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Magenbrennen

Magenbrennen und saures Aufstossen sind schon fast eine Volks­krankheit. Ein Problem, dem oft verschiedene Ursachen zugrunde liegen und das nicht immer von zu viel, sondern auch von zu wenig Magensäure verursacht werden kann.

Auf die Magensäure, die beim Magenbrennen zum Problem werden kann, können wir nicht verzichten. Sie erfüllt wichtige Aufgaben, die für unsere Gesundheit von zentraler Bedeutung sind. So bildet die Magensäure mit ihren desinfizierenden Eigenschaften einen grossen Teil der Abwehr. Magensäure löst Vitalstoffe wie zum Beispiel Calcium, Magnesium, Vitamin B12 und Eisen aus der Nahrung und setzt diese frei für den Stoffwechsel. Und, nicht zuletzt ist sie ein wichtiger erster Schritt im Verdauungsprozess der Eiweisse. Würde man die Magensäure unterdrücken, hätte dies auch negative Folgen für unsere Gesundheit. 

Betroffene empfinden ein brennendes Gefühl in der Speiseröhre bis hinauf in den Rachen, manchmal sogar im Mund. Dieses wird von aufsteigender Magensäure verursacht. Die Beschwerden verstärken sich häufig beim Liegen und ­Bücken oder auch beim Heben von schweren Lasten. Durch die Reizung der Rachenschleimhaut können aber auch Schluckschwierigkeiten oder ­Heiserkeit entstehen. Magenbrennen ist häufig eine ­Folge unseres Lebensstils. Fett, Zucker, Alkohol, Kaffee und ­Nikotin gehören zu den klassischen Auslösern von ­Magenbrennen. Aber auch Stress und mentale Über­lastung können das Problem ebenso verursachen oder begünstigen wie Übergewicht, Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Lactose, Gluten usw.) oder gewisse Medikamente. In einigen Fällen sind aber auch ernsthafte ­Erkrankungen die Ursache, wie z.B. Entzündungen der Magen- oder Speiseröhrenschleimhaut, Magengeschwüre oder ein Zwerchfellbruch. Es ist deshalb ratsam, bei immer wiederkehrenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, damit organische Erkrankungen ausgeschlossen oder bei Bedarf behandelt werden können. Und manchmal liegt es auch einfach am Alter. Mit zunehmendem Alter produziert der Körper weniger Magensäure und Verdauungssäfte. Das kann nicht nur zu Verdauungs­beschwerden, sondern paradoxerweise ebenfalls zu ­Magenbrennen führen. In Ihrer Drogerie oder Apotheke weiss man um dieses Problem und erklärt Ihnen dieses Paradoxon gerne.

Was tun?

Bei der Behandlung von Magenbrennen muss man zwischen akuten und immer wiederkehrende Beschwerden unterscheiden. Akutes Magenbrennen, beispielsweise nach ­einer fettigen Mahlzeit, kann man schnell und einfach mit sogenannten Antacida beheben. Sie neutralisieren die überschüssige Magensäure und damit das Brennen. Solche Antacida sind nicht für den Langzeitgebrauch ­bestimmt. Können organische Ursachen ausgeschlossen werden, dann sind bei der Langzeitbehandlung Ursachenfindung und Korrektur der Störung die beiden wichtigen Pfeiler. Neben einer Anpassung des Lebensstils und der Ernährung kommen hier zum Beispiel Kräutermischungen mit Alantwurzel, Färberdistelblüten, Granatapfelsamen und Kardamom zum Einsatz. Auch bittere Pflanzentinkturen wie Artischocke, Löwenzahn, Wermut und Tausendgüldenkraut wirken ausgleichend auf den Magen und die Verdauung.

Säureblocker 

Die viel diskutierten chemischen Säureblocker, auch Protonenpumpenhemmer (PPI) bezeichnet, unterdrücken die Säureausschüttung. Diese sollten aber nur nach Rücksprache mit einem Arzt und bei ursächlichen Erkrankungen wie einer Gastritis oder bei Magengeschwüren zum Einsatz kommen. Aufgrund der physiologisch wichtigen Rolle der Magensäure sind solche Medikamente nicht für den Dauergebrauch bestimmt, sondern werden nach Abheilung der Grunderkrankung sinn­vollerweise wieder abgesetzt. Danach ist es ratsam, sich unter professioneller Hilfe der Ursachenfindung und dem Ausgleich der Magenfunktionen zuzuwenden, um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen.

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl

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