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Zahnpflege

Täglich wenige Minuten Mund- und Zahnpflege verhindern schmerzhafte Zahnarztsitzungen, verhelfen zu schönen Zähnen und erhalten das eigene Gebiss. Für optimale Ergebnisse reicht das Einhalten einfacher, aber wichtiger Regeln.

Schöne Zähne und ein strahlendes Lächeln machen attraktiv und sind dank der modernen Zahnmedizin auch bei vernachlässigten oder angegriffenen Zähnen realisierbar. Allerdings lohnt es sich, der Vorsorge Aufmerksamkeit und Engagement zu schenken, denn Probleme mit den Zähnen und dem Zahnfleisch lassen sich mithilfe von sinnvoller Zahnpflege vermeiden. Sie verhindert, dass sich schädliche Bakterien im Mund einnisten.

Höchstleister Zähne

Zähne müssen im Laufe eines menschlichen Lebens Unmengen an Nahrung zerkleinern und Säuren sowie Krankheitserreger abwehren. Beim Beissen und Kauen wirken auf einen einzelnen Zahn Kräfte, die Gewichten zwischen 15 bis 80 Kilogramm entsprechen. Der sichtbare Teil des Zahnes, die Zahnkrone, ist mit einer widerstandsfähigen Aussenschicht, dem Zahnschmelz, überzogen. Säuren können ihn angreifen und fortgeschrittene Schäden sind irreparabel. Zahnschmelz baut sich nicht wieder auf.
Zahnpflege richtig gemacht

Schon in der Schule lernte man: Dreimal täglich Zähne putzen. Heutzutage wird empfohlen, auch nach süssen Zwischenmahlzeiten zur Zahnbürste zu greifen. So werden Speisereste und entstehender Zahnbelag entfernt. Die Umsetzung sollte mit sanften Wischbewegungen, vom Zahnfleisch zum Zahn erfolgen. Starkes, waagerechtes Hin- und Herschrubben ist nicht sinnvoll und birgt die Gefahr, das Zahnfleisch und die Zahnhälse zu beschädigen. Mithilfe von Zahnpasta werden bakterielle Zahnbeläge entfernt und die Zähne vor Karies geschützt. Bei der Wahl der Zahnpasta sollten Verbraucher auf den Fluoridanteil achten. Die fluorhaltigen Mineralsalze härten den Zahnschmelz und schützen die Zähne gegen die schädlichen Säuren im Mund.


Zahnschäden mit wenig Aufwand vorbeugen.

Nach Süßem erst warten

Künstlich gesüsste Speisen und Getränke können in Bezug auf die Zahnhygiene unbedenklich konsumiert werden. Die Grundlage dieser Substanzen sind Cyclamate und Sacharine. Im Gegensatz zu diesem künstlichen Zucker sind Lebensmittel und Getränke gefährlich, die mit herkömmlichem Industriezucker (Feinkristall-Zucker, etc.) gesüsst sind. Der Industriezucker wird von den Bakterien in der Mundhöhle zu Säure umgewandelt. Deshalb soll man nach Verzehr solcher Süssspeisen und Getränken, Wasser trinken, um den Säurewert zu neutralisieren und dann nach etwa 30 Minuten die Zähne reinigen. Säure weicht den Zahnschmelz auf und diese schützende Zahnsubstanz wäre durch sofortiges Putzen gefährdet. Am Abend sollten auch die Zahnzwischenräume gründlich gereinigt werden. Dafür eignen sich Interdentalsticks, Interdentalbürsten oder Zahnseide, denn je nach Zahnstellung sind bis zu 40 Prozent der Zahnoberfläche für die Zahnbürste nicht zugänglich. Interdentalbürsten gibt es in verschiedenen Grössen, so dass sie optimal entsprechend der Gebissbeschaffenheit eingesetzt werden können. Interdentalbürsten erweisen sich in der Handhabung als einfacher als Zahnseide. Ungeübte verletzen bei der Anwendung von Zahnseide leicht das Zahnfleisch. Empfohlen werden Interdentalbürsten auch solchen Patienten, bei denen sich das Zahnfleisch schon zurückgezogen hat. Bewährt haben sie sich auch beim Vorhandensein von Brücken, Implantaten oder festsitzenden Zahnspangen.

