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Cardiospermum

Viel Herz für die Problemhaut.

Herzsamen für Hautprobleme

Die medizinische Bedeutung der tropischen Schlingpflanze Cardiospermum halicacabum wurde in Europa erst relativ spät entdeckt. Doch dafür wird sie heute umso mehr geschätzt, vor allem wenn die Haut gelegentlich ausser Rand und Band gerät.

Wissen Sie, wie die Cardiospermum-Pflanze aussieht? Dieses Gewächs wird auch Ballonrebe genannt und ist ein ausgezeichneter Kletterkünstler mit einer Länge von bis zu drei Metern. An den dünnen, rankenden Stängeln entspringen fiederteilige Blätter, die etwas an glatte Petersilienblätter erinnern. Die weisslichen, kleinen Blüten wirken eher unscheinbar, doch daraus entwickeln sich augenfällige Kapselfrüchte. Sie ähneln einem aufgeblasenen Ballon, der um ein Vielfaches grösser ist als die Blüten. Im Inneren schlummern dunkelblaue bis schwarze Samen mit einem typischen, herzförmigen Fleck. Daher ist Herzsame ein weiterer Name dieser Pflanze.

Eine schaumstarke Truppe

Cardiospermum gehört zu den Seifenbaumgewächsen. Typische Inhaltsstoffe sind die Saponine, die in Verbindung mit Wasser Schaum bilden. Aus dieser Pflanzenfamilie ist vor allem der Waschnussbaum für seine Waschkraft bekannt. Die Schalen der geknackten Nüsse werden in einem Baumwollsäckchen zur Wäsche in die Trommel gelegt. Weitere bekannte Vertreter sind der Litchibaum mit seinen leckeren Litchi-Früchten und die koffeinhaltige Guarana-Pflanze. Nicht ganz so exotisch ist unsere einheimische Rosskastanie, aus der venenstärkende Arzneimittel gewonnen werden.


Die medizinische Bedeutung der tropischen Schlingpflanze Cardiospermum halicacabum wurde in Europa erst relativ spät entdeckt.

Aus den Tropen nach Europa

Cardiospermum wächst in allen tropischen und subtropischen Zonen der Erde, wobei Indien als Ursprungsland gilt. Insbesondere in Südamerika wird das Kraut in der Volksheilkunde geschätzt. Zu den empfohlenen Einsatzgebieten gehören Atemwegsentzündungen und Rheuma. Bisher gibt es allerdings nahezu keine wissenschaftlichen Daten, die diese Wirksamkeit bestätigen. In Europa beschrieb der Gelehrte Leonhart Fuchs (1501-1566) die Cardiospermum-Pflanze in seinem «New Kreüterbuch» anno 1543. Doch erst nachdem sie Dr. Willmar Schwabe 1956 aus dem damaligen Belgisch-Kongo nach Deutschland mitnahm, wurde sie hier zunehmend bekannt. Sie gedeiht im gemässigten Mitteleuropa, doch die ansonsten ausdauernde Pflanze ist nicht winterhart. In der Schweiz und in Süddeutschland wird das tropische Gewächs in Weinanbaugebieten kultiviert, da das Klima dort sehr mild ist. Die Pflanze lässt sich auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon ziehen.

Mit Cardiospermum werden in unseren Breiten Hautkrankheiten behandelt. Dazu zählt das Ekzem, das ein Sammelbegriff für nicht ansteckende, juckende Entzündungsreaktionen der Haut ist. Die meisten Ekzeme lassen sich einem der folgenden drei Grundtypen zuordnen: atopisches, allergisches und toxisches Ekzem. Atopisches Ekzem ist eine andere Bezeichnung für Neurodermitis, die häufig in Verbindung mit einer erhöhten Allergieneigung auftritt. Ein typisches Anzeichen im frühen Kindesalter ist Milchschorf an den Wangen und auf dem behaarten Kopf. Bei Schüben im Erwachsenenalter sind meistens die Gelenkbeugen betroffen. Starker Juckreiz verführt zum Kratzen, wodurch Bakterien, Viren oder Pilze offene Stellen leicht befallen können. Neurodermitis wird manchmal mit Psoriasis in einen Topf geworfen, doch es handelt sich um zwei unterschiedliche Krankheitsbilder. Psoriasis wird auch Schuppenflechte genannt und beruht auf einer unkontrollierten Bildung von Hautzellen. Dadurch entstehen oft scharf begrenzte, mitunter juckende Stellen mit silberweissen Schuppen. Charakteristische Orte sind die Streckseiten von Ellbogen und Knie.


Cardiospermum wird häufig als pflanzliches Cortison bezeichnet.

Eine sanfte Alternative

Nicht infizierte Hauterkrankungen werden gerne mit cortisonhaltigen Salben oder Cremes behandelt. Sie wirken entzündungshemmend, antiallergisch und juckreizstillend, indem die Bildung spezieller Eiweisse in den Zellen angeregt wird. Eine kurzfristige Anwendung in akuten Fällen mag sinnvoll sein, doch es gibt auch unliebsame Nebenwirkungen. Bei einer ununterbrochenen Behandlung über mehrere Wochen kann sich nämlich die sogenannte Pergamenthaut bilden. Dabei wird die Haut ganz dünn und durchscheinend. Gut, dass es effektive Alternativen wie Cardiospermum gibt. Es wird daher häufig als pflanzliches Cortison bezeichnet. Zu den wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen dieser Pflanze zählen die Phytosterole. Erfreulicherweise ist der Einsatz über einen längeren Zeitraum problemlos möglich.

