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Menopause - Wechselbad der Gefühle

Der weibliche Körper wird massgeblich von Hormonen gesteuert. Ein stetes Auf und Ab bestimmt den Monatszyklus, aber auch den Bogen von der ersten Menstruation bis zur Menopause. Lesen Sie, wie man bei Schwankungen und Beschwerden harmonisierend reagieren kann.

Für die einen Frauen ist der weibliche Zyklus nur eine kleine Unregelmässigkeit im Tagesablauf, während andere unter Menstruationsbeschwerden oder dem sogenannten prämenstruellen Syndrom (PMS) leiden und im Alltag stark beeinträchtigt sind. Es sind die hormonellen Schwankungen, welche die Emotionen zur Explosion bringen können. Frauen sind in dieser Phase oft lustlos und traurig, dann wiederum aufgekratzt oder reizbar.

Die Tage vor den Tagen

Jede zehnte Frau leidet bereits eine bis zwei Wochen vor der Regelblutung unter Beschwerden wie zum Beispiel Empfindlichkeit der Brüste, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit, Verdauungsbeschwerden oder unreiner Haut. Zwischen drei und acht Prozent der Betroffenen leiden unter der sogenannten prämenstruellen dysphorischen Störung PMDS. Es handelt sich dabei ums sehr ausgeprägte und sehr starke PMS-Beschwerden, die als Folge zu schweren Depressionen oder Leistungseinbussen führen können. Eine PMDS sollte von einem erfahrenen Arzt behandelt, kann aber mit natürlichen Mitteln zusätzlich unterstützt werden. Die Ursachen für PMS und PMDS sind nicht klar. Die zyklusbedingten Veränderungen in der Hormonproduktion werden als mögliche Auslöser diskutiert, aber auch die Ernährung, Stress und das Bewegungsverhalten scheinen eine Rolle zu spielen. Bis heute weiss man nur, dass lediglich Frauen mit einer Monatsblutung betroffen sind. Diese Beschwerden verschwinden wieder nach der Menopause oder wenn durch künstliche Hormone, wie sie z. B. nach Brustkrebserkrankungen eingesetzt werden, die Monatsblutung ausbleibt.

Reden Sie mit einer Fachperson über Ihre Mensbeschwerden. Es handelt sich zwar in den meisten Fällen nicht um die als Erkrankung klassifizierte PMDS, aber es macht auch keinen Sinn, falsche Stärke zu mimen und die Beschwerden mit schmerzverzerrter Miene einfach auszuhalten. Verschiedene pflanzliche Arzneimittel können die Schwankungen der Hormone harmonisieren und die Symptome deutlich abschwächen. Bei akuten Beschwerden kann aber auch mal ein Schmerzmittel für erste Hilfe sorgen. 


Es sind die hormonellen Schwankungen, welche die Emotionen zur Explosion bringen können. Frauen sind in dieser Phase oft lustlos und traurig, dann wiederum aufgekratzt oder reizbar.

Was tun?

Je nach Beschwerdebild sind andere Therapieoptionen gefragt. Heilpflanzen wie Mönchspfeffer oder Frauenmantel dienen bei PMS-Beschwerden als zuverlässige Basismittel und wurden bereits in der Antike zur Behandlung von Frauenbeschwerden eingesetzt. Auch das hormonregulierende Gemmomazerat aus den Knospen der Himbeere bewährt sich und zeigt oft erstaunliche Erfolge. Ergänzend kommen individuelle, an die Symptome angepasste weitere Therapien hinzu. Sind z. B. Stimmungsschwankungen das Problem, können Präparate mit Johanniskraut oder Lavendel, aber auch Vitalstoffe (B-Vitamine oder Magnesium) lindernd wirken. Bei Energiemangel und Abgeschlagenheit ist auch daran zu denken, dass die Leber hier einen wichtigen Ort für den Energie- aber auch den Hormonstoffwechsel darstellt und bei den Therapien berücksichtigt werden sollte. Ebenso tut man gut daran, den Eisenstatus zu klären. Ein Eisenmangel, der häufig durch eine starke Regelblutung entsteht, kann die Symptome von PMS-Beschwerden verstärken, was mit einer Eisentherapie relativ leicht behoben werden kann. 

