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Vitamin D nur ein Trend?

Man liest oft von der Wichtigkeit von Vitamin D und seinem Status als Multitalent für den menschlichen Körper. Ist das ein Mythos der Industrie oder steckt tatsächlich etwas hinter der Rolle von Vitamin D für unsere Gesundheit? Wir gehen auf Spurensuche.

Vitamin D wurde in der Forschung lange Zeit stiefmütterlich behandelt und vor allem zur Rachitis- und Osteoporoseprophylaxe eingesetzt. Seit ein paar Jahren steht Vitamin D aber vermehrt im Fokus der modernen Forschung. Heute gilt als gesichert, dass Vitamin D für die Gesundheit unserer Zähne, Knochen und Muskulatur förderlich ist. Neuere Studien zeigen indessen: Vitamin D ist ein wahres Multitalent und spielt für unsere allgemeine Gesundheit in jedem Lebensalter eine zentrale Rolle.

Nicht nur starke Knochen

Es ist allgemein bekannt, dass der Körper genug Vitamin D benötigt, damit er den Mineralstoff Calcium in Knochen und Zähnen einlagern kann. Aber auch das Nervensystem und die Muskulatur benötigen für ihre Funktionsabläufe deutlich mehr Vitamin D als bisher angenommen. Praktisch jede Zelle im Körper hat Rezeptoren für Vitamin D. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass seine Wirkung extrem breit gefächert ist und immer wieder neue Effekte entdeckt werden. Die Regulation von Zellneubildung, Zellreifung und Zelltod hängt ebenso vom Vitamin D ab wie die Kontrolle verschiedener Hormonsysteme. Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung zeigt positive Wirkung auf den Blutdruck und ist unabdingbar für ein leistungsfähiges und abwehrstarkes Immunsystem. Dieses Vitamin kann chronische Entzündungen mildern und auch saisonale Depressionen, wie sie im Winter häufig auftreten, abschwächen. Zu guter Letzt können viele Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes Typ 1, Multiple Sklerose, Morbus Crohn u. a. in ihrer Entstehung von einer Unterversorgung an Vitamin D begünstigt werden.

Das Sonnenvitamin

Vitamin D bildet sich in der Haut, wenn genug UVB-Licht darauf scheint. Es gehört zu den wenigen Vitaminen, die der Körper selber bilden kann. Leider ist der Einstrahlungswinkel der Sonne in Mitteleuropa nur gerade von Mai bis September steil genug, um Vitamin D selber zu bilden. Das funktioniert dann aber auch nur ohne Sonnenschutz und in freier Natur. Unsere heutige Lebens- und Arbeitsweise ist also nicht gerade förderlich für die körpereigene Produktion von Vitamin D. Daher empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit einer breiten Bevölkerung, im Winter zusätzlich Vitamin D einzunehmen.

Vitamin D Mangel

  • Menschen, die sich selten draussen aufhaltenÜbergewicht
  • zunehmendes Alter (die Haut bildet immer weniger Vitamin D)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • dunkler Hauttyp
  • Medikamenten-Einnahme (z. B. Cortison)
  • bestimmte Krankheiten (Leber- und Nierenerkrankungen)

Wie viel Vitamin D braucht der Mensch? 

Bei der Beurteilung ist es wichtig zu berücksichtigen, ob es sich bei den Empfehlungen um nahrungsergänzende oder therapeutische Dosierungen handelt. Die schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt zurzeit eine tägliche Vitamin-D-Zufuhr von 400 IU (inter- nationale Einheiten) für Säuglinge im ersten Lebensjahr. Für alle anderen, auch Schwangere und Stillende, werden 600 IU empfohlen. Ab dem 60. Altersjahr sollten täglich 800 IU zuge- führt werden. Therapeutische Dosierungen von Vitamin D gehen weit höher. Zur Osteoporose- und Sturzprophylaxe sowie im Bereich entzündlicher Erkrankungen werden Dosierungen bis 2000 IU pro Tag empfohlen. Die Dosierung sollte vor der ersten Einnahme unbedingt mit einer Fachperson besprochen und nicht auf eigene Faust gewählt werden. Weil der menschliche Körper Vitamin D speichern kann, ist es auch möglich, Vitamin D als Woche- oder Monatsdosierung einzunehmen. Dies ist, vor allem für Patienten, welche noch andere Medikamente regelmässig einnehmen müssen, eine grosse Erleichterung.

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl

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