses aus. Viele Produkte mit Bio-, Vegan-, Lactosefrei- oder ähnlichen Labels sind wahre Zucker- und Fettbomben. Wer auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achtet, der sollte auch hier besser einen zweiten Blick auf die Zutaten- und Nährwertliste werfen. Es lohnt sich. Dies sind nur die häufigsten Irrtümer in Bezug auf unsere Ernährung und ist keine abschliessende Liste. Aber diese Hinweise helfen Ihnen vielleicht dabei, den Verlockungen des Alltags und der eigenen Bequemlichkeit ein Schnippchen zu schlagen und sich wirklich gesund und ausgewogen zu ernähren. In Ihrer Drogerie und Apotheke erhalten Sie kompetente Auskunft darüber.

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl

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