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Wunden und Baden

An heissen Sommertagen gibt es nichts Herrlicheres, als ins kühle Wasser zu springen. Entsprechend ärgerlich sind Hautverletzungen, die einen am Baden oder auch schon am Duschen hindern. Mit der richtigen Wundabdeckung ist dies aber kein Problem.

Für viele gilt nach wie vor die Krustenbildung an der Luft als die ideale Wundheilung. Experten ist aber schon lange klar, dass eine offene Wunde feucht gehalten werden sollte, damit sie möglichst schnell und gut heilt. Das erfordert je nach Art der Verletzung die richtige Abdeckung. Bei einer nässenden Wunde (z. B. Schürfwunde) muss die Abdeckung das Sekret (die Absonderung) aufnehmen können. Bei einer trockenen Wunde sollte die Abdeckung sogar etwas Feuchtigkeit abgeben.

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Wassertaugliche Abdeckung

Für eine wassertaugliche Abdeckung braucht es eine Folie oder ein wasserfestes Pflaster. Beachten Sie, dass dies auf der Verpackung klar vermerkt ist. Für kleinere Wunden gibt es in Apotheken und Drogerien wasserfeste, transparente Pflaster. Diese haften beim Schwimmen viel besser als normale Pflaster und verhindern zusätzlich das Eindringen von Schmutzwasser in die Wunde. Wasserfeste Pflaster gibt es in verschiedenen Grössen und Formen, die kleine bis mittelgrosse Wunden abdecken können. Wichtig dabei: Die Wunde und die Abdeckung rundum «zukleben» und auf genügend grossen Kleberand achten. Damit lässt sich die Wunde gut abdecken und vor dem Eindringen von Wasser und Bakterien schützen. Idealerweise entfernt man auch die Haare vor dem Abkleben und entfettet die Haut, damit die Abdeckung dicht haftet. Die Haut sollte aber trocken sein. Nach dem Auftragen empfiehlt es sich, mindestens die nächsten 20 Minuten ruhiger anzugehen, damit die Haut wenig ausdünstet und der Klebstoff gut hält. Erst dann sollte man ins Wasser steigen. Beachten Sie aber, dass der Klebstoff in Bädern mit hohen Temperaturen oder starken Wasserbewegungen (Whirlpool, Flussbäder) strapaziert wird. Entscheidend ist auch die Art der Hautverletzung. Durchsichtige Folienverbände lassen erkennen, wie die Wundheilung fortschreitet. Diese können aber keine Sekrete aufnehmen. Deshalb gibt es auch bei Operationswunden verschiedene Arten der Abdeckung. Kleinere und nicht sehr tiefe Schnittwunden können nach der entsprechenden Wundpflege (siehe Info auf Seite 19) mit Strips (Wundverschlussstreifen) verschlossen werden – das sind schmale Streifen, welche oft auch vom Arzt anstelle des Nähens eingesetzt werden. Das funktioniert aber nur, solange die Wunde feucht ist. Auf diesen Strips kann auch eine wasserundurchlässige Folie angebracht werden, um ins Wasser gehen zu können. Die Folie sollte nur am Rand kleben, damit beim Entfernen nicht auch gleich die Strips mitgenommen werden. Zum Entfernen von Folienverbänden löst man leicht eine Ecke und zieht zuerst in der diagonalen Achse flach in die Länge. Danach löst sich die Folie in der Regel sanft ab.


Wunden richtig versorgen und ab ins Bad.

Grosse Wunden

Bei grossen Wunden oder auch Bandagen bieten sich Plastikbeutel an, die mit einem festen Kleberand versehen sind. Die Lage der Wunde spielt eine grosse Rolle: Über ein Gelenk lässt sich fast unmöglich eine wasserfeste «Verpackung» anlegen. Es gibt Beutel für Füsse, Beine und Arme. Je nach Grösse der Wunden ist es aber schwierig, entsprechende Folienverbände zu finden, welche die Wunden sauber abdecken. Lassen Sie sich in Ihrer Drogerie oder Apotheke beraten. Bei Blasen stellt sich die Frage: aufstechen oder nicht? Hat eine Blase ein grosses Flüssigkeitspolster, macht es Sinn, die Flüssigkeit abzulassen. Hat sich die Blase bereits geöffnet, und die Haut über der Blase ist aufgerissen, kann diese Haut mit einer desinfizierten Schere abgeschnitten werden. Aber auch nur, wenn spezielle Blasenpflaster zur Hand sind, welche die gereinigte Blase rundum verschliessen. Bewährt haben sich diverse Hydrokolloid-Pflaster, welche die feuchte Wundheilung fördern.

Sonnenschutz und Wunden 

Beachten Sie auch die Sonneneinstrahlung: Wunden wie auch Narben haben selbst keinerlei Schutz vor den UV-Strahlen der Sonne. Ohne entsprechend hohen Sonnenschutz (Wundabdeckung oder Sonnenschutzpräparate mit sehr hohen UV-Filterwerten) würden diese Strahlen ungebremst tief ins Gewebe gelangen und dort Schaden anrichten. Trotz all der verschiedenen Möglichkeiten ist die Wundpflege für den Hausgebrauch gut zu meistern. Aber bedenken Sie: Eine Beratung in der Drogerie oder Apotheke ist sehr hilfreich, weil die Verbände nicht nur vor dem Eindringen von Wasser und Bakterien schützen, sondern auch die Hautatmung nicht beeinträchtigen sollten. Lassen Sie sich die verschiedenen Möglichkeiten, Produkte und Hilfsmittel zeigen und erklären – es lohnt sich.

Das 1x1 der Wundpflege

1 Reinigung

Wunde von groben Verunreinigungen wie Steinchen oder Dreck befreien. Dazu eine Pinzette und Handschuhe verwenden. Das grobe Ausspülen der Wunde mit sauberem Wasser (idealerweise mit physiologischer Kochsalzlösung) kann helfen. Auch mit sterilen Gazen und Flüssigkeit kann gereinigt werden. Sollte eine Stichverletzung vorliegen und z. B. ein Nagel im Fuss stecken, diesen drin lassen und sofort zum Arzt gehen.

2 Desinfektion

Für die handliche Anwendung bieten sich Pumpsprays an. Auch hier kann mit sterilen Gazen oder speziellen Pads gearbeitet werden, damit das Desinfektionsmittel auch überall hinkommt. Es kann etwas Wundgel aufgetragen werden. Auf eine offene Wunde gehört keine Salbe oder Creme, sondern ausschliesslich Desinfektionsmittel und Wundgel. Dies, weil die Salben mit ihren Bestandteilen als Fremdobjekte die Zellneubildung stören können. Bei einem Wundgel ist das nicht der Fall. Zum Auswaschen kann Ringelblumenessenz verwendet werden.

3 Abdeckung

Auf den Zustand der Wunde achten. Für zuhause können Hydrotec-Auflagen ein grosses Spektrum abdecken. Das sind Auflagen, welche die feuchte Wundheilung begünstigen und auch Wundsekret aufnehmen können (Erklärungen zur Abdeckung von Wunden finden Sie im Haupttext).

4 Beobachten/Erneuern

Offene Wunde mit physiologischer Kochsalzlösung täglich spülen, desinfizieren und abdecken. Korrekt angebrachte Blasenpflaster können ohne Weiteres 3 Tage oder bis zum Abfallen des Pflasters drangelassen werden. Die Wunde sollte auf mögliche Entzündungen hin untersucht werden, um eine Infektion zu vermeiden oder frühzeitig zu erkennen.

Text: Patrick Seiz​​, Bilder: Beat Brechbühl

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