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Versteckt und häufig unentdeckt

«Silent Inflammation» (stille Entzündung) ist ein Begriff, der sich auf chronische, niedriggradige Entzündungsprozesse im Körper bezieht. Diese Entzündungen verlaufen oft ohne akute Schmerzen und bleiben daher häufig unentdeckt – sie bilden eine stille Gefahr im Körper. Sie können gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit haben und werden mit einer Vielzahl von Krankheiten assoziiert, einschliesslich Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkproblemen und Hautkrankheiten.

Während akute Entzündungen eine natürliche Schutzreaktion des Körpers darstellen, sind chronische Entzündungen gesundheitsschädlich. Akute Entzündungen treten plötzlich auf, dauern kurz an (Tage bis wenige Wochen) und sind meist klar lokalisierbar, zum Beispiel nach einer Verletzung oder Infektion. Sie dienen der Abwehr von Krankheitserregern und der  Reparatur von Gewebe. Chronische Entzündungen hingegen entwickeln sich schleichend, halten monatelang bis Jahre an und können oft systemisch wirken. Bei chronischen Entzündungen führt die ständige Aktivierung von Immunzellen zu einer Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen, die Zellen und Gewebe schädigen können, oxidativen Stress begünstigen und das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen erhöhen.

Häufige Erkrankungen
Eine der häufigsten Erkrankungen, die durch stille Entzündungen begünstigt wird, ist Diabetes Typ 2. Chronische Entzündungen können die Insulinresistenz erhöhen, wodurch die Zellen weniger empfindlich auf Insulin reagieren. Dies führt zu erhöhten Blutzuckerwerten. Ein weiteres bedeutendes Gesundheitsrisiko sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie beispielsweise Arteriosklerose. Hier spielen stille Entzündungen eine zentrale Rolle, da sie die Bildung von Plaques in den Arterien fördern. Diese Plaques verengen die Blutgefässe und erhöhen das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Rheuma und Gelenkentzündungen sind ebenfalls häufige Folgen stiller Entzündungen. Bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis greift das Immunsystem fälschlicherweise gesundes Gewebe an, was zu chronischen Entzündungen in den Gelenken führt. Dies kann Schmerzen und Schwellungen verursachen und langfristig zu Gelenkschäden führen. Ursachen und Risikofaktoren Stille Entzündungen entstehen nicht über Nacht – sie entwickeln sich über Monate oder Jahre durch einen ungesunden Lebensstil oder dauerhafte Belastung des Körpers. Zu den Hauptursachen gehören: ungesunde Ernährung mit zuckerreichen Lebensmitteln, industriell verarbeiteten Produkten mit Zusatzstoffen, Transfetten (zum Beispiel frittierte Speisen), Omega-6-Überschuss (zum Beispiel Sonnenblumenöl) oder Gluten (bei Unverträglichkeiten). Ferner können chronischer Stress, anhaltender Schlafmangel und zu wenig Bewegung die Regeneration des Immunsystems beeinträchtigen und so stille Entzündungen im Körper fördern. Rauchen und Alkohol erzeugen oxidativen Stress und belasten so zusätzlich die Entgiftungsorgane.


Stille Entzündungen verlaufen oft ohne akute Schmerzen und bleiben daher häufig unentdeckt – sie bilden eine stille Gefahr im Körper.

Was können Sie dagegen tun?
Die Ernährung ist einer der zentralen Hebel zur Reduktion stiller Entzündungen. Empfehlenswert ist eine mediterrane Ernährung mit viel frischem Gemüse (vor allem Brokkoli, Grünkohl, Spinat, Zwiebeln), Beeren (reich an Antioxidantien), Omega-3-Fettsäuren (zum Beispiel aus fettem Fisch, Leinöl, Chiasamen), Hülsenfrüchten und Gewürzen wie Kurkuma, Ingwer, Zimt und Knoblauch. Insgesamt sind ballaststoffreiche Lebensmittel, die für eine gesunde Darmflora sorgen, zu bevorzugen. Meiden Sie insbesondere Zucker und Weissmehlprodukte sowie Fertigprodukte. Ergänzend zur Ernährung ist körperliche Aktivität ein integraler Bestandteil, um dem Entzündungsgeschehen die Stirn zu bieten. Sportliche Aktivitäten haben eine entzündungshemmende Wirkung, da sie die Durchblutung verbessern, das viszerale Fettgewebe (Bauchfett) reduzieren, den Stoffwechsel aktivieren und Stresshormone abbauen. Es wird empfohlen, 3- bis 5-mal pro Woche moderate Bewegung in den Alltag zu integrieren. Dazu eignen sich Aktivitäten wie zügiges Gehen, Schwimmen, Yoga oder Velofahren, die idealerweise mit leichtem Krafttraining kombiniert werden sollten. Ein weiterer wichtiger Aspekt zur Bekämpfung stiller Entzündungen ist die Regeneration und der Stressabbau. Um dem Stress entgegenzuwirken, sind verschiedene Massnahmen hilfreich. Eine gute Schlafhygiene, Meditation und Atemtechniken helfen, das Stresslevel zu senken (siehe auch unseren Beitrag zur mentalen Entschlackung in dieser Ausgabe).

KURZ & BÜNDIG
Stille Entzündungen bleiben oft lange unbemerkt, können aber tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Die gute Nachricht: Stille Entzündungen sind durch Lebensstiländerungen einfach beeinflussbar. Eine bewusste Ernährung, mehr Bewegung, effektives Stressmanagement sowie eine gezielte Behandlung aus der Drogerie und Apotheke bilden dabei ein wirksames Gesamtpaket zur Prävention und Linderung. Wer frühzeitig reagiert, kann die eigene Lebensqualität deutlich steigern und das Risiko chronischer Krankheiten erheblich senken. Sie haben es selbst in der Hand.

Hilfe aus der Natur

Viele Menschen schaffen es aus verschiedenen Gründen nicht, die Ernährung oder den gesamten Lebensstil umzustellen. Heilpflanzen und Nahrungsergänzungsmittel können dazu beitragen, die Entzündungen zu reduzieren.

enthält den Wirkstoff Curcumin, der für seine starken entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt ist. Kurkuma kann als Gewürz in der Küche verwendet oder in Form von Kapseln eingenommen werden.

ist ein weiteres kraftvolles entzündungshemmendes Mittel. Die in Ingwer enthaltenen Gingerole und Shogaole haben nachweislich entzündungshemmende Effekte und können helfen, Schmerzen und Entzündungen im Körper zu reduzieren. Ingwertee oder frischer Ingwer in Smoothies sind einfache Möglichkeiten, Ingwer in die Ernährung einzubauen.

ist ein traditionelles Heilmittel, das für seine entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt ist. Die in Weihrauch enthaltenen Boswelliasäuren können helfen, Entzündungen zu reduzieren, insbesondere bei rheumatischen Erkrankungen.

ist reich an Antioxidantien, insbesondere an Catechinen, die eine entzündungshemmende Wirkung haben. Regelmässiger Konsum von grünem Tee kann dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu verringern und die allgemeine Gesundheit zu fördern.

können gezielt helfen, stille Entzündungen zu reduzieren: So wirken zum Beispiel Vitamin C, D, E, Folsäure, Chrom, Magnesium, Zink, Q10 und die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA Entzündungsprozessen entgegen.

Text: Darko Schleiss Foto: Beat Brechhühl

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