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Insektenstiche

Sonnige Tage, kurze Kleider und viel Haut, die geradezu zum Stechen einlädt. Die Insekten «blühen» in der warmen Jahreszeit so richtig auf und damit die Stichwunden auf unserer Haut. Weshalb stechen oder beissen uns die Insekten? Und, vor allem: Was können wir dagegen tun?

Was sticht denn da? Wir bemerken Insekten meist erst, wenn sie lästig auffallen oder ihr Kontakt mit uns juckend und brennend Spuren auf unserer Haut hinterlässt. Das rückt diese Lebewesen in ein eher schlechtes Licht. Dabei erfüllen Insekten unzählige wichtige Funktionen im Natur­kreislauf. Doch die Biodiversität ist nicht Gegenstand dieses Artikels. Vielmehr beschäftigt uns die Frage, weshalb uns die Insekten derart plagen.

Insektenfutter

Einige Insekten haben sich auf Blut spezialisiert und so ­stechen, beissen oder saugen sie, um an ihre tägliche Nahrung zu gelangen. Das sind beispielsweise Mücken, Bremsen, Stechfliegen, Flöhe, Läuse oder Zecken (zu beachten: Zecken sind streng genommen Spinnentiere und keine Insekten). Hinter der «Angriffslust» steckt auch ein Abwehr­mecha­nismus: Bienen, Hummeln und Wespen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Aber aufgepasst: Die Wespen fühlen sich zum Teil sehr schnell bedroht und stechen unverhofft zu. Ameisen hingegen können je nach Art beides – stechen oder beissen bzw. erst stechen und dann Gift in die Wunde spritzen. Sie tun das, um sich oder ihr ­Revier zu verteidigen. Wobei der erste Biss ungleich stärker schmerzt als der zweite oder dritte, weil sie das Gift nicht so schnell auffüllen können. Das ist auch bei anderen Stechinsekten der Fall.

Verschiedene Reaktionen

Die Stiche oder Bisse können sich auch ganz unterschiedlich zeigen. Was einerseits auf die Art und die Grösse des Insektes wie auch auf den Menschen ankommt. So zeigen sich schon bei gewöhnlichen Mückenstichen sehr unterschiedliche Reaktionen von kaum spür- oder sichtbar bis zu gros­sen, stark juckenden Quaddeln. Die Stechfliege ist zwar einiges kleiner und flacher als die Stubenfliege, sieht ihr dennoch sehr ähnlich. Ihr Stich ist relativ schmerzhaft und kann – wie bei allen Blutsauger-Insekten – Krankheiten übertragen.

Auch wenn es typische Stich-Biss-Merkmale der einen oder anderen Insektenart gibt, ist es für den Laien meist schwierig zu bestimmen, welches Insekt zugestochen hat. Von der Behandlung her ist dies unerheblich, mit Ausnahme einer bestehenden Allergie auf einen Stich oder Biss. Grund­sätzlich gilt: Bildet sich erst am zweiten oder dritten Tag ein ­roter Hof um die Einstichstelle, sollte eine ärztliche Ab­klärung stattfinden. Übertragbare Krankheiten gibt es ­ver­schiedenste. Bei der Zecke sind dies beispielsweise Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Bei der Biene muss sicher der Stachel entfernt werden, damit es in der Folge keine ­Infektion geben kann. Sie erhalten in Ihrer Apotheke oder Drogerie ausführliche Beratung, wie Sie sich schützen und mit welchen Mitteln Sie die Stiche am besten behandeln. Für einen rundum sorgenfreien ­Sommer trotz kurzer Kleider.

  1. Zecke gerade herausziehen mit einer sehr spitzen Pinzette, welche von der Seite her ­möglichst nahe der Haut angesetzt wird.
  2. Stichstelle desinfizieren und allenfalls mit ­einem Insektenstich-Behandlungsprodukt nachbearbeiten. Bei grösseren Insekten wie ­Hornissen sollte ebenfalls desinfiziert werden, ganz einfach, weil das Loch in der Haut grösser ist.
  3. Mit einem wasserfesten Filzer einen kleinen Ring um die Einstichstelle zeichnen und die nächsten Tage beobachten, ob sich ein roter Hof bildet.

Die Prophylaxe

Gegen die blutsaugenden Arten hilft ein Repellent auf der Haut, das je nach Wirkstoff und Insekt zwischen vier bis acht Stunden schützt. Für Kleinkinder sollte nicht derselbe Schutz wie für Erwachsene verwendet werden. Umgekehrt geht das recht gut. Ausser der Schutzbedarf ist für die Gesundheit wichtig – wie z. B. in den Tropen (Tsetse-Fliege). Auch Moskitonetze, Fenstergitter oder Insektenstecker im Schlafzimmer helfen. Generell hilft ein ruhiges, unaufgeregtes Verhalten, wenn zum Beispiel eine Wespe auftaucht.

Die Behandlung 

Die Stich- oder Bissbehandlung kann auf verschiedenste Arten vollzogen werden. Wer abseits von Städten und Dörfern gestochen wird und keine homöopathische oder «normale» Notfallapotheke zur Hand hat, kann sich mit zerriebenen Blättern des Spitzwegerichs Linderung verschaffen. Bitte darauf achten, dass der Spitzwegerich frei von Gülle oder Verkehrsemissionen gewachsen ist. Aus der homöopathischen Notfallapotheke bieten sich Apis oder Ledum an. Grobe Differenzierung: Eine Schwellung, die sich warm bis heiss anfühlt, verlangt Apis. Fühlt sich die Schwellung kalt an, ist eher Ledum angezeigt. Hier spielt es keine Rolle, welches Insekt gestochen hat. Natürliche Insektenstich-Roller oder -Sprays mit homöopathischen, spagyrischen oder ätherischen Ölmischungen helfen auch sehr gut. Wer lieber chemische Wirkstoffe verwendet, findet diese auch in Roll-on- oder Gelformen in praktischen Grössen zum Mitnehmen. Diese Wirkstoffe sind ebenfalls entzündungshemmend und juckreizstillend. 

Text: Patrick Seiz, Bilder: Beat Brechbühl

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