load

Naturkosmetik Nachhaltigkeit

Naturkosmetik steht als Synonym für gesunde Produkte, die nachhaltig entstehen. Wenn Natur auf der Verpackung steht, sollte jeweils auch Natur drin sein. Wir haben bei Produkten von Dr. Hauschka Kosmetik und Weleda näher hingeschaut – und nachhaltig gelernt, was sie so besonders macht.

Man kennt den Kniff: viel versprechen, die Hälfte halten, doppelt kassieren. Das klappt zum Glück aus Sicht der Konsumenten nur noch selten. Auch für Hersteller von Produkten lohnt sich dieser übertriebene, schnelle finanzielle Erfolg nicht. Wir leben in Zeiten, in denen Nachhaltigkeit Trumpf ist und die Welt nach ressourcenschonenden Herstellungsverfahren und anhaltenden Geschäftsbeziehungen giert. Lieber für immer Freunde bleiben – so heisst das Credo der Hersteller in Bezug auf Kundenbeziehungen. Entsprechend ist ein sorgsamer und ernsthafter Umgang mit Produkten, Mitarbeitenden und Kunden angesagt.

Besonders gefragt ist diese Haltung, wenn Marken Natürlichkeit, Biodiversität oder Nachhaltigkeit signalisieren, und wenn die Produkte selber genau auf diesen Feldern angewandt werden sollen. Die Naturkosmetik ist ein Paradebeispiel. Die beiden zu den führenden Herstellern gehörenden Unternehmen Dr. Hauschka Kosmetik und Weleda dienen als gute Beispiele.

32 Fussballfelder für Pflanzen

Das Arlesheimer Unternehmen Weleda hat sich besonders der Vorsicht und Achtsamkeit verschrieben. Von Beginn an. 1921 vom österreichischen Philosophen und Wahlschweizer Rudolf Steiner und der holländischen Ärztin Ita Wegman gegründet, lebt Weleda bis heute eine für Mensch und Natur nachhaltige Unternehmensführung durch und durch vor. Über 2000 Mitarbeitende weltweit finden sich in der anthroposophischen Grundhaltung vereint. Nicht umsonst ist Weleda Mitglied der international ausgerichteten Union for Ethical Biotrade (UEBT). Seit vergangenem Jahr ist das Unternehmen eine von nur zwei führenden Marken weltweit, die als erste die neue UEBT-Zertifizierung für «Sourcing with respect» erhalten haben. Diese hilft Konsumenten zu erkennen, dass sie Produkte von einem Unternehmen kaufen, das den Menschen und die biologische Vielfalt mit Respekt behandelt.

Papier ist geduldig. Die Probe aufs Exempel kann man in Fällen wie diesen stets am besten im Garten machen. Dort lässt sich die Idee der Hersteller – unter anderem von Naturkosmetik – gut ablesen: In den firmeneigenen Heilpflanzengärten in Arlesheim und im Basler Naherholungsgebiet Bruderholz sind mehr als fünfzig Pflanzenarten vereinigt. Auf 2,5 Hektaren gedeihen sie auf biodynamische Weise. Noch um einiges grösser ist der Heilpflanzengarten in Schwäbisch Gmünd. Auf rund 23 Hektaren sind mehr als tausend Pflanzenarten zu bestaunen. Die Fläche entspricht rund 32 Fussballfeldern – ein überwältigendes Feld der Ressourcen für Naturkosmetik und Arzneimittel.

Der Rhythmus entscheidet alles

Beeindruckend ist auch das Bild, das man bei Dr. Hauschka -Kosmetik in Eckwälden (Deutschland) gewinnen kann. Das Herz des Unternehmens bildet ein Heilpflanzengarten, der direkt hinter dem Hauptgebäude liegt. Auf rund 4,5 Hektaren bauen die Gärtner rund 150 verschiedene Heilpflanzen biologisch-dynamisch an.

