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Cholesterin, Gefahr auf leisen Sohlen

Viele Menschen haben einen zu hohen Cholesterinspiegel. Das Thema sorgt oft für Verwirrung, weil man sich in einem Dschungel von verschiedenen Werten und Folgeproblemen wiederfindet. Wir entwirren das «Cholesterinchaos» und verschaffen Klarheit.

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Cholesterin ist nicht grundsätzlich schlecht. Der Körper benötigt Cholesterin, zum Beispiel zur Bildung von Hormonen, Vitamin D oder Zellwänden. Wenn der Cholesterinwert zu hoch ist, meint man landläufig das «schlechte» Cholesterin, das sogenannte LDL-Cholesterin. Aber auch das Verhältnis zwischen LDL- und HDL-Cholesterin (das «gute» Cholesterin) ist entscheidend. Die Frage ist: Wie merkt man, dass mit den Blutfettwerten etwas nicht stimmt?

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Cholesterin ist nicht spürbar 

Von einem erhöhten Cholesterinspiegel merkt man nichts, weil es keine direkten Anzeichen dafür gibt. Oft wird das Problem per Zufall bei einer Laboruntersuchung des Blutes entdeckt. Ein erhöhter Cholesterinwert macht allein noch nicht krank. Zusammen mit anderen Risikofaktoren wie z.B. Diabetes, Rauchen, wenig Bewegung oder falscher Ernährung begünstigt ein erhöhter Wert aber die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das bekannteste Beispiel ist die Arteriosklerose, im Volksmund auch als «Arterienverkalkung» bekannt. Dadurch entsteht eine Durchblutungsstörung. Die Symptome sind zum Beispiel «eingeschlafene» Hände oder Füsse. Die Spätfolgen solcher Gefässprobleme können gravierend sein und zu einem Herzinfarkt oder Hirnschlag führen.

Das Verhältnis ist wichtig

Bei der Messung der Cholesterinwerte werden meistens drei Werte ermittelt: der des Gesamtcholesterins sowie jene für das LDL- und das HDL-Cholesterin. Die Werte werden in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder in Millimol pro Liter (mmol/l) angegeben. Als problematisch und daher als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten dauerhaft hohe Gesamtcholesterinwerte, hohes LDL und ein niedriges HDL. Für Personen, die keine anderen Risikofaktoren wie z.B. Rauchen oder Diabetes aufweisen, ist es empfehlenswert, folgende Werte einzuhalten: 

  • Gesamtcholesterin: ≤ 5,0 mmol/l
  • LDL: ≤ 2,6 mmol/l
  • HDL: ≥ 1,3 mmol/l bei Frauen ≥ 1,0 mmol/l bei Männern

Für Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren gelten andere Werte. Es ist deshalb wichtig, dass die Werte durch eine Fachperson beurteilt und die persönlichen Risiken mit in die Bewertung einbezogen werden. Massgeblich ist aber auch das Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin (LDL-Wert geteilt durch HDL-Wert), das in Fachkreisen als zuverlässige Aussage zum Herz-Kreislauf-Risiko gilt. Dieser Wert sollte unter 3 liegen. Bei Werten über 4 spricht man von einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko. Bei einer Messung der Blutfettwerte taucht auch der Wert der sogenannten Triglyceride auf. Sie begünstigen das Arterioskleroserisiko ebenfalls und müssen deshalb auch im Auge behalten werden. Der Richtwert für die Triglyceride sollte bei ≤ 1,7 mmol/l liegen.

Medikamentöse Behandlung

Bei stark erhöhten Werten und zusätzlichen Risikofaktoren kommen Medikamente, sogenannte Lipidsenker, zum Einsatz. Heute basieren die meisten Lipidsenker auf Statinen. Diese bremsen die körpereigene Produktion von Cholesterin. Sie sind zwar wirksam, gehen aber für viele Menschen mit teilweise heftigen Nebenwirkungen einher. Häufig sind Verdauungsbeschwerden und Muskel- sowie Gelenkschmerzen zu beobachten. Zusätzlich gelten Statine als «Coenzym-Q10-Räuber». CoQ10 benötigt der Körper unter anderem zur Energiegewinnung in den Zellen. Da der Herzmuskel einen sehr hohen Energiebedarf hat, ist genug CoQ10 enorm wichtig und sollte in einer Statintherapie unbedingt ergänzt werden. Gleichzeitig zeigt CoQ10 auch mildernde Effekte auf die häufigen muskulären Nebenwirkungen der Statine.

Neben einer medikamentösen Behandlung ist eine Anpassung des Lebensstils genauso wichtig. Im Klartext heisst das: Mehr Bewegung, Rauchstopp, reduzierter Alkoholkonsum und die Reduktion von Übergewicht und Stress. Auch eine gesunde Ernährung mit viel Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien sowie Vitaminen und Mineralstoffen (die sogenannte mediterrane Ernährung) ist sehr wichtig. Beachten Sie: Frühere Empfehlungen, wie der Verzicht auf Eier und Butter oder andere cholesterinreiche Lebensmittel, gelten heute als veraltet, da über 90% des Gesamtcholesterins vom Körper selber gebildet werden. Generell ist eine ausgewogene Ernährung ein wichtiger Pfeiler, den Körper gesund zu halten und damit auch andere Herz-Kreislauf-Risikofaktoren positiv zu beeinflussen. Auch die Natur hat Rezepte gegen erhöhte Cholesterinwerte. Vieles, das der Leber und der Gallenbildung guttut, hat gleichzeitig positive Effekte auf die Cholesterinwerte. So erweist sich eine Kombination aus hochdosiertem Artischockenextrakt und der Einnahme von Flohsamenschalen oder Haferkleie als wirksam bei der Regulation des Cholesterins. Da die meisten Menschen über die Ernährung zu wenig Omega-3-Fettsäuren aufnehmen, kann für den gewünschten positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel eine Ergänzung mit einem Omega-3-Präparat sinnvoll sein. In Ihrer Apotheke oder Drogerie finden Sie dazu kompetenten Rat.

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl

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