So funktioniert die Verdauung im Darm
Anatomisch betrachtet ist unser Darm ein langer Schlauch, der von Muskeln und Nervenzellen umgeben ist. Wenn wir etwas essen, wird die gesamte Verdauung angeregt. Der Nahrungsbrei gelangt vom Mund in den Magen und von dort weiter in den Dünndarm. Durch die Ausdehnung des Darms wird die sogenannte Peristaltik – die Muskelaktivität – aktiviert. Diese transportiert den Nahrungsbrei weiter in den Dickdarm und schliesslich zum After. Dort kommt es, ausgelöst durch den Stuhldrang, zur Darmentleerung. Die Passagezeit ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen variieren. Ist diese Zeit sehr lang, wird dem Nahrungsbrei zunehmend Wasser entzogen. Dadurch wird er fester und klumpiger, was den Weitertransport erschwert. Es kann zu einem Stau im Enddarm und damit zu einer Verstopfung kommen.
Die Einflussfaktoren
Die drei grössten Einflussfaktoren dabei sind die Art der Ernährung, das Trinkverhalten und die Menge an Bewegung, die ein Mensch in seinen Alltag einbaut. Ist dann auch noch Stress vorhanden, hat der Darm ganz schön viel zu tun. Für einen gut funktionierenden Darm ist eine ballaststoffreiche Ernährung optimal. Ballaststoffe sind wertvolle Nahrungsfasern. Sie quellen im Darm, was wiederum die Stuhlmenge erhöht und die Peristaltik anregt. Weiter haben sie einen positiven Effekt auf die Darmflora. Bauen wir ausreichend Gemüse, Früchte und Vollkornprodukte in unsere tägliche Ernährung ein, können wir einer Verstopfung schon einmal entgegenwirken.
Nun brauchen die Nahrungsfasern zum Quellen eine ausreichende Menge Flüssigkeit. Damit sind wir beim zweiten Einflussfaktor angelangt – einer bedarfsgerechten Flüssigkeitszufuhr. Die Faustregel lautet: Ein gesunder Erwachsener benötigt täglich etwa 30 bis 40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Für eine Person mit einem Gewicht von 70 kg ergibt dies einen täglichen Flüssigkeitsbedarf von etwa 2,1 bis 2,8 Litern. Das ist zwar eine ganze Menge, aber auf den ganzen Tag verteilt durchaus machbar und zu empfehlen. Die Bewegung ist ein weiterer, wichtiger Faktor für das Vermeiden von Verstopfungen. Die Darmperistaltik, also das Fortbewegen des Nahrungsbreis im Darm, wird von zweierlei Muskeln beeinflusst: zum einen von direkten Muskeln rund um den Darm und zum anderen von der Muskulatur des Bauches und des Beckens. Bewegen wir uns also den ganzen Tag nicht oder nur wenig, wird dieses Zusammenspiel gestört. Dadurch verlangsamt sich die Darmperistaltik, wodurch eine Verstopfung begünstigt werden kann. Tägliche Bewegung ist für einen gut funktionierenden Darm daher unabdingbar. Das kann ein schöner Abendspaziergang sein, das Benutzen der Treppe anstelle des Lifts oder ein Besuch im Fitnessstudio. Bewegung baut Stress ab, was wiederum einen positiven Effekt auf die Verdauung hat. Denn auch Stress hat einen hemmenden Effekt auf die Darmtätigkeit. Einerseits wenn wir den Toilettengang hinauszögern, weil wir gerade etwas Wichtiges erledigen müssen oder keine Gelegenheit haben, eine Toilette aufzusuchen. Andererseits verringert eine hohe nervliche Belastung die Verdauungsleistung.