Dass sich die beiden Gärten ähneln, ist kein Zufall. Firmengründer Dr. Rudolf Hauschka ist einst als junger Chemiker dem um dreissig Jahre älteren Dr. Rudolf Steiner begegnet. Dieser hat ihn damals angestiftet, über den Rhythmus der Natur nachzudenken. Hauschka hat ein Verfahren entwickelt, Heilpflanzenauszüge ohne Einsatz von Alkohol zu konservieren. Er nutzt die Kraft natürlicher Polaritäten, die rhythmischen Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte, Bewegung und Ruhe. Die Wirkung der Kosmetik, die Hauschka herstellt, unterliegt denselben Gesetzmässigkeiten: Sie unterstützt den Regenerationsrhythmus der Haut, aktiviert und stabilisiert.


Von Natur aus schön.

Plastik gehört verbannt

Der Garten ist das Eine, das Endprodukt das Andere. Der Härtetest für vielerlei Kosmetik, die von sich behauptet, natürlich zu sein, ist noch immer die Frage nach dem Plastik. Um genau zu sein: nach dem Mikroplastik, den Kleinstteilchen. Wie halten es die beiden Vorzeigeunternehmen der Naturkosmetik damit?

Das Unternehmen Weleda sagt klipp und klar: «In den Weleda-Naturkosmetikprodukten setzen wir kein Mikroplastik ein.» Das gilt auch für das sogenannte flüssige -Mikroplastik, das derzeit ein heiss diskutiertes Thema ist. Diese fliessfähigen Polymere trifft man in kosmetischen Produkten ansonsten sehr wohl an. Sie wirken als Trübungsmittel in Shampoos und Duschmitteln oder als Verdicker und Konsistenzgeber in Cremes.

Auch Dr. Hauschka Kosmetik fährt eine Nulltoleranzpolitik in Sachen Mikroplastik, das besonders heimtückisch ist, weil es unbemerkt durch Pasten oder Salben in den Körper gelangen könnte. Doch wo kein Mikroplastik ist, besteht diese Gefahr nicht – bei Dr. Hauschka und Weleda sowieso nicht. Bei den Verpackungen gehen die Firmen ebenfalls einen ähnlichen Weg. Dr. Hauschka Pflegeprodukte nutzen überwiegend Packmittel aus Glas, aber auch aus Aluminium oder Kunststoff. Kunststoffe, so berichten die Forscher aus dem Hauptquartier, bieten jedoch viel Spielraum für Neuentwicklungen. Eine «Airless»-Kunststoffverpackung erlaubt beispielsweise die Entnahme eines Produkts, ohne dass Aussenluft zurückgezogen wird und so unliebsame Mikroorganismen ins Innere der angebrochenen Verpackung gelangen können. Es überrascht nicht, dass beide Unternehmen grossen Wert auf die Rezyklierbarkeit ihrer Verpackungen legen. Alles andere würde den kommunizierten eigenen Werten auch nicht entsprechen. Ganz im Sinne von: viel versprechen, alles davon halten. 

Wie findet man heraus, was wirklich drin ist?

Halten Sie ein Produkt in den Händen, haben aber keine Ahnung, ob es wirklich kein Mikroplastik enthält oder doch? Das haben wir auch schon erlebt. Eine App aus der Schweiz verhilft zu Klarheit.

CodeCheck bietet einen unabhängigen Produktcheck für Lebensmittel, Kosmetika sowie Wasch- und Reinigungsmittel. Dieser prüft über App oder Web, ob ein Produkt gesund und umweltverträglich ist. Nach Angaben der neutralen Betreiber bewertet eine wissenschaftliche Abteilung mehr als 13 000 verschiedene Inhaltsstoffe von Lebensmitteln und Kosmetika. Die App zeigt an, welche Produkte beispielsweise Mikroplastik, Palmöl, hormonell wirksame Stoffe, zu viel Zucker oder Fett enthalten. Handykamera auf den Strichcode halten, die Antworten folgen bestimmt.

Mehr unter: codecheck.info

Text: Bruno Affentranger und Patrick Seiz, Bilder: Beat Brechbühl

Newsletter
Newsletter

Blei­ben Sie in­for­miert und abon­nie­ren Sie un­se­ren Newslet­ter.

{{more}}
Onlineshops
Onlineshops

On­li­neshop

{{more}}

Das könnte Sie auch interessieren