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Die Kunst mit dem Eisen

Müde, erschöpft, reizbar? Dahinter könnte sich ein Eisenmangel verbergen. Vor allem das weibliche Geschlecht ist betroffen, aber auch Mann ist nicht immer so «eisern» wie gewünscht. Früher hat man rostige Nägel in Äpfel gesteckt, um mehr Eisen zu sich zu nehmen. Und heute?

Eisen ist das vierthäufigste Element in der Erdkruste und nach Aluminium das zweithäufigste Metall. Der Mensch ist von Eisen umgeben und trotzdem leiden viele unter einem Eisenmangel. Natürlicherweise ist das Eisen in der Erdkruste gebunden und für uns nicht verfügbar, aber es gelangt über die Nahrung in unseren Körper. Bloss, wir ernähren uns eben nicht von rostigen Nägeln, und in der täglichen Nahrung ist Eisen mengenmässig nicht sehr verbreitet. Zu allem Übel kann es der Körper auch nur schlecht aufnehmen. Wie spürt man einen Eisenmangel? Und wie bekommt der Körper mehr Eisen?

Eisenmangel spüren

Da Eisen an der Blutbildung, am Sauerstofftransport und an der Funktion verschiedener Enzyme beteiligt ist, manifestiert sich der Eisenmangel häufig im Bereich der Energie und des Blutes. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, blasse Haut und häufiges Frieren, aber auch brüchige Haare und Nägel können beispielsweise auf einen Eisenmangel hindeuten. Gerade bei Frauen versteckt sich hier oft ein Eisenmangel, da sie wegen der Monatsblutung einen höheren Eisenbedarf aufweisen als Männer. Natürlich können auch andere Ursachen hinter solchen Symptomen stecken, daher sollte einer Eiseneinnahme über längere Zeit immer eine ärztliche Untersuchung mit Blutbild vorausgehen. 

Die richtige Wahl

Meist nimmt man Eisen als Tablette ein, in speziellen Fällen verschreibt der Arzt aber auch Eiseninfusionen. Die unterschiedlichen Verbindungen haben unterschiedliche Eigenschaften. Die richtige Wahl spielt bei gewissen Vorerkrankungen (z. B. Collitis ulcerosa) oder bei Nebenwirkungen eine grosse Rolle. Welches Eisen ist nun das richtige für mich? Die Antwort ist sehr individuell. Generell aber ist es so, dass Eisenpräparate oft eine sogenannte zweiwertige Eisenverbindung (z. B. Eisenfumarat) enthalten, da diese am besten verwertbar ist. Dabei werden die Eisenverbindungen aus mineralischem Gestein gewonnen. Neuere Präparate sind dank spezieller Umhüllungen aber auch dreiwertiges Eisen (Eisenpyrophosphat), z. B. aus Gestein oder aus Pflanzen wie Curryblatt oder Chlorella Alge, gut verfügbar.

Die richtige Einnahme

Fachpersonen empfehlen, Eisenpräparate immer mit Abstand zu einer Mahlzeit einzunehmen, da gewisse Nahrungsmittel wie Kaffee, Schwarztee, Milch oder Vollkornprodukte die Aufnahme hemmen können. Das heisst konkret: Am Morgen nüchtern ca. eine Stunde vor dem Frühstück oder abends zwei Stunden nach dem Essen. Ein Glas Orangensaft oder zusätzliches Vitamin C verbessern die Aufnahme. Zu anderen Medikamenten hält man am besten wegen möglicher Wechselwirkungen einen zeitlichen Abstand von einer Stunde ein. Dies betrifft z. B. Calcium- oder Magnesiumpräparate, Magensäureblocker, Schilddrüsenhormone oder Antibiotika. Es ist also gar nicht so einfach mit dem Eisen. Eine Beratung in der Apotheke oder Drogerie hilft Ihnen dabei, alles Wichtige zu beachten. 

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl

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