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Spielplatz der Läuse

In vielen Schulen sind Läuse ein Dauerthema. Konsequente Kontrolle zu Hause und die richtige Behandlung bei Lausbefall sind gefragter denn je, denn Schulen finden oft keine Personen mehr, die Klassen auf Läuse kontrollieren.

Läuse sind grundsätzlich harmlos und übertragen in unseren Breitengraden keine Krankheiten. Trotzdem sollten sie in jedem Fall behandelt werden. In seltenen Fällen kann es zu Hautausschlägen und durch den Juckreiz und das Aufkratzen der Haut zu Infekten kommen. Läuse sind kein Anzeichen für schlechte Hygiene. Im Gegenteil: Läuse mögen eine saubere Umgebung.

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Der Lebenszyklus

Um Läuse zu bekämpfen, muss man ihren Lebenszyklus verstehen und diesen unterbrechen. Kopfläuse leben bevorzugt an warmen Stellen wie im Nacken oder hinter den Ohren. Sie ernähren sich von menschlichem Blut. Ohne «Blutmahlzeit» sterben sie innerhalb weniger Stunden, spätestens nach drei Tagen. Läuse vermehren sich sehr schnell und verbreiten sich, indem sie von Kopf zu Kopf wandern. In einem 20 bis 30-tägigen Lausleben kann ein Weibchen bis zu 100 Eier legen. Die Eier sind ca. 0,8 mm gross und dunkelbraun. Die äusserste Schicht des Eis ist mit einer widerstandsfähigen Chitinhülle ummantelt und mit einem wasserunlöslichen Leim in der Nähe vom Haaransatz befestigt. Die junge Laus – auch Nymphe genannt – schlüpft nach ca. sieben Tagen und vermehrt sich weiter. Wenn sie geschlüpft ist, bleibt die Chitinhülle am Haar zurück. Diese Hülle wird Nisse genannt. Von Auge ist kaum erkennbar, ob es sich um ein Ei oder eine Nisse handelt. Sie wird auch leicht mit Schuppen verwechselt. Doch im Gegensatz zu Schuppen, lassen sich Nissen nicht mit dem Fingernagel abstreifen.

Die beste Prävention vor Laus­befall ist das Zusammenbinden der Haare, damit die Läuse nicht ungehindert von Haar zu Haar wandern können. Wenn Läuse in der Klasse fest­gestellt werden, wird einmal wöchentlich eine Kontrolle mit dem Kamm empfohlen. Unter lausinfo.ch erhalten Sie praktische und nützliche ­Informationen.

Die Behandlung

Behandelt wird nur, wenn lebende Läuse gefunden werden. Denn durch die Chitinhülle dringt ein Laus-Shampoo kaum ein. Um lebende Läuse festzustellen, ist eine saubere Kontrolle wichtig. Dafür gibt man Conditioner auf die nassen Haare und kämmt sie Strähne um Strähne mit einem Lauskamm durch. Dazwischen streicht man den Kamm immer wieder an einem Haushaltspapier ab. So erkennt man Läuse. Wenn lebende Läuse gefunden werden, stehen in der Drogerie und Apotheke verschiedene Produkte zur Verfügung. Die Lösungen müssen im Abstand von einer Woche zwingend wiederholt angewendet werden. So können auch die frisch geschlüpften Läuse bekämpft werden, die beim ersten Durchgang noch durch die Chitinhülle geschützt waren. Die Therapie wird so oft wiederholt, bis keine lebende Laus mehr gefunden wird. Wenn bei der Kontrolle Nissen oder Eier gefunden werden, ist eine Kontrolle mit dem Kamm zwei Mal pro Woche während 14 Tagen ratsam.

Schule informieren

Bei Lausbefall ist es sinnvoll, die ganze Familie während 14 Tagen mithilfe des Kamms auf Läuse zu kontrollieren. Auch die Schule oder Kindertagesstätte muss informiert werden. Nur so kann eine Weiterverbreitung verhindert werden. Keinen Nutzen bringt hingegen das Waschen oder Einfrieren des Bettinhaltes wie Duvets und Kuscheltiere. Auch Mützen und Helme müssen nicht gereinigt werden. Jedoch lohnt es sich, Haarbürsten und -gummis in 60 Grad heissem Seifenwasser einzulegen.

Text: Barbara Freiermuth, Bilder: Beat Brechbühl

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