Den Beinen und dem Po zuliebe
Hämorrhoiden sind kein Krankheitsbild, sondern ein natürlicher Bestandteil unseres Körpers. Es handelt sich um gut durchblutete Gefässpolster im Enddarm, die gemeinsam mit dem Schliessmuskel für die Feinabdichtung des Afters sorgen. Problematisch werden Hämorrhoiden erst dann, wenn sie sich vergrössern, entzünden oder nach aussen treten und somit sicht- und tastbar werden. Typische Symptome sind Juckreiz, Brennen, Nässen, Druckgefühl, hellrotes Blut beim Stuhlgang oder Schmerzen beim Sitzen. Besonders häufig treten Beschwerden bei Verstopfung, starkem Pressen, ballaststoffarmer Ernährung oder zu langem Sitzen auf. Auch Schwangerschaft und Geburt begünstigen Hämorrhoiden, da das wachsende Kind den venösen Rückfluss erschwert.
Ursachen und Behandlung
Neben mechanischer Belastung spielen Ernährung und Lebensstil eine zentrale Rolle. Zu wenig Flüssigkeit, Bewegungsmangel und eine darmträgere Ernährung mit vielen Weissmehlprodukten, Fertiggerichten, viel Fleisch und Käse erhöhen den Druck im Enddarm. Naturheilkundlich bewährt haben sich gezielte Ballaststoffgaben von Floh- und Leinsamen sowie Heilpflanzen wie Hamamelis, Rosskastanie, Ringelblume oder Eichenrinde. Je nach Heilpflanze ist die Wirkung innerlich oder äusserlich angewendet am stärksten. Für die äusserliche Anwendung sind Sitzbäder, Salben oder Zäpfli ideal. Auch eine gezielte Ernährungsberatung mit Fokus auf Ballaststoffe, ausreichendes Trinken und regelmässige Verdauung ist entscheidend. Ihre Drogistin und ihr Drogist können Sie hierzu bestens beraten.
Venenbeschwerden
Venen transportieren das Blut entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen. Werden die Venenwände schwächer oder die Venenklappen undicht, staut sich das Blut – es kommt zu schweren, müden Beinen, Schwellungen, Spannungsgefühl oder sichtbaren Krampfadern. Frauen sind häufiger betroffen, besonders während der Schwangerschaft, im Sommer und bei grosser Hitze. Langes Stehen oder Sitzen, Übergewicht und Bewegungsmangel verstärken die Beschwerden. Regelmässige Bewegung ist die beste Venenpflege. Schon einfache Venengymnastik, Fusskreisen oder Wadenanspannung fördern den Rückfluss. Wichtig ist auch eine korrekte Haltung am Arbeitsplatz: häufiges Aufstehen, Beine nicht dauerhaft übereinanderschlagen und zwischendurch hochlagern. Heiss-kalte Wechselduschen und Heilpflanzen wie Rosskastanie, rotes Weinlaub oder Mäusedorn sorgen zusätzlich dafür, das der Blutrückfluss wieder funktioniert und die Stauungen abnehmen.
Gut beraten
Drogerien und Apotheken sind die erste Anlaufstelle, wenn es um Beschwerden von Hämorrhoiden oder Venen geht. Dazu gehört das fachgerechte Anmessen und Beraten von Kompressionsstrümpfen, die bei venösen Beschwerden eine zentrale therapeutische Rolle spielen. Ebenso wichtig ist die naturheilkundliche Beratung zu pflanzlichen Arzneimitteln, lokalen Anwendungen, Ernährung und unterstützenden Massnahmen – individuell abgestimmt auf Beschwerden und die persönliche Lebenssituation. Sie wollen noch mehr erfahren? In unserem Podcast gehen wir diesem Thema noch tiefer auf den Grund.
