Mind Body Medicine
In einer Zeit, in der das Gesundheitssystem unter Druck steht und die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten immer komplexer werden, sind Apotheken und Drogerien als Triagestellen von unschätzbarem Wert. Sie bieten nicht nur einen niederschwelligen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, sondern tragen durch ihre Beratungs- und Präventionsarbeit massgeblich zur Gesunderhaltung der Bevölkerung bei. Gleichzeitig entlasten sie Arztpraxen oder Notaufnahmen und helfen, die steigenden Gesundheitskosten zu kontrollieren. Die Rolle der Apotheken und Drogerien als zentrale Triagestellen ist nicht nur eine logische Entwicklung, sondern auch ein Gewinn für das gesamte Gesundheitssystem. Sie sind nicht nur in akuten Fällen da, sondern begleiten viele ihrer
Kunden über Jahre hinweg. Dies fördert das Vertrauen und ermöglicht eine effektive Prävention und Früherkennung von Krankheiten. Durch die regelmässigen Kontakte kann das Personal Veränderungen im Gesundheitszustand frühzeitig erkennen und entsprechende Massnahmen vorschlagen – eine Funktion, die im traditionellen Gesundheitssystem oft zu kurz kommt. Gerade in der Verbreitung der Mind Body Medicine sind Drogerien und Apotheken geradezu prädestiniert, eine zunehmend zentrale Rolle einzunehmen, vorab in ihrer Rolle als Triagestellen. Mit ihrer lokalen Verankerung und dem Zugang zu einer breiten Menschengruppe sind sie in der Lage, frühe Gesundheitsberatungen zu leisten und Menschen gezielt an spezialisierte Stellen zu verweisen. Nachfolgend einige potenzielle Beiträge, die Drogerien und Apotheken leisten können:
1. Erstkontakt und Beratung zur Prävention
Apotheken und Drogerien sind für viele Menschen der erste Anlaufpunkt, wenn es um Gesundheitsfragen geht. Sie könnten MBMAnsätze in ihre Beratung einbinden und so präventiv tätig werden. Dies könnte z. B. mit der Empfehlung von Entspannungstechniken und achtsamen Atemübungen zum Stressabbau geschehen.
2. Früherkennung und Triage
Apotheken und Drogerien wären in der Lage, Patienten zu identifizieren, die von einer MBM-orientierten Betreuung profitieren könnten. Indem sie auf Symptome achten, die oft mit psychischen und physischen Belastungen einhergehen – z. B. Schlafstörungen, chronische Müdigkeit, Stress oder leichte depressive Verstimmungen – wäre es möglich, Patienten gezielt an geeignete Gesundheitsdienstleister zu verweisen.
3. Unterstützung durch geeignete Produkte
Apotheken und Drogerien vertreiben natürliche Heilmittel und ergänzende Produkte zur Förderung des Wohlbefindens. Sie sind eine zentrale Anlaufstelle für Produkte wie pflanzliche Beruhigungsmittel, Nahrungsergänzungsmittel zur Stressminderung und ätherische Öle.
4. Frühe Einbindung
MBM bietet eine Chance, das Gesundheitswesen zu entlasten, indem Menschen frühzeitig Unterstützung erhalten und somit später weniger aufwendige Therapien benötigen. Dieser Präventionsansatz liegt in der ureigenen Kompetenz von Drogerien und Apotheken, die in der Schweiz als niederschwellige und vertrauenswürdige Anlaufstellen bei Gesundheitsfragen agieren. Dies würde die Akzeptanz für MBM zusätzlich stärken und könnte auf lange Sicht zur Verbesserung der Volksgesundheit beitragen.