Zahngesunde Ernährung

Vollkornbrot, rohes Gemüse und frisches Obst tun nicht nur dem Organismus, sondern auch den Zähnen gut. Diese Nahrungsmittel müssen gut gekaut werden, wodurch viel Speichel entsteht, der hilft, die Zähne zu reinigen. Zuckerhaltige Lebensmittel ernähren Bakterienarten im Mund. Bei der Verarbeitung des Zuckers scheiden die Bakterien Säuren aus, die den Zahnschmelz angreifen und die Gefahr von Karies erhöhen. Wenn man anschliessend die Zähne putzt, gibt es keinen Grund, Süsses zu verteufeln. Nicht die Menge ist das Problem, sondern die Häufigkeit, denn vermehrte Säureattacken stellen eine grössere Gefahr für den Zahnschmelz dar. Auf Süssigkeiten zu verzichten, macht das Putzen nicht überflüssig. Lebensmittel, die Stärke enthalten, also Kohlenhydrate wie Teigwaren können die Mundschleimhautbakterien in Zucker umwandeln.

Empfehlung:

  • Gesunde Ernährung entlastet die Zähne.
  • Wenig Süsses oder Saures, auch bei Getränken.
  • Nach süssen Zwischenmahlzeiten Zähne putzen.
  • Nach Saurem eine halbe Stunde warten vor dem Zähneputzen, Zahnschmelz schonen.
  • Zähne regelmässig putzen, idealerweise drei Minuten lang, gründlich, aber nicht zu stark schrubben.
  • Elektrozahnbürsten richtig verwenden: Oszillierende Bürste an jeden Zahn halten, keine klassischen Putzbewegungen, auch drei Minuten lang, nicht zu starken Druck erzeugen.
  • Regelmässig Zahnbürste oder Bürstenkopf wechseln.
  • Zahnpasta: Fluorid hilft vor Karies zu schützen
  • Interdentalbürsten sind als Ergänzung für die Pflege der Zahnzwischenräume notwendig.

Interview mit Dr. med. dent Markus Debrunner 

Eidg. dipl. Zahnarzt SSO mit eigener Praxis an der Dornacherstrasse 8 in Basel.

Die Patienten, die zu mir kommen und aus der Region stammen, geben sich viel Mühe bei der Pflege, auch junge Menschen. Ich behandele auch Asylsuchende, bei manchen von ihnen sind die Zähne nicht so sorgfältig gepflegt aufgrund von nachvollziehbaren Gründen. Aber nach entsprechenden Tipps ändert sich das.

Ich weise daraufhin, dass für den Zustand der Zähne schon die Ernährung wichtig ist. Heutzutage wird ja nicht mehr regelmässig gegessen, sondern es werden eher zwischendurch Snacks oder Getränke eingenommen, die oft sehr süss oder sauer und nicht besonders gesund sind. Ich empfehle, regelmässige Mahlzeiten und möglichst wenig Süsses, Saures und Klebriges zu sich zu nehmen. Man sollte wenigstens zweimal am Tag den Mund spülen und drei Minuten die Zähne putzen.

Zur Kontrolle des Putzerfolges gibt es Färbetabletten, so genannte Relevatoren. Sie färben die Beläge an den Zähnen rot-violett. Diese Kontrolle führt man höchstens einmal in der Woche durch. Sie ist sinnvoll, um zu sehen, ob man auf dem richtigen Weg ist. Natürlich beraten wir Zahnärzte und Dentalhygieniker auch.

Das ist nicht notwendig und nach Säurehaltigem wie Äpfeln, Salat, Wein oder Orangensaft sogar zu vermeiden. Die Säure löst Kalzium und Phosphat aus dem Schmelz und weicht ihn auf. Wenn man dann direkt putzt, schrubbt man die schützende Zahnsubstanz weg. In solchen Fällen ist es sinnvoll, eine halbe Stunde zu warten, ehe man sich die Zähne putzt. Säuren sind in vielen Nahrungsmitteln und Getränken enthalten, etwa in Cola, Sportgetränken oder Red Bull. Gelegentlicher Konsum ist nicht gefährlich, aber bei ständigen Säureangriffen wird der Zahnschmelz dünner, brüchiger und empfindlicher, wir sprechen dann von Erosion.

Nein, der Zahnschmelz regeneriert sich nicht, deshalb sind eben Prävention und die richtige Pflege so wichtig.

Bei Krankheiten wie etwa der Magersucht kommt es auch zu Zahnschmelzabbau.

Text: Ariane Kroll, Bild: © IanaK / Fotolia.com

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