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Dem Körper etwas Gutes tun

Welche Frau, bisweilen aber auch Mann, kennt das nicht: Kaum kündigen die ersten Blüten und Triebe den Frühling an, beginnt der Stress mit dem Körper. Das Erwachen aus der winterlichen Lethargie weckt das Bedürfnis, dem Körper etwas Gutes zu tun, zu entschlacken und vielleicht auch ein paar unliebsame Pfunde loszuwerden.

Mit unfehlbarer Sicherheit ereilt uns im Frühling das Gefühl, den Körper im Winter vernachlässigt und den winterlichen Genüssen etwas zu sehr gefrönt zu haben. Oft begleiten Empfindungen von Stauungen im Körper, Unreinheiten oder eine Gewichtszunahme das «böse» Frühlingserwachen. Mit genauso wiederkehrender Garantie versprechen jedes Jahr neue Kuren und Diäten ein neues, nie dagewesenes Körpergefühl. Hand aufs Herz: Glauben Sie an diese Versprechen? Die Verlockung, dem ganzen Zauber zu verfallen, ist – zugegeben – gross. Die Realität liegt aber leider weit davon entfernt, beziehungsweise: Es dauert einfach länger. Dass die Natur dabei behilflich sein kann, den eigenen Körper für den Frühling frisch und frei zu machen, ist seit Langem bekannt. Warum also jedes Jahr was Neues ausprobieren, wenn wir mit jahrhundertealtem Kräuterwissen wirklich etwas erreichen können?

Nach dem Winter

Im Winter läuft unser Stoffwechsel langsamer. Der winterliche Speiseplan mit seinen nahrhaften, eher fetten und zuckerreichen Speisen sorgt für eine vermehrte Bildung von Säuren, aber auch für das eine oder andere Pölsterchen. Was in der Evolution ein überlebenswichtiger Faktor war, ist heute nur noch Ballast. Im Frühling stellt der Körper seinen Stoffwechsel langsam von Winter auf Sommer um. Dieser Übergang geht langsam vor sich, zu langsam für die meisten. Etwas Geduld braucht es schon, mit den richtigen Heilpflanzen und ein paar anderen Tricks können wir die Umstellung jedoch beschleunigen und das Frühlingsgefühl stellt sich schneller ein. 

Die grossen Drei für den Stoffwechsel

Man kann in der Heilpflanzenkunde weit zurückschauen und begegnet immer wieder denselben drei Pflanzen, die den Stoffwechsel unterstützen. Das sind Birke, Brennnessel und Artischocke. Aber: Was heisst eigentlich, den Stoffwechsel unterstützen? Unter dem Begriff Stoffwechsel werden zahlreiche verschiedene Vorgänge verstanden, die dem Auf-, Um- und Abbau von unterschiedlichsten Stoffen im Körper dienen. Im allgemeinen Sprachgebrauch verstehen wir darunter die Fähigkeit zur Ausscheidung unerwünschter Stoffe. Es geht um das Befreien von Ballast im weitesten Sinne, welches wir uns im Frühling so sehr wünschen.

Unerwünschte Stoffe sind in zwei Gruppen eingeteilt: die fettlöslichen und die wasserlöslichen. Für die wasserlöslichen Stoffe sind primär die Nieren zuständig, für die fettlöslichen Leber und Galle. Konkret bedeutet das: Alles, was diese Organsysteme unterstützt und anregt, verbessert auch die Ausscheidung.

Die Artischocke, eine Königin unter den Gemüsen, ist auch eine mächtige Heilpflanze. Man macht sich vor allem ihre Blätter zunutze. Sie regt den Leberstoffwechsel, die Gallebildung und den Gallenfluss an. Damit verbessert sie die Ausscheidung fettlöslicher Substanzen, hat aber auch positive Eigenschaften für den Fettsäurestoffwechsel z. B. Cholesterin) und den Zuckerstoffwechsel. Die Artischocke schmeckt bitter, weshalb sie nicht von allen geliebt wird. Bitterstoffe sind allerdings ungemein wichtig für den Körper, und was gerade im Frühling ein gefragter Nebeneffekt ist: Bitterstoffe reduzieren die Lust auf Süsses deutlich. Also fällt es einem auch leichter, auf die süssen Kalorienbomben zu verzichten und damit das eine oder andere Kilo Gewicht zu verlieren. 

