Gleichgewicht
Das Wichtigste vorneweg: Die Hauptaufgabe der Schilddrüse besteht in der Speicherung von Jod und der Produktion der Hormone Thyroxin (T4), Triiodthyronin (T3) und Calcitonin. Diese Hormone steuern zahlreiche wichtige Prozesse im Körper. Unter anderem regulieren sie den Stoffwechsel und bestimmen, wie effizient Organe arbeiten und wie viel Energie dem Körper zur Verfügung steht. Die Schilddrüsenhormone sind essenziell für die körperliche und geistige Entwicklung, beeinflussen die Herzfrequenz und den Blutdruck. Die Schilddrüse hilft dabei, die Körpertemperatur zu kontrollieren und steuert in entscheidendem Masse unsere Konzentration und Stimmung sowie unser allgemeines Wohlbefinden. Schilddrüsenerkrankungen sind in der Schweiz weitverbreitet: Laut Schätzungen leiden etwa 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung an einer Funktionsstörung der Schilddrüse. Die beiden häufigsten Erkrankungen sind die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Manchmal wird eine solche Funktionsstörung am Hals tastoder sichtbar: Eine Vergrösserung, Schwellung, vergrösserte Blutgefässe oder tastbare Knötchen sind ein deutliches Signal, dass die Schilddrüsenfunktion eingeschränkt ist. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone. Dies kann durch eine Autoimmunerkrankung, Jodmangel oder bestimmte Medikamente verursacht werden. Typische Symptome sind: Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut und brüchiges Haar, depressive Verstimmung und Konzentrationsprobleme sowie Verstopfung. Betroffene fühlen sich oft sie «ausgebremst», müde und spüren, dass der Körper langsamer arbeitet. Bei einer Überfunktion produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Häufige Ursachen sind die Basedow-Krankheit (eine Autoimmunerkrankung) oder Knoten in der Schilddrüse. Typische Symptome sind: Nervosität und innere Unruhe, Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit, Schweissausbrüche und Hitzegefühl, Herzrasen und hoher Puls, Zittern der Hände, Durchfall oder häufiger Stuhlgang. Menschen mit Hyperthyreose fühlen sich oft überdreht, da der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft.
Häufigste Ursachen
Die Symptome von Schilddrüsenerkrankungen sind vielfältig und werden oft anderen Ursachen zugeschrieben: etwa Stress, den Wechseljahren oder dem Alter. Häufig entwickeln sich diese Beschwerden schleichend, was die Erkennung einer Schilddrüsenerkrankung zusätzlich erschwert. Treten oben genannte Beschwerden über mehrere Wochen auf, ohne dass sie eine erkennbare Ursache haben, kann ein frühzeitiger Verdacht durch eine einfache Blutuntersuchung abgeklärt werden. Wichtig: Ein Besuch in der Drogerie oder Apotheke ist ratsam, wenn die genannten Symptome auftreten. Die häufigsten Ursachen für Funktionsstörungen sind Autoimmunerkrankungen (z. B. Hashimoto oder Morbus Basedow), Jodmangel, hormonelle Schwankungen (etwa in der Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause) sowie Stress. Die gute Nachricht ist, dass sich Schilddrüsenerkrankungen meist gut behandeln lassen. Je früher die Beschwerden entdeckt werden und je konsequenter die Schilddrüse in ihrer zentralen Funktion unterstützt und gestärkt wird, desto eher kann sie diese auch nach einer Funktionsstörung wieder vollumfänglich aufnehmen.
Bleiben Sie achtsam
In der Tat: Die Schilddrüse ist zwar ein kleines Organ, hat aber eine enorme Bedeutung für unsere Gesundheit – sie ist gewissermassen die Regisseurin unseres Stoffwechsels. Sie beeinflusst nahezu alle Körperfunktionen und kann bei einer Störung zu vielfältigen Symptomen führen. Die meisten Schilddrüsenerkrankungen lassen sich gut behandeln, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Mit einer naturheilkundlichen Therapie, einer ausgewogenen Ernährung und einem Bewusstsein für die Symptome können wir viel für die Gesundheit unserer Schilddrüse tun. Ein achtsamer Umgang mit diesem wichtigen Organ lohnt sich – für mehr Energie, Wohlbefinden und Lebensqualität.
Tipps für eine gesunde Schilddrüse
Ernährung berücksichtigen
Jod ist essenziell für die Schilddrüse. Gute Quellen sind jodiertes Speisesalz, Meerfisch, Milchprodukte und Eier. Auch Selen, ein Spurenelement in Nüssen (z. B. Paranüssen) und Fisch, unterstützt die Schilddrüsenfunktion.
Stress reduzieren
Chronischer Stress kann sich negativ auf die Schilddrüse auswirken. Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation oder der einfache Abendspaziergang können helfen.
Auf Symptiome achten
Veränderungen im Energielevel, Gewicht oder Wohlbefinden sollten nicht ignoriert werden. Bei Unsicherheit kann ein Fragebogen zur Schilddrüsengesundheit Aufschluss über eventuelle Beschwerden geben.
Regelmässig kontrollieren
Wenn Symptome auftreten, sollten die Schilddrüsenwerte untersucht werden. Insbesondere Personen über 35 Jahre, Frauen rund um die Wechseljahre und Menschen mit familiärem Risiko sollten ihre Werte bei Verdacht testen lassen.
Ernährung und Naturheilkunde
Schilddrüsenunterfunktion: Eine ausreichende Versorgung mit Jod, Vitamin D3 und Selen über die Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel unterstützt die Schilddrüse. Das gezielte Einsetzen von Gewürzen wie Chili, Ingwer, Curry oder Rosmarin aktiviert ebenfalls. Heilpflanzen wie Efeu, Blasentang, Rosmarin, Lorbeer und Taigawurzel erhöhen die Schilddrüsenaktivität. Da Rauchen die Jodversorgung stark einschränkt, ist ein Rauchstopp sehr zu empfehlen. Schilddrüsenüberfunktion: Jod sollte nur reduziert zu sich genommen werden, ebenfalls Genussmittel wie Kaffee, Alkohol oder intensive Gewürze. Heilpflanzen wie Wolfstrapp, Melisse oder Baldrian vermögen eine überaktive Schilddrüse schnell zu beruhigen. Der Effekt ist bei Betroffenen oft innert weniger Minuten spürbar.
Medikamente
Bei einer Unterfunktion werden die Schilddrüsenhormone durch die Hormone in Tablettenform ersetzt. Im Falle einer Überfunktion werden Medikamente eingesetzt, die die Hormonproduktion drosseln. Beachten Sie: Die Einnahme von Medikamenten sollte immer erst nach intensivem Abwägen und wenn die naturheilkundlichen und ernährungstherapeutischen Massnahmen nicht ausreichen. Eine Medikation kann durch die passende naturheilkundliche Begleittherapie und die Ernährungsumstellung im Gespräch mit dem Arzt eventuell überdacht werden.
Radiojodtherapie oder Operation
In schweren Fällen, insbesondere bei Schilddrüsenknoten oder -tumoren, sind Radiojodtherapie oder gar eine Oberation notwendig