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Wenn das Immunsystem überreagiert

Wenn die Nase läuft, die Augen tränen und die Haut juckt, schlägt unser Immunsystem Alarm – obwohl gar keine echte Gefahr besteht. Allergien sind Ausdruck einer überempfindlichen Abwehr, die harmlose Stoffe wie Pollen oder Nahrungsmittel bekämpft. Warum das passiert und wie sich die Reaktion sanft regulieren lässt, lesen Sie hier.

Unser Immunsystem arbeitet im Alltag wie ein aufmerksamer Wächter. Es erkennt Krankheitserreger, macht sie unschädlich und sorgt dafür, dass wir gesund bleiben. Normalerweise unterscheidet es zuverlässig zwischen gefährlich und harmlos. Bei einer Allergie gerät dieses fein abgestimmte System jedoch aus dem Gleichgewicht. Plötzlich stuft der Körper eigentlich harmlose Stoffe wie Blütenpollen, Hausstaub oder bestimmte Nahrungsmittel als Bedrohung ein. Statt Gelassenheit folgt Alarmbereitschaft. Entzündungsstoffe werden ausgeschüttet, Schleimhäute schwellen an, die Haut juckt, die Nase läuft. Der Körper kämpft gegen etwas, das ihm gar nichts anhaben will.

Die Ursachen

Warum manche Menschen Allergien entwickeln und andere nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine genetische Veranlagung spielt eine wichtige Rolle. Sind Eltern oder nahe Verwandte betroffen, steigt das Risiko deutlich. Doch auch Umweltfaktoren beeinflussen die Anfälligkeit. Luftverschmutzung, Stress, Zigarettenrauch, hormonelle Veränderungen oder eine übertrieben hygienische Lebensweise können das Immunsystem empfindlicher machen. Besonders in der Kindheit prägt sich die Reaktionsweise der Abwehr. Kommt der Körper nur selten mit Keimen in Kontakt, fehlt ihm die nötige Trainingserfahrung. Das Immunsystem reagiert dann später schneller und heftiger auf eigentlich harmlose Reize.

Die häufigsten Allergietypen

Allergien werden je nach Reaktionsgeschwindigkeit unterschieden. Beim Soforttyp treten Beschwerden innerhalb von Sekunden bis Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Verantwortlich ist vor allem der Botenstoff Histamin, der Entzündungen auslöst. Typische Beispiele sind Heuschnupfen, Hausstauballergie, Tierhaarallergie oder bestimmte Nahrungsmittelallergien. Symptome sind Niesen, Juckreiz, Schwellungen, Atemnot oder in schweren Fällen ein anaphylaktischer Schock (lebensbedrohliche allergische Sofortreaktion). Der Spättyp entwickelt sich langsamer. Die Reaktion zeigt sich oft erst nach Stunden oder Tagen. Hier sind spezielle Immunzellen beteiligt, die eine Entzündung der Haut oder Schleimhäute hervorrufen. Klassisch ist das allergische Kontaktekzem, etwa durch Nickel, Duftstoffe oder Reinigungsmittel. Die Haut wird gerötet, trocken, schuppig oder sie juckt. Die Bandbreite möglicher Allergene ist gross. Pollen von Gräsern, Bäumen oder Kräutern schweben saisonal durch die Luft. Hausstaubmilben leben in Matratzen und Textilien. Tierhaare, Schimmelpilze oder bestimmte Lebensmittel wie Nüsse, Milch oder Eier können ebenfalls Reaktionen hervorrufen. Auch chemische Stoffe in Kosmetika oder Schmuck zählen zu häufigen Auslösern. Der Körper speichert diese Reize im Immungedächtnis und reagiert bei erneutem Kontakt oft noch stärker.

Präventive Massnahmen

Die wichtigste Massnahme bei Heuschnupfen bleibt, den Kontakt mit dem Auslöser möglichst zu vermeiden. Dabei können einige einfache Tricks enorme Linderung

 

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Sind Eltern oder nahe Verwandte betroffen, steigt das Risiko deutlich. Doch auch Umweltfaktoren beeinflussen die Anfälligkeit. Luftverschmutzung, Stress, Zigarettenrauch, hormonelle Veränderungen oder eine übertrieben hygienische Lebensweise können das Immunsystem empfindlicher machen.

verschaffen. Eine nützliche Regel ist, vor dem Schlafengehen nicht mehr zu lüften, sondern dies erst am Morgen zu tun. Halten Sie die Fenster in der Nacht geschlossen, um das Eindringen von Pollen zu verhindern. Zudem kann regelmässiges Staubsaugen, idealerweise mit einem speziellen Pollenfilter, hilfreich sein. Es ist auch ratsam, getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer aufzubewahren. Häufigeres Haarewaschen als gewohnt kann ebenfalls zur Linderung der Symptome beitragen.