Mit ihrer weissen Rinde und den lichten grünen Blättern an biegsamen, dünnen Zweigen verkörpert die Birke wie kaum ein anderer Baum Leichtigkeit und Befreiung. Sie gilt als Lebensbaum und wurde von verschiedenen Völkern, z. B. den Kelten, verehrt. Verfügt die Birke über genügend Wasser, dann «trinkt» ein ausgewachsener Baum bis zu 100 Liter pro Tag und gibt die Feuchtigkeit wieder über die Blätter ab. Ein unglaublicher Flüssigkeitsstoffwechsel also. Diese anregende Wirkung auf den Wasserhaushalt hat die Birke auch auf unseren Körper. Das Birkenwasser oder der Birkensaft enthält Stoffe, welche die Ausscheidung über die Nieren anregen und ein Gefühl jugendlicher Vitalität einkehren lassen. Ausserdem ist die Birke ein Segen für Haut und Haare. 

Wegen ihrer Brennhaare gefürchtet, wegen ihrer Wirkung hochgeschätzt. Die Brennnessel ist sogar als Nahrungsmittel eine spannende Ergänzung auf dem Frühlings-Speiseplan, sie fand bereits bei der bedeutenden Universalgelehrten Hildegard von Bingen Empfehlung. Die Brennnessel regt die Ausscheidung über die Nieren an, verbessert den Eisenstoffwechsel und die Kalziumaufnahme. So unscheinbar ihre Natur auch ist, so mächtig reinigt sie den Körper. Den reinigenden Aspekt spürt man zuerst daran, dass man vermehrt Wasser lassen muss. Später zeigt sich der Effekt oft auch an einem geklärten Hautbild oder einem Gefühl von Frische und Energie. 

Tee, Tropfen oder Kapseln?

Als Erstes ist es ratsam, die Kräfte dieser drei grossen Stoffwechsel-Pflanzen zu vereinen und sie in Kombination anzuwenden. Der Geschmack ist vor allem bei der Tinktur recht intensiv, macht aber gerade bei den bitteren Geschmackskomponenten auch einen wichtigen Teil der Wirkung aus. Es ist also durchaus möglich, dass Sie bei Tropfen einen intensiveren Effekt verspüren. Vor allem für eine effektive Reduktion der Süss-Gelüste ist der Geschmack unabdingbar. Für all jene Frauen und Männer, die eher empfindliche Geschmacksnerven haben, ist eine gute Wirkung auf den Stoffwechsel auch durch eine Einnahme als Kapseln möglich. Ein Stoffwechseltee ist eine sinnvolle Begleitung zu den anderen Produkten. Auf der einen Seite liefert der Tee Stoffe, die den Stoffwechsel aktivieren, auf der anderen Seite sorgt er vor allem für eine zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme. Denn nur, wenn genug Flüssigkeit vorhanden ist, kann der Körper auch gut ausscheiden. Wer keinen Tee mag, trinkt vorzugsweise stilles Wasser.

Darmstoffwechsel

Neben den beiden hauptsächlich ausscheidenden Stoffwechselkreisläufen durch Niere und Leber übernimmt auch der Darm einen wichtigen Teil der Ausscheidung. Er ist aber ein unterschätztes Organ, wenn es um Zucker- und Fettstoffwechsel geht. Daran beteiligt ist vor allem eine ausgeglichene Darmflora. Bitterstoffe (z. B. aus der Artischocke) unterstützen die Darmflora, man kann sie aber auch durch spezielle Bakterienprodukte (sog. Probiotika) in die richtigen Bahnen lenken und damit seine Frühlingsziele leichter erreichen. Wenn Sie auf natürliche Art Ihr Hungergefühl etwas bremsen und gleichzeitig den Darmbakterien wertvolles «Futter» (sog. Präbiotika) liefern möchten, dann empfehlen Fachpersonen eine ergänzende Einnahme von Apfelpektin. Was auch immer Sie für erweckende Frühlingsgefühle im Körper tun, sorgen Sie als Ergänzung auf jeden Fall für genügend Bewegung und eine abwechslungsreiche Kost: Nutzen Sie die natürliche und vitalisierende Kraft von Frühlingsgemüse und Wildkräutern. 

Text: Lukas Maron, Bilder: Beat Brechbühl

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