Wärme entspannt

Wärmeanwendungen lösen die verkrampfte Eingeweidemuskulatur, beruhigen den Verdauungstrakt und die Nerven. Feuchtwarme Wickel, eine Bettflasche oder auch heisser Tee sind die klassischen Wärmeanwendungen. Wer keinen Tee mag, der kann auf die wärmende Wirkung verschiedener Heilpflanzen zurückgreifen. Galgant, Ingwer, langer Pfeffer, Rosmarin, Zimt, Thymian, Lavendel usw.wärmen den Körper, wie eine Bettflasche von innen und lindern leichten bis mittleren Beschwerden.

Menopause – der Hormonspiegel sinkt

Mit zunehmendem Alter sinkt der Hormon- und vor allem der Östrogenspiegel. Dies führt erst zu Schwankungen der Menstruationsdauer und -stärke, aber auch zu Verschiebungen im Zyklus, bis die Regelblutung ganz ausbleibt. Meist setzen die Wechseljahre zwischen Mitte 40 und Mitte 50 ein. Heute werden vermehrt auch verfrühte Wechseljahre bereits ab 30 Jahren festgestellt. Das ist kein Trend, vielmehr liegt das Augenmerk in der Diagnostik stärker auf diesem Bereich. Es ist noch nicht lange her, als man meinte, die Wechseljahre können in diesem Alter noch nicht einsetzen. Heute zeigt sich aber, dass das durchaus möglich ist.

Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen sind die am häufigsten verbreiteten und am meisten gefürchteten Wechseljahrsbeschwerden. Trockene Haut und Schleimhäute (auch im Vaginalbereich), Haarausfall und Verdauungsbeschwerden gehören ebenfalls zum Symptomkomplex. Zudem verstärkt das Absinken des Hormonspiegels das Risiko der Osteoporose. Gleichzeitig sind die Wechseljahre nicht nur durch die Veränderung der Hormone und des Körpers, sondern auch durch den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt gekennzeichnet. In diesem Lebensabschnitt erfährt auch die Partnerschaft nochmals einen Wandel. Im Durchschnitt dauern die Wechseljahre von den ersten Unregelmässigkeiten bis zur letzten Hitzewallung zehn bis fünfzehn Jahre. Durchstehen muss sie jede Frau. Aber wie?

Therapie

Neben künstlichen Hormonen eignen sich pflanzliche Heilmittel vor allem für leichtere bis mittlere Beschwerden. Die Traubensilberkerze ist hier besonders angezeigt. Sie besitzt östrogenartige Wirkeigenschaften und kann dadurch verschiedene Beschwerden im Bereich der Wechseljahre lindern. Bei Hitzewallungen können Salbei, Granatapfel und Melisse die Wirkung unterstützen. Für die Psyche sind Melisse, Johanniskraut, Passionsblume oder Lavendel eine gute Wahl. Ganz generell unterstützt auch hier das Gemmomazerat aus den Himbeerknospen andere Therapieoptionen. Ausgewählte Vitalstoffe wie Magnesium, Calcium, Vitamin D3 sind wichtig für den Erhalt gesunder Knochen. Das Nervensystem kann man zusätzlich mit B-Vitaminen unterstützen. Nachtkerzenöl oder Sanddornöl sorgen von innen für eine gute Durchfeuchtung von Haut und Schleimhäuten und tragen zu einem gesunden Zellaufbau bei. Damit kann man der menopausal bedingten Trockenheit entgegenwirken. Am besten passt man gleichzeitig die Hautpflegeprodukte dem veränderten Bedürfnis an und pflegt auch die Schleimhäute im Intimbereich zusätzlich mit geeigneten Produkten. Ganz generell unterstützen die Einschränkung von Kaffee, Schwarztee und Nikotin sowie ausreichend Bewegung die Wirksamkeit der Therapiebemühungen.

Um dem Wandel in der Partnerschaft gerecht zu werden, ist es wichtig, dass man bewusst aufeinander und auf die seelischen und körperlichen Veränderungen eingeht. Gespräche helfen, die veränderten Umstände positiv zu sehen und die neugewonnenen Freiheiten zu geniessen. Zum Genuss zählen Zärtlichkeit und Erotik. Sie sind wahre Lebenselixiere und haben auch während und nach den Wechseljahren unbedingt einen Platz in Ihrem Leben verdient. Auf jeden Fall gilt: Eine individuelle Beratung, Gespräche und eine auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Therapie helfen am besten gegen menstruelle -Störungen oder Wechseljahrsbeschwerden. In Ihrer Apotheke und Drogerie werden Sie gut beraten.

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl

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