Kampf dem Juckreiz

Wenn es juckt und beisst, wird die betroffene Stelle mehrmals täglich mit einer Cardiospermum-Salbe eingestrichen. Eine Alternative sind Salbenkompressen, die mindestens zweimal täglich bei starken Beschwerden erneuert werden. Sind die akuten Symptome endlich abgeklungen, braucht die empfindliche Haut besondere Pflege. Achten Sie daher auf möglichst reizarme Produkte. Hierfür gibt es sanfte Körperlotionen mit Extrakten aus Cardiospermum. Sie eignen sich gut für die schubfreie Zeit.
Für die innerliche Anwendung gibt es homöopathische Globuli oder Tabletten mit Cardiospermum. Gemäss dem homöopathischen Arzneimittelbild werden sie bei entzündlichen und allergischen Hauterkrankungen, Ekzemen, Juckreiz und Insektenstichen empfohlen. Im akuten Stadium wird eine Cardiospermum-Tablette von Similasan mehrmals täglich gelutscht. In starken Fällen wird sogar die viertelstündliche Einnahme einer Tablette empfohlen. Zum Ausheilen genügt eine Dosis von drei Tabletten pro Tag.

Cardiospermum kann gut mit homöopathischen Apis-Globuli kombiniert werden, wenn es sich um brennende, juckende Beschwerden allergischer Natur mit starken Schwellungen handelt. Sind es aber eher nicht juckende und nicht allergische Hautprobleme, eignet sich vielfach das Kombinationspräparat von Similasan bei Hautausschlägen. Das darin enthaltene Mercurius solubilis lindert Entzündungen, wobei es oft bei nässenden Ekzemen und drohenden Eiterungen geschätzt wird. Des Weiteren hilft das grosse Kummermittel Natrium muriaticum bei trockenen oder fettig-öligen Ausschlägen. Unterstützend bändigt Selenium metallicum die Schuppenbildung und Rhus toxicodendron bekämpft Bläschen und Quaddeln.

Weitere Retter in der Not

Oder schwören Sie auf Spagyrik-Sprays? Bei chronischen Hautproblemen kann Cardiospermum optimal mit anderen spagyrischen Essenzen gemischt werden. Eine sinnvolle Ergänzung ist das Feldstiefmütterchen, das die Heilung fördert. Zudem lindert Myrrhe allergische Hautbeschwerden und Bienenkittharz kann Entzündungen und Irritationen mildern. Ein anderer Behandlungsansatz sind Sprays mit Antigenen und Antitoxinen, mit denen äusserliche Erkrankungen lokal behandelt werden können. Nicht vergessen werden darf die Stärkung und Anregung der Leber und Niere. Indem diese Ausscheidungsorgane angekurbelt werden, kann sich der Körper leicht von unliebsamen, belastenden Stoffen befreien. Geeignet sind Zubereitungen, die beispielsweise Brennnessel, Goldrute und Löwenzahn enthalten. Daneben leisten auch Basenbäder gute Dienste, um das Gleichgewicht der Haut wiederherzustellen.

Vielversprechende Aussichten

Unsere Haut ist mit einer Fläche von etwa zwei Quadratmetern unser grösstes Organ. Sie besitzt über vier Millionen Rezeptoren, die sozusagen die Aussenfühler der Nerven sind. Sie lassen uns Kälte, Hitze, Druck, Schmerz, aber auch Lust empfinden. Es ist also kein Wunder, wenn uns Hautbeschwerden sehr belasten können. Zum Glück gibt es hilfreiche Heilpflanzen wie Cardiospermum. In ihr steckt viel Potenzial, das noch nicht einmal vollständig ausgeschöpft ist. Erste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Tropenpflanze möglicherweise als Mittel im Kampf gegen Malaria eignet. Es bleibt also spannend, womit dieser Exot noch glänzen kann.


Salben und Kapseln mit Nachtkerzenöl wirken sich positiv auf die Haut aus.

Tipps für eine gesunde Haut

  • Salben und Kapseln mit Nachtkerzenöl wirken sich positiv auf die Haut aus. Diese Wirkung beruht auf einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Gamma-Linolensäure.
  • Salben mit Vitamin B12 werden zur äusserlichen Behandlung von Neurodermitis und Schuppenflechte empfohlen
  • Bei einer latenten Übersäuerung des Körpers wegen zu viel Stress oder falscher Ernährung kann eine ausgleichende Säure-Basen-Kur helfen.
  • Essenzen aus den Knospen der Johannisbeere (Gemmo Ribes nigrum) werden bei Hautproblemen eingesetzt. Die jungen Triebe stecken voll Energie und Vitalität.
  • Milde, rückfettende Reinigungsmittel und Körperlotionen ohne chemische Konservierungs-, Farb- oder Duftstoffe schonen die Haut.

Tipps für eine Grünoase mit Cardiospermum

Gartenfreunde können die Cardiospermum-Pflanze selbst ziehen. Das schnellwachsende, nicht winterharte Klettergewächs erobert problemlos Zäune, Pergolen und Spaliere. Natürlich können damit auch Kübel und Balkonkästen begrünt werden. Die Samen werden ab Februar bis Ende März im Gewächshaus oder auf der Fensterbank ausgesät. Bei rund 20°C erblicken die Keimlinge nach zwei bis vier Wochen das Licht der Welt. Sie werden dann in etwa 8cm grosse Blumentöpfe gesetzt. Ungefähr zwei Wochen vor den Eisheiligen werden die Pflänzchen bei rund 15°C an das Freilandklima gewöhnt. Sobald die Frostgefahr vorbei ist, können die Zöglinge schliesslich ins Freie gepflanzt werden. Dort lieben sie Sonnenschein, Feuchtigkeit und einen durchlässigen Humusboden.

Text: Monika Lenzer, Bild: © Beat Ernst

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