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Wenn Wasserlösen drängt

«Jetzt muss ich heute Morgen schon zum vierten Mal Wasser lösen, dabei kommt nur wenig Urin und es brennt jedes Mal wie Feuer!» Diese Aussage weist auf eine Blasenentzündung hin. Ein Satz, der viel häufiger von Frauen als von Männern stammen könnte. Aber was tun bei einer Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung (Zystitis) tritt bei Frauen viel häufiger auf als bei Männern. Das ist der Anatomie geschuldet. Die Harnröhre der Frau, vom Ausgang bis zur Blase, ist deutlich kürzer als beim Mann. Bakterien gelangen somit bei Frauen schneller in die Blase und verursachen Entzündungen. Zudem befinden sich Harnröhrenausgang, Scheide und Anus nahe beieinander. So erstaunt es nicht, dass in den meisten Fällen ein Darmbakterium für die Zystitis verantwortlich zeichnet. Deshalb sollte bei der Intimpflege darauf geachtet werden, dass von vorne nach hinten gewaschen wird und nicht vom Anusbereich in Richtung Harnröhrenausgang

Die Behandlung

Eine Blasenentzündung ist im Grunde gut behandelbar. Zum Glück können wir auf starke Helfer aus der Natur zählen, um die Keime zu bekämpfen. Dazu eignen sich Blätter der Bärentrauben. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Nieren-Blasentees. Tagsüber macht diese Mischung mit harntreibenden Essenzen aus Birkenblatt oder Goldraute durchaus Sinn, denn das Ausspülen gehört zum Plan. Abends empfiehlt es sich, eine kleine Tasse reinen Bärentraubentee zu trinken. Über Nacht bleibt er länger in der Blase und kann so seine bakterienbekämpfende Wirkung besser entfalten. Auch Pflanzen wie die Kapuzinerkresse oder der Meerrettich können bei entzündlichen Prozessen helfen. In Ihrer Drogerie oder Apotheke finden Sie neben den Tees auch entsprechende Dragées oder Kapselzubereitungen.

In der Homöopathie werden die verschiedensten Arten des schmerzhaften Urinierens beschrieben. Zum Beispiel: Der letzte Tropfen brennt vor dem Wasserlösen bzw. während und nach dem Urinieren. So weist sie auf unterschiedliche Mittel hin. Auch die Auslöser spielen eine wichtige Rolle: Füsse waren im kalten Wasser; ich sass auf einem kalten Stein usw. Für alle Fälle hält die Homöopathie unterschiedliche Mittel bereit. Gerade bei Rezidiven bietet die Homöopathie gute Heilungschancen, weil der Mensch nicht nur aufgrund der Diagnose behandelt wird.

Wiederkehrende Beschwerden

Glücklicherweise bleiben die meisten Infektionen in der Blase und somit ungefährlich. Erst wenn sie sich im Nierenbecken oder in den Nieren ausbreiten, kann es gefährlich werden und zu einer Blutvergiftung führen. Falls die Beschwerden einer akuten Zystitis mit der Behandlung nicht rasch besser werden, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Leider sind relativ oft wiederkehrende Blasenbeschwerden zu beklagen. Was dann oft auch mit dem Geschlechtsverkehr einhergeht, so dass sich oft nach dem Sex mit dem Partner, der Partnerin eine Blasenentzündung bemerkbar macht.

Eine Blasenentzündung kann auch zu wiederkehrenden Krankheiten (Rezidiven) führen, wenn vermehrt Restharn in der Blase bleibt, was bei Männern mit Prostatavergrösserung häufiger vorkommt. Auch eine Immunsystemschwäche kann die Pforte für Blasenentzündungen öffnen. In solchen Fällen bieten sich Mittel an, welche die Blasenwand schützend überziehen und verhindern, dass sich Bakterien «einnisten» oder weiter ausbreiten. Zu diesen Mitteln gehören Preiselbeeren genauso wie die D-Mannose, eine Zuckerart, die wir nicht verstoffwechseln und dann über den Harn ausscheiden. Diese Mittel können in akuten Fällen unterstützend, aber auch prophylaktisch bei häufigen Rezidiven eingesetzt werden. Bei den Preiselbeeren ist auf eine genügend hohe Konzentration zu achten, was bei manchen Säften nicht gewährleistet ist. Da macht es eventuell mehr Sinn, auf Konzentrate zu setzen. Dazu viel Flüssigkeit, idealerweise nicht allzu kaltes Wasser trinken. Um das Immunsystem agiler, reaktionsfähiger zu machen, können wir auf den Sonnenhut zurückgreifen. Es bieten sich auch probiotische Produkte an, von denen positive Erfahrungen vorliegen, um über die Standardflora das Immunsystem zu stärken.

Es gibt verschiedene Wege, um zu verhindern, dass das Wasserlösen zur Qual wird. Lassen Sie sich in Ihrer Drogerie oder Apotheke beraten.

Text: Patrick Seiz, Bilder: Beat Brechbühl

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