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Juckreiz und Schmerz bei Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind unangenehm – und darüber spricht man nicht gern. Betroffene leiden oft unnötig lang. Dabei kann man mit richtigem Verhalten und Selbstmedikation die Beschwerden deutlich lindern. Lesen sie hier, was Sie vielleicht nicht zu fragen getrauen.

Das wissen wohl die Wenigsten, aber: Jeder von uns hat Hämorrhoiden. Sie sitzen ringförmig im Analkanal oberhalb des Afters und sorgen zusammen mit dem Schliessmuskel für die Abdichtung des Darms. Es handelt sich dabei um einen Schwellkörper, der stark durchblutet ist. Bei über einem Drittel der Erwachsenen kommt es zu Stauungen und Abflussschwierigkeiten in diesem Gefässpolster. Beschwerden wie Juckreiz, Schmerzen, Nässen oder Brennen sind die unangenehmen Folgen. 

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Wie kommt es dazu?

Krankhaft vergrösserte Hämorrhoiden können verschiedene Ursachen haben. Sehr häufig ist hoher Druck auf den Analbereich schuld, bzw. meist eine immer wieder auftretende Verstopfung, welche beim Stuhlgang starkes Pressen nötig macht. Bewegungsmangel, zu wenig Flüssigkeit und eine ballaststoffarme Ernährung begünstigen eine Verstopfung. Als weitere Ursache kann eine angeborene Bindegewebsschwäche zum Erschlaffen des Hämorrhoidalgewebes führen. Auch Übergewicht kann die Bildung von Hämorrhoidalleiden begünstigen. Gerne treten Hämorrhoiden auch durch die veränderten Druckgefüge im Bauchraum und die hormonelle Verschiebung während der Schwangerschaft auf.

Die Symptome

Eine leichte Vergrösserung der Hämorrhoiden läuft meist symptomlos und unbemerkt. In weiteren Stadien können Juckreiz, Brennen oder Nässen auftreten. Das Gefühl einer unvollständigen Entleerung oder eines Fremdkörpers im Analkanal deutet darauf hin, dass die Hämorrhoiden so weit vergrössert sind, dass sie im Analkanal eingeklemmt werden. Das kann sehr schmerzhaft sein, vor allem beim Stuhlgang, aber auch schon beim Sitzen.

Was tun?

Bei den meisten Betroffenen befindet sich die Krankheit noch in den ersten Stadien und reagiert gut auf eine Selbstbehandlung. Möglichst frühzeitig mit einer Behandlung zu beginnen, ist daher ratsam. Das Wichtigste – sowohl als Prävention als auch in der Behandlung – ist eine Änderung des Lebensstils. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hält den Stuhl weich. Ballaststoffe brauchen genug Flüssigkeit, damit sie quellen können, also ist auch Trinken eine wichtige Massnahme. Möglichst regelmässige Bewegung massiert den Darm quasi von innen und sorgt für einen guten Stuhlgang. Auf dem stillen Örtchen nicht pressen, nicht stundenlang Zeitung lesen und mit dem Toilettenpapier beim Abwischen nicht zu fest reiben. Des Weiteren mindert ein normales Körpergewicht das Risiko für Hämorrhoidalleiden deutlich.


Hämorrhoiden sind eine Qual. Vor allem beim Stuhlgang, aber auch schon beim Sitzen.

Die Behandlung

Zur Behandlung leichter Beschwerden kommen Salben, Zäpfchen und Tüchlein zum Einsatz. Inhaltsstoffe wie Lidocain mildern Schmerzen. Oft werden sie mit juckreizstillenden Wirkstoffen kombiniert. Aus der Pflanzenwelt hat sich Hamamelisextrakt sehr bewährt. Hamamelis wirkt entzündungshemmend, zusammenziehend und wundheilungsfördernd. Salben oder Zäpfchen werden jeweils morgens und abends nach dem Stuhlgang appliziert. Die Tüchlein unterstützen eine sanfte Analhygiene, sind aber alleine für sich kein Therapeutikum. Innerlich können spagyrische Mischungen oder homöopathische Produkte zur Linderung der Beschwerden und Stabilisierung des Gefässzustandes beitragen. In fortgeschrittenen Stadien mit spürbaren Hämorrhoiden im Analkanal reicht eine Selbstbehandlung nicht mehr aus – hier ist ein Arztbesuch ratsam. Dem Arzt stehen weitere Methoden wie z. B. Veröden oder chirurgische Eingriffe zur Verfügung.

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl

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