Medikamentöse Behandlung

Neben der konsequenten Vermeidung der individuellen Allergieauslöser gibt es verschiedene Medikamente zur Behandlung von Allergien: Produkte wie Antihistaminika oder kortisonhaltige Präparate helfen, die allergischen Beschwerden zu lindern. Neben den klassischen synthetischen Arzneimitteln suchen viele Betroffene nach natürlichen Möglichkeiten zur Linderung. Hier können pflanzliche Heilmittel unterstützend wirken. Dabei spielt die Stärkung und Beruhigung des Immunsystems eine zentrale Rolle. Ziel ist es nicht nur, einzelne Symptome zu unterdrücken, sondern die überschiessende Reaktion des Körpers langfristig zu regulieren und die Schleimhäute widerstandsfähiger zu machen.

Auf Ernährung achten

Nebenbei spielt die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Allergien. Eine vitalstoffreiche Kost, die reich an frischem Gemüse, Obst und hochwertigen Fettsäuren ist, kann entzündliche Prozesse im Körper reduzieren. Es ist auch ratsam, Allergieauslöser zu meiden. Die sogenannten «Big 9» – Milch, Eier, Fisch, Krustentiere, Nüsse, Erdnüsse, Weizen, Soja und Sellerie – zählen zu den häufigsten Lebensmittelallergenen.

Wieder im Gleichgewicht

Allergien sind also kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck einer übermotivierten Abwehr. Der Körper meint es gut, schiesst jedoch über das Ziel hinaus. Mit dem richtigen Verständnis, einer bewussten Lebensweise und der sanften Unterstützung durch Heilpflanzen lässt sich das Immunsystem oft wieder beruhigen. Dann wird aus dem ständigen Alarm ein ruhiger Atemzug und aus dem Frühling wieder eine Zeit, die man unbeschwert geniessen kann.

Das Wichtigste in Kürze

Allergien entstehen, wenn das Immunsystem harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaub oder bestimmte Nahrungsmittel fälschlicherweise als Bedrohung einstuft und mit einer überschiessenden Abwehrreaktion antwortet. Genetische Veranlagung, Umweltfaktoren und Prägungen in der Kindheit beeinflussen das Risiko. Man unterscheidet zwischen Sofort- und Spättyp-Allergien, die unterschiedliche Beschwerden verursachen können – von Heuschnupfen bis hin zu Kontaktekzemen. Neben der konsequenten Vermeidung von Auslösern stehen medikamentöse Therapien sowie unterstützende pflanzliche Mittel zur Verfügung. Auch eine entzündungshemmende, vitalstoffreiche Ernährung kann helfen, das Immunsystem zu regulieren und langfristig wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Heilpflanzen gegen Allergien

Die Pestwurz ist eine der bekanntesten Heilpflanzen zur Bekämpfung allergischer Beschwerden. Ihre Inhaltsstoffe können die Freisetzung von Histamin hemmen. Histamin ist jener genannte Botenstoff, der bei Allergien zu Symptomen wie Niesen, Juckreiz und tränenden Augen führt. Pestwurzextrakte werden oft bei Heuschnupfen eingesetzt und gelten als eine gut verträgliche pflanzliche Alternative zu herkömmlichen Antihistaminika.

Ein weiteres wirksames Mittel ist die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum). Diese Pflanze wird als sogenanntes Knospenmazerat verwendet und zeigt ebenfalls eine antiallergische Wirkung. Die Knospen der Schwarzen Johannisbeere wirken entzündungshemmend und haben eine antihistaminische Wirkung, die mit der von Kortison vergleichbar ist.

Schwarzkümmelöl ist bekannt für seine immunmodulierende Wirkung, was bedeutet, dass es die übermässige Abwehrreaktion des Körpers abschwächen kann. Bei regelmässiger Einnahme kann es sowohl bei Atemwegsallergien als auch bei Hautallergien unterstützend wirken. Es ist wichtig, mit der Einnahme von Schwarzkümmelöl frühzeitig zu beginnen, idealerweise ein bis zwei Monate vor dem Pollenflug.

Bei allergisch bedingten Augenbeschwerden wird traditionell Augentrost eingesetzt. Dieser kann als Umschlag oder in Form von Augentropfen verwendet werden, um Rötungen, Juckreiz und Tränenfluss zu lindern. Eine gezielte Hautpflege kann bei allergischen Ekzemen ebenfalls zu bedeutenden Verbesserungen führen.

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